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Teltow-Fläming Ein Leben für die Wehr
Lokales Teltow-Fläming Ein Leben für die Wehr
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08:16 01.02.2017
Auch die Kreisspitze verabschiedete Kreisbrandmeister Gerd Heine: Ordnungsdezernentin Silke Neuling, Sozialdezernentin Kirsten Gurske und Landrätin Kornelia Wehlan (v.l.) Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Eigentlich hatten sie zum Abschied noch eine Überraschung für ihn geplant. Sie hatten die große Drehleiter einbestellt. Er sollte einsteigen, hochfahren und noch einen Blick auf sein Baby werfen. Wie schön hätte das werden können: Gerd Heine, der dienstälteste Kreisbrandmeister Brandenburgs, an seinem letzten Arbeitstag hoch oben in der Luft, vielleicht sogar eine Träne der Rührung im Auge, und unter ihm das Feuerwehrtechnische Zentrum mit all den Hallen, den Anlagen und den Übungsräumen, die er im Laufe der vergangenen zehn Jahre für seine Wehren erdacht und erkämpft hatte.

Es wäre ein starkes Bild gewesen, anrührend und voller Symbolkraft. Aber Gerd Heine hatte für Symbolkraft noch nie etwas übrig. „Quatsch, das machen wir jetzt nicht. Wir wollen essen“, sagte er. Damit war die Sache vom Tisch. Und wahrscheinlich war es auch stimmiger so. Zu einem, der seinen Job so unprätentiös und ehrlich ausgeübt hat wie er, passen Bier und Hackepeterbrötchen am Ende besser als große Gesten.

Heine wollte eigentlich Chemiker werden

Wahrscheinlich hätte Heine sogar am liebsten auf seine Rede verzichtet, aber ganz ohne Bühne ging es dann doch nicht. Immerhin waren haufenweise Wegbegleiter gekommen, Bürgermeister aus dem ganzen Landkreis Teltow-Fläming waren da, und Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) hatte die halbe Führungsspitze ihrer Verwaltung mitgebracht. Immerhin war Heine praktisch seit Gründung des Landkreises Teltow-Fläming das Gesicht des Brand- und Katastrophenschutzes. Er hat im Laufe der Jahre Strukturen aufgebaut, die Ausbildung gefördert, Brandschutzkonzepte entwickelt, Netzwerke aufgebaut und das Feuerwehrtechnische Zentrum in Luckenwalde zu einem der modernsten Stützpunkte Brandenburgs werden lassen.

Das alles sei anfangs gar nicht so vorgesehen gewesen, sagt Heine. Eigentlich hatte es ihm die Chemie angetan. Er hatte schon Chemiker gelernt und wollte nach der Armeezeit auch studieren. Aber dann bot ihm jemand einen Job bei der Berufsfeuerwehr und Heine nahm an. Was man hat, das hat man.

Geradlinige Herangehensweise hinterließ Eindruck

Praktisch sein gesamtes Berufsleben lang war Gerd Heine Feuerwehrmann. Erst bei der Abteilung Feuerwehr im Volkspolizei-Kreisamt Luckenwalde, nach der Wende bei der Luckenwalder Stadtverwaltung, wo er die Berufsfeuerwehr aufbaute, und seit Mai 1994 als Kreisbrandmeister. „Eigentlich wollte ich nur sechs Jahre machen, weil in der Anfangszeit kein anderer da war“, sagt Heine. Es wurden schließlich fast 23, davon zwölf ehrenamtlich und elf hauptamtlich.

Aus den nicht enden wollenden Laudationen ließ sich am Dienstag vor allem entnehmen, dass Heine mit seiner geradlinigen Herangehensweise Eindruck hinterlassen hat. „Wenn er etwas für die Wehr haben will, dann geht er nicht aus dem Büro, bis die Dinge im Haushaltsplan stehen“, sagte Landrätin Kornelia Wehlan. Michael Friedrich, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Teltow-Fläming, lobte derweil die Führungsfähigkeiten Heines. Er sei zwar kein großer Redner, aber er könne anpacken, delegieren, zuhören und mit seinen Leuten ein Bier trinken – was für die Stimmung in der Truppe auch nicht unwichtig ist.

Weitsicht ist eine von Heines Stärken

Gefürchtet seien Heines Anrufe gewesen, erzählte Friedrich. Oft begannen sie mit „Kannst du mal“, und was folgte, waren grob umrissene Ideen, die nicht selten in Megaprojekte ausarteten. „Mal ging es um Löschpanzer, mal um Fördermittelanträge“, so Friedrich. Einmal hatte Heine für die Ausbildung sogar einen ausrangierten Kesselwaggon gekauft, freilich ohne rechten Plan, wie das tonnenschwere Teil über nicht dafür ausgelegte Straßen von Trebbin nach Luckenwalde geschafft werden sollte. Das gelang am Ende nur, weil Heine gegenüber den ratlosen Polizisten ein Machtwort sprach. „Wir fahren als Feuerwehr vor, ihr hinterher.“

Solche Aktionen führten aber letztlich dazu, dass das Feuerwehrtechnische Zentrum heute in Luckenwalde vom Gittermast über die Heißausbildungsanlage bis zum Schaummittelplatz vieles hat, wovon andere Landkreise träumen.

Eine von Heines Stärken sei auch personelle Weitsicht gewesen, sagte Friedrich. Über Jahre habe er seinen Nachfolger aufgebaut, den Jüterboger Tino Gausche, der ab Mittwoch Heines Platz einnehmen wird. Die Ernennungsurkunde wurde ihm noch bei Heines Abschied von der Landrätin überreicht.

Von Oliver Fischer

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