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Teltow-Fläming Flüchtlinge erproben berufliche Fähigkeiten
Lokales Teltow-Fläming Flüchtlinge erproben berufliche Fähigkeiten
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00:31 16.10.2015
Edwin (l.) und Zahir arbeiten in der Fahrradwerkstatt der Kreishandwerkerschaft. Sie wollen bald Bauberufe erlernen. Quelle: Martina Burghardt
Jüterbog

Fachmännisch fädelt Edwin (37 Jahre) die Fahrradkette auf. Zahir (26) hat gerade ein Kinderrad repariert. Die jungen Männer leben im Übergangswohnheim Waldauer Weg in Jüterbog, Edwin seit einem Jahr, Zahir seit zwei Monaten. Die Fahrradreparaturwerkstatt bei der Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming geht auf eine Initiative des Runden Tisches Asyl zurück.

Von dort aus war der Aufruf gestartet worden, Fahrräder zu spenden. Fast 40 Räder sind bis jetzt zusammengekommen. Die Flüchtlinge reparieren sie selbst und können sie mitnehmen. Einzige Bedingung: Sie müssen ein Schloss besitzen. In der Regel findet sich auch jemand, der ihnen die Verkehrsregeln erklärt. Spenden sind nach wie vor gefragt, denn es müssen ja auch Ersatzteile beschafft werden.

Allerdings ist das eigene Fahrrad nicht der Hauptgrund dafür, dass Edwin und Zahir regelmäßig bei der Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming sind. Denn sie bereiten sich auf den Einstieg ins Berufsleben vor. Edwin will als Maurer auf dem Bau arbeiten, Zahir als Fliesenleger. Im Lehrbauhof haben sie die Möglichkeit zu üben. Das von der Diakonie getragene Projekt „Brandenburg – Deine Chance“, das von der Bundesregierung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird, macht das möglich. Geld bekommen die Flüchtlinge für ihre Arbeit nicht.

Ansprechpartner

„Flüchtlingshilfe Jüterbog“: Mechthild Falk, 03 37 32/5 00 87, Bernhard Gutsche, bernhardgutsche@gmx.de, Claudia Gröhn, cg@buch-auslese.de.

Asyl – neue Nachbarn“ (Helfer für Flüchtlingsunterkunft am Quellenhof): Susanne Hennrich: 03 37 46/7 22 71.

„Welcome-Team“ Altes Lager und Niedergörsdorf: Ines Fürstenau-Ellerbrock,  03 37 41/7 22 35.

Die Teilnahme an den Schnupperkursen, die zunächst stundenweise und später idealerweise acht Stunden am Tag stattfinden, ist freiwillig und maximal für eine Dauer von 18 Monaten möglich. Lehrmeister Ralf Matzke und Sozialpädagogin Brita Krüger betreuen die Flüchtlinge, die ihre beruflichen Fähigkeiten erproben möchten, und zwar für alles, was auf dem Bau gebraucht wird, außerdem fürs Malern, für Holzbearbeitung, Garten- und Landschaftsbau sowie Metallbearbeitung. Beim Ausbildungsverbund in Teltow und beim Diakonischen Werk Teltow-Fläming gibt es weitere Möglichkeiten.

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„Ziel ist es, den Ausländern einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildung zu vermitteln“, sagt Ralf Matzke. Firmen aus der Region sind schon interessiert. Der nächste Schritt nach dem Kurs bei der Kreishandwerkerschaft wäre ein Praktikum, doch dafür fehlen den meisten Flüchtlingen noch grundlegende Sprachkenntnisse.

Edwin und Zahir können wie die meisten Flüchtlinge keine Nachweise über Schulabschlüsse oder Ausbildungen vorlegen. Immerhin werden ihnen schon jetzt Ausdauer und Zuverlässigkeit bescheinigt – keine Selbstverständlichkeit. Edwin hat als kleine Anerkennung Arbeitsbekleidung bekommen.

Von Martina Burghardt

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