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Teltow-Fläming Erinnerungen vor laufender Kamera
Lokales Teltow-Fläming Erinnerungen vor laufender Kamera
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08:11 21.10.2017
Kameramann Carsten Krüger, Regisseurin Barbara Högl und der Zeitzeuge Norbert Majewski beim Filmdreh in Blankensee. Quelle: Elinor Wenke
Blankensee

„Das hier war der Klubraum 1, dort die Rezeption und die Treppen hinunter ging es in den Disco-Keller“, sprudelte es aus Norbert Majewski heraus. Der 65-jährige Luckenwalder besuchte am Freitag nach 26 Jahren zum ersten Mal wieder seine ehemalige Wirkungsstätte in Blankensee. Wo heute die Freizeit- und Bildungsstätte „Freizeit in Blankensee“ (FiB) untergebracht ist, wurden zu DDR-Zeiten Jugendfunktionäre geschult und angeleitet.

Die ortsansässige Filmemacherin Barbara Högl und ihre Widderstein GmbH sind in diesen Tagen wieder für ihr Medienprojekt „Blankensee Beat“unterwegs, erforschen die Geschichte des Dorfes, führen Interviews mit Zeitzeugen und erkunden die Entwicklung und Wandlung bedeutender Gebäude und Einrichtungen. Gestern war das FiB-Gelände an der Reihe.

Filmdreh im ehemaligen Klubraum (v.l.): Barbara Högl, Norbert Majewski und Carsten Krüger. Quelle: Elinor Wenke

Nach Barbara Högls bisherigen Recherchen war dort zu DDR-Zeiten eine Schule der Jugendorganisation FDJ (Freie Deutsche Jugend) unter Leitung von Norbert Majewski untergebracht. „Ein bisschen muss ich das korrigieren“, sagt Majewski und berichtet ohne Scheu vor Kamera und Mikrofon: „Anfang der siebziger Jahre wurde auf Vorschlag der FDJ-Bezirksleitung Potsdam und auf Beschluss vom Rat des Bezirkes hier ein Bezirksjugendzentrum eingerichtet.“ Von 1987 bis 1991 war der Diplomgesellschaftswissenschaftler Norbert Majewski dessen Direktor.

Hintergrund

Blankensee Beat“ ist ein Medienprojekt der Filmemacherin Barbara Högl und der Stadt Trebbin. Der Titel bedeutet „Herzschlag von Blankensee“ und soll Leben und Geschichte des Dorfes widerspiegeln.

Mit der Gemeinschaftsaktion entsteht nicht nur ein Dokumentarfilm, sondern eine lebendige Ortschronik und ein multimediales Museum zur Dorfgeschichte.

Die Gesamtkosten liegen bei 100 000 Euro, sie sollen durch Fördermittel und Sponsoren finanziert werden. 15 000 Euro gab es vom Landeswirtschaftsministerium, 5000 Euro vom Landkreis und 10 000 Euro von der Landeszentrale für politische Bildung.

„In der Einrichtung wurden vor allem FDJ-Sekretäre der Kreise geschult“, berichtet der Zeitzeuge weiter, „aber auch Bürgermeister, Sportfunktionäre und Verantwortliche aus anderen Vereinen und Organisationen.“ In den Ferien haben dann vor allem Schulklassen Abenteuer-Wochen verlebt. Aus dem Bezirk Potsdam, aber auch aus der gesamten Republik, aus Tschechien und der damaligen Bundesrepublik kamen die jungen Gäste.

Zu Majewskis Belegschaft gehörten 18 Mitarbeiter, darunter Betreuer, Hausmeister, Küchenpersonal. „Wir waren eine dufte Truppe und ein eingespieltes Team“, berichtet der 65-Jährige und schwärmt von der Umgebung: „Das Gelände war wie geschaffen für die Jugend – abseits von der Stadt, so richtig zum Austoben, mit grüner Natur und Blick auf den See.“ Auch die Tischtennisplatte und den Grill auf dem Außengelände erkennt er wieder.

Unsicherheit zur Zeit der Wende

„Und wie war das zur Wende?“, wollte Barbara Högl wissen, „das war doch ein starker Einschnitt.“ „Zunächst herrschte Unsicherheit, denn viele Einrichtungen staatlicher Träger wurden ja abgewickelt, was man immer auch ein bisschen mit Zerfall verbindet“, sagt Majewski. „Ich würde mir wünschen, dass auch heute noch viele Jugendliche das Gebäude nutzen.“ 1991 wurde das Haus zunächst zum sozialpädagogischen Fortbildungszentrum umgewandelt. Dessen langjähriger Leiter Georg Landenberger wurde gestern ebenfalls interviewt.

„Für mich waren die Jahre in Blankensee eine schöne Zeit, ich hätte gern weiterhin dort Jugendliche betreut“, sagt Majewski. Doch der gebürtige Luckenwalder hat seinen Frieden gemacht. 1991 gründete er als selbstständiger Unternehmer seine kleine Firma „Schneebär“, mit der er auch heute noch Straßenwinterdienst, Grünanlagenpflege sowie Garten- und Landschaftsbau betreibt.

Von Elinor Wenke

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