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Teltow-Fläming Erst die Köpfe, jetzt das ganze Dorf
Lokales Teltow-Fläming Erst die Köpfe, jetzt das ganze Dorf
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00:16 11.03.2014
Michael Müller-Monsé
Michael Müller-Monsé Quelle: Gertraud Behrendt
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Schlenzer

Es ist das Haus der Familie Müller-Monsé. Michael Müller-Monsé ist Fotograf. „Ich bin seit meinem 23.Lebensjahr selbstständig“, sagt der 58-Jährige, der seit 2007 sporadisch in Schlenzer wohnt.
Anlass war der Verlust des Kleingartens der Familie in Berlin. „Die Anlage wurde aufgelöst, weil sich ein Investor für das Gelände gefunden hatte. Wir wollten aber raus aus der Stadt an die frische Luft.“ Dass es Schlenzer wurde, habe sich so ergeben. Die Familie sah sich um. In Schlenzer hielt sie an; ein Schild, auf dem „zu verkaufen“ stand, hatte sie dazu animiert. Es war die einstige Kita, in der auch mal die Post gewesen war. „Das Haus hat zwölf Jahre leergestanden“, berichtet Müller-Monsé.

Und er schwärmt: „Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden. Das soll wohl nicht überall so sein. Das Tragische an der Region ist, dass es keine Jobs gibt.“ Daher pendelt die Familie zwischen der Hauptstadt und Schlenzer. Die gute Aufnahme hat er sicher auch seinem Auftreten zu verdanken. Er beteiligt sich am Dorfleben. Gegenwärtig bereitet er eine Ausstellung vor. Zum Jubiläum, wenn das 800-jährige Bestehen von Schlenzer am 24.Mai gefeiert wird, muss sie fertig sein.

Es ist nicht die erste Schau. Fotografiert hat er gleich im Ort, als er die Sanierung des Hauses begonnen hat. Erst nur für sich. Dann brachte er sich mit seinem Metier ein in die Aktivitäten seiner Nachbarn. Einmal hat er alte Fotos der Leute eingesammelt und sie digital restauriert, also beispielsweise von Flecken und Knicken befreit. Ein anderes Mal hat er 66 Porträts von Einwohnern aufgenommen und erst nur die Augenpartien gezeigt. So konnten die Leute raten, wen sie vor sich hatten und zu erkennen glaubten. Gerade solche Rate-Runden erhöhen den gemeinsamen Spaß.

Programmideen fürs Jubiläum

800 Jahre wird Schlenzer in diesem Jahr. Das Jubiläum wird am 24. Mai gefeiert.

Der Festgottesdienst beginnt um 10Uhr in der Kirche, in der die Entwicklung des Dorfes und des Gotteshauses gezeigt wird.

Auf dem Sportplatz finden von 11 bis 18 Uhr Wettkämpfe statt, an denen sich jeder beteiligen kann, beispielsweise Tauziehen, Kegeln und Bogenschießen. Dort wird auch die „Foto-Schau Schlenzer XXL“ gezeigt.

Der Festumzug durchs Dorf startet um 12 Uhr mit vielen Teilnehmern.

Das Unterhaltungs-Programm steigt um 14.30 Uhr. Mit dabei sind unter anderem die „Neumarkt-Schwalben“ aus Jüterbog, die Kinder des ASB, das Männerballett „Schlenzeraner Feen“, die Scharfenbrücker „Ladykracher“ und die Trachtengruppe Sernow.

Führungen durch Schlenzer sind ebenfalls im Angebot. Je nach Interesse sollen sie ganztägig stattfinden.

Abends ist Disko, damit getanzt werden kann. Auch ein Feuerwerk zum Abschluss ist geplant. Es kann aber nur stattfinden, wenn die Waldbrandgefahr nicht zu hoch ist.
Sponsoren werden noch dringend von den Festorganisatoren gesucht. Sie können sich an Ortsvorsteher Reinhard Siebert wenden.

Für die Jubiläums-Ausstellung hat er Dorf, Landschaft und Leute fotografiert. Stimmungsvolle Aufnahmen sind entstanden. Für die Werbung am 24.Mai ließ er die Einwohner zusammentrommeln. „Die Foto-Shootings waren der Kommunikation sehr dienlich“, erzählt Michael Müller-Monsé, „es folgte eine kleine Party mit Kuchen und Getränken. 60Prozent der Dorfbewohner waren dabei.“ Sie sind auf einem Plakat zu sehen, das dazu einlädt, 800 Jahre Schlenzer mitzufeiern.
Schlenzeraner, die einen Traktor haben, kamen bei einem weiteren Termin erneut aufs Bild – vom schweren Ackergefährt bis hin zum Rasenmäher (Foto oben). Für die Vogel-Perspektive ließ sich der Fotograf mit einer Hebebühne in die Höhe hieven.

In Berlin erledigt der Fotograf Aufträge für Werbung, Industrie und Presse, und er verwirklicht seine eigenen Ideen. Als er die leeren Kasernen der US-Armee fotografiert hatte, war die Resonanz groß. Müller-Monsé lacht und sagt: „Als ich im Freundeskreis erzählt habe, dass ich die Genehmigung hab, auf das Gelände zu gehen, wollte jeder mit und sich als mein Assistent ausgeben.“ Der Teufelsberg mit der amerikanischen Abhörstation hatte es vielen angetan.

Natürlich verkauft der Foto-Designer seine Werke auch. Wer seinen Namen bei Suchmaschinen im Internet eingibt, findet Beispiele seiner Arbeiten. Schließlich muss ja Geld in die Kasse kommen, damit das Haus in Schlenzer weiter saniert werden kann. Vieles wird in Eigenregie erledigt. „Meine Frau schleift die alten Türen ab. Es geht Stück für Stück voran. Vielleicht ziehen wir später mal ganz her.“ Schon jetzt ist das 5000 Quadratmeter große Grundstück in Schlenzer für die vier Enkel der beiden Töchter ideal.

Von Gertraud Behrendt

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