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Teltow-Fläming Fernzug rauscht bei Jüterbog in Wildschweinrotte
Lokales Teltow-Fläming Fernzug rauscht bei Jüterbog in Wildschweinrotte
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15:33 18.01.2018
Die Feuerwehr trennte den Bahnräumer aus Stahl ab. Quelle: Feuerwehr Kloster Zinna
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Jüterbog

Das war kein schöner Anblick für die Feuerwehrleute aus Kloster Zinna: Von der Wildschweinrotte, in die ein russischer Fernzug am Mittwoch gegen 21.40 Uhr gerast war, blieb nicht viel erkennbares übrig. Bei Tempo 200 stieß die Lok der Deutschen Bahn mit den schweren Tieren zusammen.

Weder Fahrgäste noch Zugpersonal verletzt

Die Bahnstrecke von Berlin nach Jüterbog war nach dem Unfall über Stunden gesperrt, wie die Deutsche Bahn und die Feuerwehr Kloster Zinna mitteilen. Betroffen war der „Euronight 452“ von Moskau nach Paris. Verletzt wurde niemand – weder Fahrgäste noch Zugpersonal. Ein hinzugezogener Förster kümmerte sich um die verendeten Tiere.

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„Aufprall muss immens gewesen sein“

„Der Aufprall muss immens gewesen sein“, berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Matthias Müller. Deutlich wurde dies am verbogenen sogenannten Bahnräumer. Das massive Stahlteil vor den Rädern soll Hindernisse vom Gleis räumen und die Räder schützen. Doch der Räumer war derart verbogen, dass der Zug zunächst nicht weiterfahren konnte.

Arbeiten am Bahnräumer, der vom Unfall deformiert war. Quelle: Feuerwehr Kloster Zinna

Stahlteil mit Trennschleifer abgeschnitten

„Wir haben zunächst versucht, den Bahnräumer mit einem Spreizer zurecht zu biegen“, berichtet Einsatzleiter Matthias Müller. Doch das Gerät, das Autotüren aufbrechen kann, half in diesem Fall nicht. Daher wurde das Stahlteil mit einem Trennschleifer abgeschnitten. „So konnte der Zug langsam bis zum Bahnhof Jüterbog weiterfahren, damit dort die Lok ausgetauscht werden konnte“, sagt Müller.

Das Gleis war zum Schutz der Arbeiten für den Bahnverkehr gesperrt. „Wir hatten in diesem Fall Glück, dass wir gut an die Unfallstelle herankamen“, sagt Matthias Müller. Bei Vorfällen an Gleisen könne nicht immer mit den Fahrzeugen bis dicht herangefahren werden, um die schwere Technik vor Ort zu haben.

Die Feuerwer konnte die Unfallstelle gut erreichen. Quelle: Feuerwehr Kloster Zinna

15 weitere Züge hatten Verspätung

Nach Bahnangaben handelte es sich um einen Fernzug der Russischen Eisenbahn mit deutscher Lok. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt. Das Gleis war bis 23.15 Uhr gesperrt. Betroffen waren 15 weitere Züge mit einer Gesamtverspätung von 510 Minuten. Für die Feuerwehr war der Einsatz erst gegen 0.30 Uhr beendet.

Auf der Bahnstrecke durch Teltow-Fläming sind Wildunfälle häufig. Ein- bis zweimal pro Woche kämen sie vor, teilt Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation Berlin der Bahn auf MAZ-Anfrage mit.

Auch Matthias Müller kann sich an Einsätze dieser Art erinnern. Vor einem Jahr sei schon mal ein Zug in eine Wildschweinrotte gerast. Der Schaden war damals größer, berichtet der Feuerwehrmann aus Kloster Zinna.

Von Alexander Engels

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