Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Ein Panzer zum Löschen, einer zum zünden
Lokales Teltow-Fläming Ein Panzer zum Löschen, einer zum zünden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:49 03.09.2014
Der beim Kreis stationierte Löschpanzer kam 2013 bei einem Großbrand zum Einsatz. Am Dienstag gab es nur eine Übung. Quelle: Burghardt
Jänickendorf

Tischtennisgroße, mit Kaliumpermanganat gefüllte und Glykol versetzte Kugeln oder ein Benzin-Diesel-Gemisch setzen die Heide in Brand, abgeschossen aus einem gepanzerten Fahrzeug. Ein Löschpanzer hat zuvor den Rand der Fläche gewässert.

Kontrolliertes Abbrennen

So geht Naturschutz auf dem Heidehof. Was einfach klingt, ist in Wahrheit ein über mehrere Jahre erdachtes und inzwischen erprobtes Verfahren, damit auf munitionsbelasteten Flächen der ehemaligen Truppenübungsplätze die Heide gepflegt werden kann. Deren kontrolliertes Abbrennen wurde in einem Pilotprojekt des Landkreises Teltow-Fläming entwickelt, der über vergleichsweise große verseuchte Liegenschaften verfügt. Am Montag fand die Abschlussveranstaltung im Luckenwalder Kreishaus statt. Am Dienstagfolgte ein Symposium zum integrierten Feuer-Management. Zünd- und Löschpanzer kamen bei einer Vorführung fürs Fachpublikum zum Einsatz.

Zahlen und Fakten

Das Naturschutzgebiet Heidehof-Golmberg hat eine Gesamtfläche von 9864 Hektar. Davon sind 8014 Hektar Wald- und Waldentwicklungsflächen. 1850 Hektar, 18 Prozent, sollen als Offenland erhalten werden.

2009 startete der Landkreis Teltow-Fläming das von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe begleitete Projekt zur Erprobung und Entwicklung von Methoden zur Heidepflege.

2012 und 2013 wurde erstmals Heide auf fünf Flächen (insgesamt 100 Hektar) kontrolliert abgebrannt.

Für die Heidepflege auf unbelastetem Terrain kommen neben dem kontrollierten Abbrennen auch mechanische Bodenbearbeitung und Weidewirtschaft in Frage. Auf einem alten Truppenübungsplatz wie dem Heidehof wäre das undenkbar. Seit 2012 müssen sich sogar freiwillige Brandschützer aus Sicherheitsgründen fern halten. „Brandenburg ist das am meisten gefährdete Wildfeuerland“, sagte Johann G. Goldammer, der die Arbeitsgruppe Feuerökologie/Global Fire Monitoring Center in Freiburg leitet. Zusammen mit dem Bundesforstbetrieb Lausitz wurden dort seit 2001 Verfahren des kontrollierten Brennens auf unbelasteten Standorten entwickelt und für die besondere Gefahrenlage angepasst.

Johann G. Goldammer (r.) hat das Abbrenn-Verfahren mit entwickelt. Er steht hier vor dem Panzer, der die Kugeln zum Abbrennen bis zu 80 Meter weit schießt. Quelle: MAZ

4 Jahre Vorbereitung, 4 Jahre Durchführung

Die lange Projektdauer – vier Jahre Vorbereitung, vier Jahre Durchführung – sieht der Experte durchaus positiv. „Dadurch wurde es ein echtes Erprobungs- und Entwicklungsverfahren“, sagte er am Dienstag. Für die erste Aktion des kontrollierten Abbrennens habe man zehn behördliche Genehmigungsverfahren führen müssen. „Jetzt haben wir eine Checkliste“, so Goldammer. Er kann sich für die Zukunft gut einen „gelenkten Heidetourismus“ vorstellen.

Besondere Anforderungen an den Naturschutz

An dem Symposium zum integrierten Feuer-Management nahmen sowohl Bundes- als auch Landesbehörden, Naturschutzstiftungen, Landeigentümer und Unternehmer teil. Der Naturschutz, die Munitionsbelastung, das Klima und die damit höhere Brandgefahr – diese Themen sind nicht voneinander zu trennen. „Die Diskussionsbeiträge zeigten den Handlungsbedarf auf, dem sich das Land Brandenburg stellen muss, um den Anforderungen des Naturschutzes einerseits und denen des Waldbrand- und Wildfeuerschutzes andererseits unter den sich ändernden Bedingungen von Umwelt und Gesellschaft zu stellen“, so Johann G. Goldammer. Der Nachwuchsmangel bei den freiwilligen Feuerwehren ist ein Thema, die unzureichende spezielle Ausbildung eine andere. Die letzten Löschflugzeuge Deutschlands, die bei Großbränden zum Einsatz kommen könnten, wurden übrigens erst vor zwei Wochen ins Ausland verkauft – es gab zu wenige Aufträge.

Von Martina Burghardt

Folgen Sie uns auf Facebook!

Aktuelle Nachrichten und Fotos aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald finden Sie auf unserer Facebook-Seite.  Folgen Sie unserer Seite und diskutieren Sie mit uns über aktuelle Artikel oder geben Sie uns Hinweise, worüber wir berichten können.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Facebook-Seite: www.facebook.com/dahmelandflaeming.

Werden Sie Fan von der MAZ bei Facebook!

Teltow-Fläming Das Grün im Luckenwalder Werner-Seelenbinder-Stadion ist verschlissen - Der Traum vom neuen Kunstrasen

Kunstrasen – weich, grasgrün und mit einer Halmlänge von vier Zentimetern: Davon können die Luckenwalder Fußballer bisher nur träumen. Ihr Rasen ist nämlich fast 20 Jahre alt und ziemlich verschlissen. Doch einen neuen zu bekommen, ist teuer. Nun soll ein Experte Überzeugungsarbeit leisten.

03.09.2014

Seit vielen Wochen werden die „Struppi“-Kinder auf den großen Tag vorbereitet. Am kommenden Montag werden die aufgeregten Kleinen ihre nagelneuen Kita-Räume am Planeberg beziehen. „Und sie können es kaum erwarten, endlich den neuen Spielplatz zu erobern und zu erkunden“, berichtet Kita-Leiterin Undine Henze.

03.09.2014
Teltow-Fläming Zinnblechhülse von 1986 enthält „Märkische Volksstimme" - Überraschender Fund im Kirchturm

Große Überraschung auf der Baustelle der Luckenwalder Jakobikirche: Bei der Bergung der Dokumentenhülse aus der Kirchturmspitze hatte man 120 Jahre alte Zeitdokumente aus dem Baujahr des Gotteshauses erwartet. Um so überraschter war man, als eine „Märkische Volksstimme“ vom 17.April 1986, diverse Kirchenzeitungen und ein D-Mark- und DDR-Münzen zum Vorschein kamen.

03.09.2014