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Teltow-Fläming Fanpost für Bettine von Arnim
Lokales Teltow-Fläming Fanpost für Bettine von Arnim
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15:46 19.11.2019
Wolfgang Bunzel, Olivia Franke und Blanche Kommerell (v.l.) sorgten für eine vergnügliche Mittagsstunde im Literaturhaus Berlin. Quelle: Karen Grunow
Wiepersdorf/Berlin

Einige Besucher müssen sogar stehen an diesem Montagmittag im Literaturhaus Berlin in Charlottenburg. Gemeinsam mit dem Freundeskreis Schloss Wiepersdorf ist ein Gespräch nebst Lesung zu Bettine von Arnim als anregende Mittagspausen-Option organisiert. Wolfgang Bunzel, Leiter der Brentano-Abteilung im Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main, hat kürzlich einen faszinierenden Briefwechsel herausgegeben: „Letzte Liebe. Das unbekannte Briefbuch“ versammelt die Anfang 1839 begonnenen Korrespondenzen der damals 53-jährigen Bettine von Arnim mit dem 32 Jahre jüngeren Studenten Julius Döring.

Schnell finden die beiden zum vertraulichen Du

„Zunächst mal ist es Fanpost“, sagt Bunzel über Dörings ersten Versuch, mit der berühmten Frau in Verbindung zu treten. Nur wenige Wochen bleiben dem jungen Mann noch in Berlin, bevor er vom Studium zurück ins kleine Wolmirstedt muss, um die von seinem strengen Vater für ihn vorgesehene Juristenlaufbahn einzuschlagen. Endlich also schreibt er der seit langem verehrten Schriftstellerin, tut dies so geschickt, auch indem er sich als genauer Leser ihres Buches „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“ offenbart, dass sie darauf eingeht und antwortet. Was sich da binnen kürzester Zeit zwischen den beiden entspinnt – das Du kommt schnell, Vertraulichkeit ist bald herauszulesen aus den ersten der insgesamt 97 Briefe – zeigt ungeheure Anziehung.

Gefühl und Anziehungskraft

Schauspielerin Blanche Kommerell versteht es wunderbar, den faszinierten Zuhörern im Literaturhaus Sinn und Hintersinn der liebevoll-zärtlichen Worte zu entdecken.

Wolfgang Bunzel erweist sich im intensiven Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Olivia Franke als herausragender Kenner der Brentano-Schwester Bettine von Arnim. Was Ingeborg Drewitz in ihrer in den 1960er-Jahren erschienenen Bettine-Biografie noch als „Hysterie der Wechseljahre“ schalt, nämlich die damals noch kaum beachtete zärtlich-erotische Liebe zu dem jungen Döring, wird durch Bunzels akribische Zusammenstellung und genaue Analyse zu einem besonderen Schlüssel zum Wesen jener Frau.

Ein Glücksmoment wird dieser mittägliche Ausflug in die Geistes- und vor allem auch Gefühlswelt Bettines, das betont hernach auch ganz begeistert Janika Gelinek, eine der beiden Leiterinnen des Literaturhauses. Unter den hochzufriedenen Besuchern sind nicht nur Mitglieder des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf e.V., auch ehemalige Stipendiaten und frühere Mitarbeiter des Künstlerhauses und Mitglieder der Familie von Arnim.

Weiterhin Veranstaltungen auch außerhalb Wiepersdorfs

Nicht nur der Freundeskreis ist derzeit immer wieder mal mit Veranstaltungen in Berlin oder Potsdam unterwegs, auch die neu gegründete Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf zeigt solcherart Präsenz. Und das soll auch nach der Wiedereröffnung des Schlosses im späten Frühjahr als Stipendiaten-Domizil so bleiben, deutet Annette Rupp, Gründungsbeauftragte der Kulturstiftung, am Rande der Veranstaltung an. Für das Bettine-und-Achim-von-Arnim-Museum im Schloss, das momentan wegen der laufenden Sanierungsarbeiten nicht zugänglich ist, gebe es derzeit einen „Denkprozess“, berichtet der Freundeskreis-Vorsitzende Norbert Baas. Auch die DDR-Zeit des von Arnimschen Anwesens soll künftig stärker integriert werden. Bisher kümmerte sich der Freundeskreis viel um das Museum, dessen künftige Trägerschaft aber noch nicht geklärt ist.

Von Karen Grunow

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