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Teltow-Fläming Tanz und Trunk bis zum Morgengrauen
Lokales Teltow-Fläming Tanz und Trunk bis zum Morgengrauen
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16:55 20.01.2019
Wer in Zellendorf eine Schnapsrunde ausgibt, wird zum Dank mal eben schnell zum Tresen getragen.
Wer in Zellendorf eine Schnapsrunde ausgibt, wird zum Dank mal eben schnell zum Tresen getragen. Quelle: foto: Isabelle Richter
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Zellendorf

 Wenn der Schnaps-Spender auf zwei starken Schultern zur Theke getragen wird, dann ist in Zellendorf wieder Fastnachtszeit. Schon am Freitag machten im Gasthaus „Zur Linde“ die älteren Herrschaften den Anfang. Am Samstagabend tanzte dann die Jugend zum Livegesang der Band „Dreiländer“ bis in die frühen Morgenstunden.

Mindestens der Discofox muss sitzen

Aufgefordert wurden die Gäste in diesem Jahr von den Platzmeistern Colin Kusatz und Daniel Krüger – beide 20 Jahre alt. Für die jungen Zellendorfer war es nicht das erste Mal, dass sie diesen Job übernehmen mussten. Inzwischen haben beide sogar richtig Gefallen daran gefunden. „Es macht einfach Spaß, weil es schon etwas Besonderes ist“, berichtet Daniel. Und auch Colin möchte die Tradition unbedingt aufrecht erhalten. Denn schon seine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern schwangen zur Fastnachtszeit das Tanzbein. „Für meine Uroma war es das Highlight, als ich ihr gesagt habe, dass ich Platzmeister bin“, erzählt Colin.

Um den Abend zu überstehen, sollte man als Platzmeister allerdings auch tanzen können und zumindest den Discofox sicher beherrschen. Während Daniel verrät: „Für mich ist es eher ’Learning by Doing’“, liegt Colin das Tanzen schon in den Genen. „Wir haben eine große Familie, da gab es bei Feiern immer Schlagermusik“, sagt der 20-Jährige und lacht.

Ein paar Tassen Kaffee als Bestechung  

Etwa bis um vier Uhr morgens wird in Zellendorf durchschnittlich gefeiert. Damals ging es für die Gäste dagegen meist schon gegen ein Uhr nachts nach Hause. Zur Kontrolle kam die Polizei. Allerdings erinnert sich Friedhelm Hildebrandt, dass ein paar Tässchen Kaffee für den Beamten die Feier durchaus etwas verlängern konnten. „Für mich ist das bestimmt schon die fünfzigste Fastnacht hier“, sagt der Inhaber des Gasthauses. Als kleiner Junge habe er bereits beim Gläser spülen geholfen.

Am Sonntag ging es für die Zellendorfer beim Zempern von Haustür zu Haustür. Quelle: Privat

Im Gegensatz zu vielen anderen Orten gibt es in Zellendorf noch das volle Programm. Zusätzlich zu Freitag und Sonnabend wurde am Sonntag ab 10 Uhr auch noch gezempert. Allerdings hinterlassen die drei Tage voller Action und wenig Schlaf am Ende auch ihre Spuren. „Die meisten nehmen danach erstmal frei“, weiß Friedhelm Hildebrandt. Daniel Krüger kann das bestätigen. Er hat sich vorsichtshalber gleich zwei Wochen Urlaub genommen. Colin Kusatz muss dagegen schon heute wieder los. So ganz glücklich ist er darüber aber nicht.

Von Isabelle Richter