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Teltow-Fläming Erste Patin für Akte des Stadtarchivs gefunden
Lokales Teltow-Fläming Erste Patin für Akte des Stadtarchivs gefunden
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06:32 10.01.2017
Spenderin Gertraud Behrendt studiert die über 500 Jahre alte Akte, die mit ihrer Hilfe restauriert werden soll. Quelle: Peter Degener
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Jüterbog

Die ersten Paten für Akten aus dem Jüterboger Stadtarchiv sind gefunden. Damit kann bereits eine von 15 ausgewählten Akten aus dem Stadtarchiv restauriert werden. „Ich habe so viele Tage in Archiven zugebracht, gerade hier im Jüterboger Stadtarchiv“, begründet die Jüterbogerin Gertraud Behrendt ihr Engagement. Die ehemalige MAZ-Redakteurin hat im Stadtarchiv im Kulturquartier nicht nur im Rahmen eines Fernstudiums an der Freien Universität über die Schicksale jüdischer Bürger Jüterbogs geforscht.

Persönliche Beziehungen zum Stadtarchiv

„Ich hab hier stets große Unterstützung für viele historischen Artikel über Jüterbog bekommen“, sagt Behrendt. Ganze Artikelserien über Baudenkmale oder eine jahrelang erschienene Reihe zur Geschichte der vielen Kneipen der alten Soldatenstadt wären ohne das Archiv nicht machbar gewesen. Stadtarchivarin Christine Illesch hat nur gute Erinnerungen an Stammnutzerin Behrendt: „Sie ist hier stets willkommen“. Jetzt, nach ihrer Initiativspende für die Restaurierung einer Akte, gilt das erst recht.

Im Katalog der für Patenschaften ausgewählten Akten hat die von Behrendt gerettet Akte die Nummer 7. „Diese Akte stammt aus dem Jahr 1506 und hat sogar selbst Spenden zum Thema“, sagt Susann Sponholz. Die junge Jüterboger Archivarin hat das Paten-Projekt im Herbst im Rahmen ihrer Abschlussarbeit erarbeitet. „Nachricht von der Spende der Kirche St. Nicolai zu Jüterbog“ steht auf dem Pappdeckel mit der Signatur 2511. Dahinter sind 20 Blätter aus Pergament zusammengeheftet, auf denen sich Listen von kirchlichen Würdenträgern und ihren Ausgaben für die Armenspeisung finden. „Waß an Brodt und Gnade gegeben ward“ ist eine der Tabellen überschrieben.

Restaurator muss Filigranarbeit leisten

Das dünne Heft ist eine der ältesten Akten des Archiv, doch sie ist in einem schlechten Zustand. „Sie ist dreckig und voller Risse“, fasst Sponholz das Erscheinungsbild zusammen. Der Restaurator muss die Blätter reinigen, die Risse schlissen, die alte Heftung lösen und sie dann wieder zusammenbinden. Die Kostenschätzung des Profis beträgt etwas mehr als 100 Euro.

Mit dieser Summe ist bei den umfangreicheren Akten nicht viel auszurichten. Bis zu 1900 Euro Restaurierungskosten sind im Patenkatalog für eine einzelne Akte zu finden. Insgesamt werden für die 15 Akten 12 800 Euro benötigt. „Man kann sich aber zusammentun und eine Restaurierung gemeinsam ermöglichen“, sagt Sponholz. Und so haben sich auch für die nächste Akte haben bereits weitere Unterstützer angekündigt.

Blick in die Akte. Quelle: Peter Degener

Das Ehepaar Cordia und Lothar Wolff erfuhr von der Patenaktion und entschied sich spontan zu einer kleinen Spende. Sie hoffen aber auf Nachahmer, die ebenfalls etwas in den Spendenpott geben, um so auch die Restaurierung umfangreicher Akten zu ermöglichen. „Ich finde es toll, dass es so eine Aktion auch in unserer Region gibt und wir wollten etwas für Jüterbog tun“, sagt Cordia Wolff.

Der Katalog, in dem die Akten und ihr Zustand vorgestellt werden, ist auf www.jueterbog.de („Rathaus/Archiv“) zu finden.

Von Peter Degener

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