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Teltow-Fläming Sechsköpfige Familie segelt ein Jahr rund um Europa
Lokales Teltow-Fläming Sechsköpfige Familie segelt ein Jahr rund um Europa
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16:40 04.11.2019
Carolin Grompe und Martin Benecke mit ihren Kindern an Bord ihres Traumschiffs, der Albatros, die ein Jahr lang ihr Zuhause ist. Quelle: privat
Oehna

Vom eigenen, kleinen Dorf hinaus in die große, weite Welt. Wer hätte nicht irgendwann einmal davon geträumt? Carolin Grompe und Martin Benecke, die seit 2013 in Oehna zu Hause sind, haben sich zusammen mit ihren Kindern Ernst Paul, Clara, Ulrike und Käthe, die zwischen zwei und elf Jahre alt sind, diesen Traum erfüllt. Seit gut vier Monaten schippert die Familie von der kroatischen Hafenstadt Pula aus innerhalb der europäischen Hoheitsgewässer um den Kontinent.

Hürde schien anfangs zu hoch

Die Idee zur familiären Weltreise entstand bereits vor mehreren Jahren. Aber mit eigentlich schulpflichtigen Kindern so lange auf Reisen zu sein, erschien beiden Erwachsenen, die den Plan lange vor ihren Kindern geheim hielten, als unüberwindbare Hürde.

Eine Familie aus Oehna ist ein Jahr mit einem Segelboot unterwegs und teilt das Abenteuer im Internet.

„Ein Film, auf den ich ganz zufällig gestoßen bin, und in dem zwei Familien mit ebenfalls vier Kindern Südostasien und Australien erkunden, sollte dies ändern“, beschreibt Carolin Grompe, woher der Mut kommt, den eigenen Plan umzusetzen. „Der Plan, mit einem Segelschiff unterwegs zu sein, stammt von Martin, und mir als ehemaliger Leistungsschwimmerin kam die Idee, auf dem Wasser zu sein, ebenfalls nicht abwegig vor“, sagt Grompe.

Schulbefreiung war das Wichtigste

Über das Internet nahmen sie Kontakt mit den im Film gezeigten und anderen Familien auf, um von deren Erfahrungen zu lernen. „Uns beiden war schnell klar, dass wir uns als erstes um die Schulbefreiung unserer größeren Kindern kümmern müssen. Ohne diese hätten wir uns komplett aus Deutschland abmelden müssen, was keine Alternative war, da wir erstens nicht auf die deutsche Krankenversicherung, aber auch nicht auf das Kindergeld verzichten wollten“, erzählt die Mutter.

Zu ihrer Überraschung stieß die Idee sowohl in der Blönsdorfer Grundschule als auch im Schulamt nicht nur auf offene Ohren, sondern sogar auf Begeisterung, so dass die einjährige Freistellung als Einzelfallentscheidung genehmigt wurde. Vor allem ein Argument der Eltern überzeugte: Beide waren während ihres Studiums und für Entwicklungsarbeits-Projekte als System-, beziehungsweise Wirtschaftsingenieur im Ausland und möchten auch ihre Kinder zu weltoffenen und toleranten Menschen erziehen.

Die Aufforderung, Unterrichtsmaterial mitzunehmen und unterwegs selbstständig zu lernen sowie mit der Schule in Kontakt zu bleiben, war die einzige Auflage, so dass mit der Ausarbeitung der Reisepläne begonnen werden konnte.

Die „Albatros“ wartete schon

Nach langer Suche im Internet war das familiäre Traumschiff, die „Albatros“, die in Pula ankerte, gefunden und gekauft. Parallel dazu absolvierten Carolin Grompe und Martin Benecke eine seemännische Ausbildung für das Führen von Segel- und Motorbooten und trainierten mit einem erfahrenen Skipper auf der Albatros.

„Im Herbst 2018 haben wir unseren Hof bei Ebay-Kleinanzeigen als Mietobjekt auf Zeit eingestellt“, erzählt Grompe. „Obwohl wir es gar nicht erwartet hatten, gab es schnell Interessenten. Letztendlich entschieden wir uns für ein junges Pärchen, das Lust hatte, ein Jahr auf dem Land zu verbringen. Dank diesem wissen wir unser Zuhause in sicheren Händen und auch unsere Katze wird nun wahrscheinlich besser umsorgt als vorher.“

Ende Juni wurde der Anker gelichtet

Nach getrennter Anreise mit Flugzeug und Auto, in dem sich die Ausrüstung befand, lichtete die Familie am 29. Juni in Pula endlich die Anker. Das große Abenteuer konnte beginnen.

Über Montenegro, Albanien und Griechenland führte die Fahrt die sechsköpfige Crew in die Türkei, wo sie derzeit wegen eines Motorschadens festsitzt. „Aber das ist eigentlich gar nicht so schlimm, denn nun genießen wir es, mal länger an einem Ort zu bleiben“, heißt es im aktuellen Bord-Bericht. Auch das Segel wird während der Zwangspause geflickt, so dass es in ein paar Tagen weitergehen kann.

Wer mehr darüber wissen will, was die Familie bisher erlebt hat, kann die Reise im Internet unter www.ernstiandfriends.de, sowie auf Instagram verfolgen

Von Uwe Klemens

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