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Teltow-Fläming Ehemalige Kaufhalle Mellensee vor dem Verkauf
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06:32 08.01.2020
Phil Hartmann und Jörg Martin Quelle: Udo Böhlefeld
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Mellensee

Am 15. Januar will die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WVAM) am Mellensee über die Zukunft der ehemaligen Kaufhalle in Mellensee entscheiden. Nach jahrelangem Leerstand und zunehmendem Verfall der Nebengebäude könnte nun endlich wieder eine Perspektive für das Areal entstehen.

Widerstand gegen Dönerproduktion

Seit rund vier Jahren will die WVAM die ehemalige Kaufhalle bereits loswerden. Damals stand eine Dönerproduktion bereits kurz vor dem Zuschlag, als ein Aufschrei durch die Bevölkerung ging und so die Gemeindevertretung dafür sorgte, dass es zunächst keinen Verkauf gab. Stattdessen kam es zu einer Vereinbarung, der zufolge ein Kaufvertrag nur mit der Zustimmung der Gemeindevertretung zustande kommen darf. Und sie soll dazu vorher das Nutzungskonzept des Käufers prüfen.

Scheune und Remise in schlechtem Zustand

Das gesamte Areal besteht aus der ehemaligen Kaufhalle in einem zweigeschossigen Gebäude mit einem eingeschossigen Anbau. Aktuell wird das Erdgeschoss des Hauptgebäudes noch als Jugendclub genutzt. Bedingung für den künftigen Erwerber des Projektes ist, dass dieser Jugendclub weiter so lange mietfrei im Objekt bleiben darf, bis die künftige Heimat des Jugendclubs im Kita-Neubau bezogen werden kann. Bestandteil des Kaufvertrages wird darüber hinaus eine alte und teils schon verfallene Scheune sowie eine ebenso heruntergekommene Remise sein. Insbesondere bei der Scheune ist unklar, ob sie überhaupt erhalten werden kann. Teuer dürfte das allemal werden.

„Gutes vom Dorf“

Wenn in der nächsten Woche die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der WVAM über den Verkauf entscheiden, sind noch zwei Interessenten im Rennen. Einer von beiden ist die „Gutes vom Dorf 3JZ GmbH“. Die beiden Zossener Phil Hartmann (29) und Jörg Martin (50), die die GmbH gegründet haben, wollen die ebenfalls sanierungsbedürftige ehemalige Kaufhalle multifunktional nutzen. So soll unter anderem ein Hofladen entstehen, der regionale und biologische Produkte im Angebot hat. Wie früher, als es hier noch eine Bäckerei und einen Metzger gab, sollen biologische und regionale Produkte aus diesen beiden Segmenten das Angebot des künftigen Hofladens bereichern. Überhaupt schwebt den beiden Unternehmern vor, dass nur ein vielschichtiges Angebot dafür Sorge tragen kann, langfristig in dieser Lage erfolgreich zu sein. Zusammenarbeit mit regionalen Landwirten – die nicht immer Biohöfe betreiben müssen – und anderen Akteuren soll Synergien über das eigene Unternehmen hinaus sichern. So ist unter anderem der Vertrieb von Biokisten geplant. Entsprechende Erfahrungen haben die beiden hier längst erfolgreich gemacht, bisher erfolgt dieser Vertrieb aber vom Norden Berlins aus. Dort ist auch eine bereits erfolgreiche Marmeladenmanufaktur angesiedelt, die schnellstmöglich zum Mellensee umsiedeln soll, wenn die notwendigen Räumlichkeiten dazu bereit sind. „Unsere „gläserne Manufaktur“ soll Interessierten Einblicke in die Marmeladenproduktion ermöglichen“, sagt Phil Hartmann. Und wenn irgend möglich sollen Scheune und Remise erhalten und genutzt werden. Pläne dazu haben die beiden ebenfalls.

Schafe statt Unkrautvernichter

Schon in der Vergangenheit haben die beiden Zossener in der näheren Umgebung bei verschiedenen Gelegenheiten für das leibliche Wohl vieler Menschen gesorgt, so unter anderem beim Fischerfest am Mellensee. Catering soll dementsprechend auch zukünftig ein Standbein des jungen Unternehmens sein, selbstverständlich, dass man dazu auf die eigenen Produkte oder die befreundeter Unternehmer zurückgreifen wird. „Wir sind da auch für entsprechende Kooperationen noch offen“, sagt Jürgen Martin, der seit fast zwanzig Jahren nur einen Steinwurf vom Gelände entfernt einen Tannenbaumverkauf betreibt. Auch die natürlich umweltschonend. Statt Pestiziden sorgen Schafe dafür, dass „Unkraut“ zwischen Bäumen erst gar nicht hoch kommt. Und das Fleisch der Schafe findet schon jetzt dankbare Abnehmer am Mellensee.

Wer der zweite Interessent ist, ist derzeit nicht bekannt. Die WVAM wollte sich dazu nicht äußern.

Von Udo Böhlefeld

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