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Teltow-Fläming Eine statt drei Kampfkaniddaturen
Lokales Teltow-Fläming Eine statt drei Kampfkaniddaturen
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19:36 17.11.2013
Sie treten für die SPD im Landkreis Teltow-Fläming zur Landtagswahl an: Erik Stohn, Dietlind Biesterfeld und Helmut Barthel (v.l.).
Sie treten für die SPD im Landkreis Teltow-Fläming zur Landtagswahl an: Erik Stohn, Dietlind Biesterfeld und Helmut Barthel (v.l.). Quelle: Hartmut F. Reck
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Trebbin

Dabei konnten sie nicht auf amtierende Landtagsabgeordnete zurückgreifen, weil diese entweder aus Altersgründen nicht wieder kandidieren (Sieglinde Heppener aus dem Wahlkreis 24 – Dahme, Jüterbog, Luckenwalde, Niederer Fläming, Niedergörsdorf), oder im Laufe dieser Legislaturperiode verstorben waren (Klaus Bochow im Wahlkreis 23 – Am Mellensee, Großbeeren, Ludwigsfelde, Nuthe-Urstromtal, Trebbin), oder aus der SPD und ihrer Landtagsfraktion ausgetreten waren (Christoph Schulze im Wahlkreis 25 – Baruth, Blankenfelde-Mahlow, Rangsdorf, Zossen).

Höchste Spannung versprach diese Delegiertenkonferenz, da in allen drei Wahlkreisen jeweils zwei Genossen sich um die Nominierung bemühen wollten. Doch daraus wurde nichts. Bettina Lugk aus Ludwigsfelde zog ihre Kandidatur zurück, da sie eine berufliche Perspektive im Büro einer SPD-Bundestagsabgeordneten gefunden hat und somit dem deutlich älteren Helmut Barthel aus Großbeeren das landespolitische Feld überließ. Auch Katja Grassmann aus Mahlow trat doch nicht gegen Dietlind Biesterfeld aus Blankenfelde an. Sie hatte ihre Chancen offenbar als zu gering eingeschätzt.

Somit hatten Helmut Barthel (60) und Dietlind Biesterfeld (45) leichtes Spiel, sich von der Parteibasis die nötige Rückendeckung zu holen. Barthel betreibt mit seiner Frau ein Büro für Marketing und Kommunikation in Ludwigsfelde, ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen in der SPD Brandenburg, Gemeindevertreter in Großbeeren und Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Seine Schwerpunkte sind Wirtschaftspolitik und Mittelstand. Er will sich für eine ausreichende Finanzausstattung der Kommunen durch das Land einsetzen. Er erhielt 17 Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Biesterfeld ist Richterin am Landgericht Berlin, wohnt in Blankenfelde direkt unter der geplanten Ein- und Abflugschneise, sitzt im Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen und in der Gemeindevertretung von Blankenfelde-Mahlow. Als Schwerpunkte nannte sie die S-Bahn-Verlängerung bis Rangsdorf, die Durchsetzung des verlängerten Nachtflugverbots am BER, die Prävention von Jugendkriminalität und den Jugendarrestvollzug, womit sie vor allem beruflich zu tun hat. Sie erhielt 34Ja- und eine Nein-Stimme.

Schwerer hatte es Erik Stohn aus Jüterbog, für den Wahlkreis 24 nominiert zu werden. Gegen den 29-jährigen Juso-Landesvorsitzenden und Mitarbeiter eines SPD-Bundestagsabgeordneten trat der 58-jährige Kreistagsabgeordnete und Stadtverordnete aus Luckenwalde Detlev von der Heide an. Dabei ging es nicht nur um die Frage Alt oder Jung, sondern auch darum, wie man den Wahlkreis für die SPD zurückerobert. Seit 2005 hatte die jetzige Landrätin Kornelia Wehlan diesen für die Linke gewonnen. Stohn punktete mit jugendlichem Elan, der selbstständige Projektentwickler von der Heide mit politischer Erfahrung.

Einen heftigen Seitenhieb versetzte von der Heide der Noch-Landtagsabgeordneten Sieglinde Heppener (79): „Ich war schon baff, ausgerechnet von Dir auf mein Alter angesprochen zu werden.“ Mit 58 habe zum Beispiel Peter Danckert seine politische Karriere erst begonnen. Außerdem strebe er, von der Heide, keine höheren Ämter an, sondern wolle im Wahlkreis Basisarbeit leisten. Letztlich wurde Stohn mit 17 zu zehn Stimmen nominiert. Rückhalt erhielt er von den südlichen Ortsvereinen und von Heppener, die ihn in den letzten Jahren zum Nachfolger aufbaute. „Man kann nicht Junge gegen Alte stellen“, sagte sie. Um stärkste Partei zu werden, brauche man auch die Stimmen der Jugendlichen, die bei dieser Wahl erstmals schon mit 16 Jahren wahlberechtigt sind.

Von Hartmut F. Reck

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