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Teltow-Fläming „Es ist und bleibt ein Drama“
Lokales Teltow-Fläming „Es ist und bleibt ein Drama“
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18:01 07.05.2013
LUDWIGSFELDE

Der ehemalige Erfolgsbürgermeister Heinrich Scholl soll seine Frau tatsächlich beim Waldspaziergang erdrosselt haben.

Zur Vorbereitung auf den Urteilstag waren Medienvertreter in „Scholls“ Stadt unterwegs, die er von 1990 bis 2008 entscheidend mit prägte. Sie fragten auch: „Wie hat dieser Prozess die Stadt verändert?“ Ist sie verändert, haben die 16 Monate seit dem Tod der Kosmetikerin Brigitte Scholl Ludwigsfelde verändert? Scholls vier so erfolgreichen Amtszeiten als Politiker waren vorbei, der Mord und der Prozess betreffen den Privatmann – Stoff für großes Kino in kleiner Kommune. Deren Bürger fragen eher: Warum schafften es weder Bürgermeister noch Gattin, sich legal zu trennen, wenn es gemeinsam nicht mehr ging? Wäre die Trennung eine solche Niederlage, um für „die Leute“ auf dem Papier ein Paar zu bleiben? Solche Fragen bleiben nicht nur beim Freundeskreis. Frauen schüttelten gestern den Kopf: „Dass die Richter sich das trauen, dass er ohne richtigen Beweis ein Mörder sein soll . . .“ und „Ich dachte immer, er kommt wieder frei. Dass er nun den Rest seines Lebens untätig im Gefängnis sitzt, kann ich mir nicht vorstellen . . .“

Unternehmer Heinz Steinhart, mit dem Scholl den Bau und die Finanzierung der Saunatherme an der Fichtestraße gegen etliche Widerstände über Jahre gemeinsam durchgeboxt hatte, dessen Berater Scholl nach seiner Pensionierung war und mit dem er so manchen Rotwein getrunken hatte, auch der ist „erschüttert, das hätte ich nicht gedacht“. Nach kurzem Innehalten denkt Steinhart einen Cäsar-Gedanken weiter: „Was Menschen Übles tun, das überlebt. Das Gute wird oft mit ihnen begraben – bei diesem Urteil spricht kaum noch jemand über seine Lebensleistung. Für mich bleibt unsere Therme in Ludwigsfelde immer mit seinem Namen verbunden.“ Den Kassenbereich der Therme hatte Scholl im Prozess als Alibi-Ort angeführt, dort will er sich um die Tatzeit herum aufgehalten haben; Zeugen dafür hatte er vor einem Jahr aus der Haft heraus per Zeitungsanzeige gesucht, auch das für die Richter ein Puzzleteil in der Indizienkette.

In der SPD und etlichen Vereinen der Stadt ist Scholl nach wie vor Mitglied, in der Feuerwehr Ehrenmitglied. Für Stadtwehrchef André Schütky war das gestrige Urteil „ein Schock. Für die Richter sind die Indizien offenbar eindeutig. Diese Person, über die jetzt so viel geschrieben wird, die kenne ich, Herr Scholl war für kurze Zeit mein Chef . . .“ Überrascht vom Urteil ist ebenso Hauptkommissar Sven Wagner, der Polizeirevierleiter von Ludwigsfelde: „Hätte ich nicht gedacht . . . Aber ich vertraue auf unseren Rechtsstaat. Bei allen Zweifeln – dann muss er’s wohl gewesen sein.“

Scholls Nachfolger im Rathaus ist SPD-Mann Frank Gerhard. Er sagte nach Bekanntwerden der Gerichtsentscheidung: „Dieses Urteil wühlt einen auf, denn es bleiben trotzdem noch viele Fragen offen.“ Und der selten um Worte verlegene Bürgermeister sagt: „Es ist und bleibt ein unfassbares Drama, ob mit oder ohne Urteil.“ (Von Jutta Abromeit)

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