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Teltow-Fläming Brandstiftung auf Militärgelände vermutet
Lokales Teltow-Fläming Brandstiftung auf Militärgelände vermutet
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07:53 22.04.2015
Der Brand auf dem alten Schießplatz stellte die Feuerwehr für große Probleme.
Der Brand auf dem alten Schießplatz stellte die Feuerwehr für große Probleme. Quelle: H.-Dieter Kunze
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Jüterbog

Der Brand auf dem alten Militärgelände bei Jüterbog hätte schlimme Folgen haben können. Das Gelände ist munitionsverseucht. Die Feuerwehr traute sich daher nicht in das brennende Gebiet. Erschreckend: Das Feuer könnte vorsätzlich gelegt worden sein. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Waldbrandgefahr in ganz Brandenburg steigt derweil immer weiter.

Das Feuer auf dem alten Schießplatz Jüterbog am Montagnachmittag war kein Einzelfall. Zu insgesamt fünf Bränden in der Gemeinde Niedergörsdorf kam es an diesem Tag, wie die MAZ am Dienstag erfuhr.

Die Feuerwehrleute hätten ein großes Risiko eingehen müssen

Der Waldbodenbrand am Montagnachmittag im Bereich des Löffelberges in der Nähe des Windparks bei Altes Lager (die MAZ berichtete) breitete sich von zunächst 20 auf etwa 60 Hektar aus. Ein Löscheinsatz war nicht möglich. Wegen explodierender Altmunition im Boden hätte Lebensgefahr für die Brandschützer bestanden. Zum Glück ließ der Wind nach, der Brand verlosch nachts von selbst. Die sieben Fahrzeuge der Feuerwehr wurden am Abend abgezogen. Polizeibeamte und der stellvertretende Kreisbrandmeister Tino Gausche sondierten das Areal von einem Hubschrauber aus.

Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Flugsicherung Bremen ein Überflugverbot im Bereich der Brandstelle verhängt, berichtete Jüterbogs Vizebürgermeister Joachim Wasmansdorff. In der Nacht zum Dienstag beobachteten Mitglieder der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg den Brand aus sicherer Entfernung. Dienstagfrüh wurde Entwarnung gegeben.

Auch ein anderes Militärgebiet brannte

Jüterbogs Vize-Feuerwehrchef Michael Rinderle sagte, dass sich das Konzept der Anlegung von Brandschutzstreifen um unzugängliche und durch Altmunition belastete Gebiete bewährt habe. So sollen bewohnte Gebiete vor dem Übergreifen der Flammen geschützt werden. Beim Flächenbrand am Löffelberg drangen die Flammen jedoch nicht bis zu den Schutzstreifen vor.

Betroffen war am Montag außerdem ein Bereich von einem Hektar am ehemaligen Militärflugplatz Altes Lager. 42 Kameraden der Feuerwehren von Niedergörsdorf, Oehna und Altes Lager rückten aus. Um 20 Uhr war das Feuer gelöscht. Vorsätzliche Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Waldbrandgefahr steigt

Noch ein Feuer in Altes Lager brach in der Nähe des Solarparks aus. Das Gelände ist ebenfalls munitionsbelastet. Die Feuerwehr ließ einen Bereich von drei Hektar kontrolliert abbrennen.

Zu einem weiteren Bodenbrand auf etwa 0,4 Hektar kam es an der Landesstraße 70 zwischen Sperenberg und Kummersdorf Gut. Kameraden der Wehren aus der Gemeinde Am Mellensee löschten das Feuer.

Mittlerweile gilt im Landkreis Teltow-Fläming die Waldbrandgefahrenstufe 4 von fünf. Deshalb sollte alles unterlassen werden, was zu einem Brand im Wald und der Feldflur führen könnte. Im Wald und auf Feldfluren gilt ein striktes Rauchverbot. Offene Feuer sind im Umkreis von 50 Metern absolut untersagt.

Von H.-Dieter Kunze

Info: Waldbrandwarnungen auf www.mlul.brandenburg.de

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