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Teltow-Fläming Integration in beide Richtungen
Lokales Teltow-Fläming Integration in beide Richtungen
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17:27 01.04.2019
Blick auf das Weideland von Jürgen Körners Schäferei. Quelle: privat
Jüterbog/Wahlsdorf

Fast wie zuhause fühlten sich einige der neun geflüchteten Frauen beim Besuch der Schäferei am Rande von Jüterbog. Sie nehmen an einem neuen Projekt der Flüchtlingshilfe Jüterbog teil, einem Kreativkurs für Frauen aus verschiedenen Ländern. Dabei geht es um das gemeinsame Erlernen textiler Techniken und gegenseitiges Kennenlernen verschiedener Handwerke.

Zu Besuch beim Schäfer

Zum Auftakt dieses Workshops besuchten die Teilnehmerinnen den Schäfer Jürgen Körner aus Borgisdorf, und besuchten seinen „Mutter-Kind-Stall“ in einem ehemaligen Hangar. Dort informierten sie sich über dessen Schafzucht, erfuhren beispielsweise, dass er 2000 Schafe in mehreren Herden betreut und mit diesen auch Landschaftspflege betreibt. Und zwar mit einer Rasse, die für die hiesigen kargen Böden gut geeignet ist.

Schäfer Jürgen Körner fachsimpelt mit seinen Besucherinnen über die Wolle seiner Schafe. Quelle: privat

Beeindruckt zeigten sich die Frauen, wie die Hunde die Herden betreuen. Nebenbei tauschten sie sich über Schafzucht und Wollverarbeitung in ihren Heimatländern aus und hatten zum Teil Fotos von ihren Familien dabei, die auch mit Schafen zu tun haben und zeigten sie dem Schäfer, den sie mit Fragen löcherten.

Wolle als Bio-Dünger und Naturheilmittel

Ziemlich schockiert waren sie, als sie erfuhren, dass der Schäfer so gut wie keine Abnehmer für seine Wolle mehr findet. Da nahmen sich manche gern einen Beutel Wolle mit zum Beispiel als Bio-Dünger für Tomatenpflanzen oder als Naturheilmittel bei Ohrenschmerzen.

Was aber die eigentliche Verwendung der Wolle betrifft, so sollen die neun Teilnehmerinnen aus Syrien, Iran, Afghanistan, Kenia und Eritrea gemeinsam mit drei Bewohnerinnen aus Wahlsdorf und drei Betreuerinnen von der Flüchtlingshilfe Jüterbog in der Kreativ- und Patchworkbude Wahlsdorf den Umgang mit Wolle und anderen Textilien lernen. Bis zum Ende des Jahres ist für jeden Monat ein dreistündiger Kurs anberaumt, um dort das Filzen, Sticken, Quilten, Spinnen und Nähen mit einer Nähmaschine zu erlernen.

Erfahrungen teilen und voneinander lernen

Ganz nebenbei soll das Knüpfen und Festigen von sozialen Kontakten erreicht werden. „Das wird den Spracherwerb fördern“, hofft Pfarrerin Mechthild Falk von der Flüchtlingshilfe. „In fröhlichem, freundlichem und respektvollem Umgang untereinander können die Teilnehmerinnen ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen.“

Keine Einbahnstraße

Dabei soll Integration keine Einbahnstraße sein, sagt Mechthild Falk, weil bei den deutschen Teilnehmerinnen Berührungsängste und Ressentiments gegenüber Migranten abgebaut werden sollen. Das Ziel sei also, die Integration in beide Richtungen zu befördern. Deshalb wird dieses Projekt auch gefördert von einem Programm der Landesintegrationsbeauftragten für spezifische Angebote zur Integration von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund.

Was die integrative Kraft der Schafzucht betrifft, so ist Schäfer Körner schon ein paar Schritte weiter. Er beschäftigt seit fast drei Jahren einen Mitarbeiter aus Kamerun.

Von Hartmut F. Reck

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