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Teltow-Fläming Ein Jahr nach Watussi-Unglück: Verfahren eingestellt
Lokales Teltow-Fläming Ein Jahr nach Watussi-Unglück: Verfahren eingestellt
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00:20 25.08.2018
Zwei Zirkustiere haben am 22. August 2017 bei Treuenbrietzen einen tragischen Unfall verursacht. Dabei starb ein 56 Jahre alter Autofahrer. Quelle: privat
Scharfenbrück

 Vor genau einem Jahr starb ein Autofahrer, als sein Wagen am frühen Morgen auf der B102 in Treuenbrietzen mit zwei mächtigen Watussi-Rind zusammenstieß. Seine Familie, vor allem sein Bruder Stefan Hoika aus Scharfenbrück, lässt das Unglück keine Ruhe. Tief sitzen Trauer, Wut und die Frage: „Warum musste Thomas Hoika sterben?“

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen aus Mangel an Beweisen ein

Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Mitarbeiter des Zirkus

Stefan Hoika aus Scharfenbrück ist der Bruder des verunglückten Fahrers. Quelle: Margrit Hahn

Der Unfall ereignete sich am 22. August 2017 um 5.47 Uhr auf der B102 in der Nähe der alten Ziegelei in der Nähe der Stadt Treuenbrietzen. Zwei Watussi-Rinder waren aus einem Zirkus-Lager ausgerissen. Die Tiere liefen auf die Straße und stießen mit dem Skoda von Thomas Hoika zusammen, wodurch das Fahrzeug gegen einen Baum geschleudert wurde. Der 56-Jährige am Lenkrad hatte keine Chance.

Bekannt ist, dass die freilaufenden Rinder bereits kurz vor dem Unfall entdeckt worden waren. Um 5.25 Uhr wurde die Einsatzleitzentrale der Polizei darüber verständigt. Daraufhin wurden die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn in Berlin und die Bundespolizei telefonisch informiert. Sechs Minuten traf ein zweiter Notruf 110 ein: Zwei Büffel liefen auf dem Radweg an der B102 am Ortsausgang Treuenbrietzen in Richtung Haseloff.

Auch ein rascher Polizeieinsatz hätte Stefan Hoika nicht gerettet

Die Ermittlungen der Polizei haben laut Stefan Hoika ergeben, dass der Einsatzleiter es versäumt hatte, eine Verkehrswarnmeldung abzusetzen. Allerdings hätte nach heutigen Erkenntnissen auch ein sofortige Einsatz der Polizei den tragischen Unfall wahrscheinlich nicht verhindern können. Trotzdem haben die Behörden Fehler in dieser Sache eingeräumt.

Blumen erinnerten an den tragischen Unfall vom August 2017 auf der B102 in Treuenbrietzen .       Quelle: Thomas Wachs

Die Tiere gehörten zu einem Zirkus, der auf dem Gelände eines ehemaligen Fahrzeugwerks sein Lager bezogen hatten. „Ich möchte wissen, wer dafür verantwortlich war, dass die Zirkustiere am Morgen des 22. August 2017 frei im öffentlichen Verkehrsraum herumlaufen konnten“, fordert Stefan Hoika. Seiner Ansicht nach konnte dies nur auf Grund von Gleichgültigkeit und Verletzung der Fürsorge und Aufsichtspflicht passieren. Es habe Zwischenfälle gegeben. Freilaufende Zirkustiere hätten den Bahnverkehr gestört oder Vorgärten heimgesucht. „Das hätte Anlass genug sein müssen, um amtlicherseits die Zustände dieser Art von Tierhaltung zu verhindern“, so der 50-Jährige.

Kritik an Haltungsbedingungen für Zirkustiere

Der Scharfenbrücker kritisiert die Haltungsbedingungen der Tiere. Anstatt diese zu verbessern, so sein Vorwurf, sei von Zirkusmitarbeitern behauptet worden, dass Tierschützer oder andere Aktivisten die Tiere freigelassen hätten. „Wenn dass der Fall gewesen wäre, wüsste ich davon“, sagt Hoika. Denn er ist im Tierschutz sehr aktiv, unter anderem als ehrenamtlicher Wolfsbeauftragter, und hat viele Kontakte. Ein Bestätigung für die Darstellung hat er nicht gefunden.

Verärgert ist er außerdem darüber, dass sein Anliegen, die Haltung von Zirkustieren strenger zu reglementieren, von der Politik ignoriert wird. Er hatte Briefe an die im Bundestag vertretenen Fraktionen geschrieben – allerdings von keiner eine Antwort erhalten. „Während andere Länder weltweit den Einsatz und die Haltung von Wildtieren in Zirkussen per Gesetz untersagen, verlaufen jahrelange Proteste in Deutschland im Sande und die Sache wird totgeschwiegen“, kritisiert Hoika. Er versteht nicht, dass weder Ordnungs- noch Veterinäramt frühzeitig eingeschritten sind, um die Tierhaltung zu kontrollieren.

Wenn dass der Fall gewesen wäre, würde sein Bruder noch leben, ist er überzeugt. Er trauert weiter um seinen älteren Bruder und besten Freund, der im August dieses Jahres 57 Jahre alt geworden wäre.

Von Margrit Hahn

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