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Teltow-Fläming Vor Ort: Landespolitiker besuchen das Amt Dahme
Lokales Teltow-Fläming Vor Ort: Landespolitiker besuchen das Amt Dahme
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11:06 23.02.2019
Dahmes Amtsdirektor David Kaluza (l.) führte die Mitglieder der Enquete-Kommission über den Campus der Generationen in Werbig. Quelle: Victoria Barnack
Wahlsdorf/Werbig

Unangenehm hat man es sich nicht gemacht: Wahlsdorf ist nicht das tote, brandenburgische Dorf, das vor Jahren prognostiziert wurde. Das wissen auch die Mitglieder der Enquete-Kommission des Landtags, die sich mit der Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in Brandenburg auseinandersetzt.

Wahlsdorf ist vorerst letzter Stop auf der monatelangen Reise durch das Land. Die Kommission besuchte kleine Orte in allen Kreisen und steht davor, ihren Abschlussbericht abzugeben. „Überall, wo wir waren, waren die Bedingungen nicht so schlecht, wie man vorausgesagt hatte“, sagte Mitglied Klaus Müller.

Die Enquete-Kommission zur Zukunft der ländlichen Regionen tagte am Freitag im Schloss in Wahlsdorf. Quelle: Victoria Barnack

Tatsächlich ist auch in Wahlsdorf nicht alles schlecht. Ortsvorsteher Thomas März berichtet der Kommission beispielsweise, dass sich unter den 260 Einwohnern 17 Gewerbetreibende angesiedelt haben. Wahlsdorf ist Anzugspunkt für internationale Touristen dank Fläming-Skate, Freibad und Übernachtungsmöglichkeiten in den Nachbarorten.

Wahlsdorf ist ein Vorzeigedorf

Seit der Wende sind mehr als 200 Millionen Euro an Fördermitteln in mehr als 30 Projekte in Wahlsdorf geflossen. Außerdem war der Dahmenser Ortsteil einer der ersten mit DSL-Verbindung. Dass nach der Wende auch Straßen und Wasserleitungen saniert wurden, klingt da fast selbstverständlich.

In Wahlsdorf hat ein Dorfladen täglich geöffnet und sorgt für kurze Wege beim Einkauf. Auf dem Brandenburger Land ist das selten geworden. Quelle: Uwe Klemens

Die positive Entwicklung des 260-Seelen-Ortes in den vergangenen 30 Jahren ist alles andere als selbstverständlich. Das betonte auch Amtsdirektor David Kaluza (parteilos). „Im Amt Dahme brauchen wir nicht mehr zu überlegen, wie es uns mit dem demografischen Wandel gehen wird. Er ist längst hier“, sagt er.

Kaluza nutzte am Freitag die Chance, den Landtagspolitikern wenige Monate vor den Wahlen zu verdeutlichen, welche Sorgen der ländliche Süden des wirtschaftsstarken Landkreises Teltow-Fläming hat.

Finanzen bereiten den ländlichen Kommunen Sorgen

Egal ob vom Amtsdirektor selbst oder von den zahlreich erschienenen Bürgern: Immer wieder fällt das Stichwort Fördermittel. Zunehmend bürokratisch sei der Akt, der lokalen Akteuren die Arbeit eigentlich erleichtern sollte.

„Den Landespolitikern die Sorgen bei unserer Finanzausstattung mitzuteilen, war eines meiner Hauptanliegen heute“, sagt Kaluza am Ende des Tages, den die Kommission in Wahlsdorf und auf dem Campus der Generationen in Werbig verbrachte.

Das Vorzeigeprojekt „Campus der Generationen“ in Werbig ist wegen Geldsorgen ins Stocken geraten. Quelle: Uwe Klemens

Auch in der alten Schule in der Gemeinde Niederer Fläming ist unter anderen dank Fördermitteln in den vergangenen Jahren viel passiert. Doch nicht immer sind die lokalen Akteure mit den Rahmenbedingungen zufrieden, die ihnen die Vorschriften vom Land bieten.

Stadtplanerin Anja Bruckbauer nutzte den Vor-Ort-Termin der Enquete-Kommission, um darauf aufmerksam zu machen, dass die engen Grenzen von Gebietskulissen die Städtebauförderung im ländlichen Raum erschweren.

Stadtplanerin Anja Bruckbauer ist seit vielen Jahren an der Entwicklung des ländlichen Raums im Kreis Teltow-Fläming beteiligt. Quelle: Victoria Barnack

In Werbig beispielsweise sei das Areal flurstückgenau abgegrenzt. Weitere Spielräume würden dort eine nachhaltigere Entwicklung zulassen, sagte sie.

Kommission soll dem Landtag Handlungsvorschläge geben

Aktiv werden können auch die Mitglieder der Enquete-Kommission nur bedingt. Die Ideen und Wünsche der Bürger vor Ort sollen aber in die Berichterstattung des Gremiums einfließen.

Am Ende ihrer Arbeit in diesem Sommer werden daraus konkrete Handlungsempfehlungen für den Landtag abgeleitet. Sie könnten künftig den Umgang mit den ländlichen Regionen in ganz Brandenburg prägen.

Von Victoria Barnack

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