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Teltow-Fläming Rundgang auf der Baustelle der L76
Lokales Teltow-Fläming Rundgang auf der Baustelle der L76
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05:39 28.10.2014
Spätestens Anfang Dezember soll die L76 bei Mahlow fertig sein. Dann ist man in rund 30 Minuten von Potsdam am Flughafen in Schönefeld. Quelle: Zielke
Mahlow

Mark Schönborn streckt die Nase in die Herbstsonne und schließt die Augen. "Ja, ich bin zufrieden. Wir haben gut was geschafft", sagt er, während er von der Brücke bei Mahlow auf die Baustelle der L76 blickt. Seit 2001 ist der Bauingenieur vom Landesbetrieb Straßenwesen für den vierspurigen Ausbau der Landesstraße zuständig. Jetzt, wo das letzte Teilstück der Verbindung zwischen Potsdam und dem künftigen Flughafen BER kurz vor der Fertigstellung ist, kann er auch mal das Panorama genießen.

Spätestens Anfang Dezember soll die L76 bei Mahlow fertig sein. Dann ist man in rund 30 Minuten von Potsdam am Flughafen in Schönefeld. Quelle: Zielke

Sorge um den Lärm

Ende November oder Anfang Dezember soll das letzte Teilstück in Betrieb gehen. "Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Bürger", sagt Mark Schönborn und lacht. Wenn er zu Besuch auf der Baustelle ist, sieht er den Verkehr, der sich über die kurvige Landstraße und das Mahlower Dorf quält. "Für die Leute dort wird es dann deutlich ruhiger", sagt er. Er weiß auch, dass die Vorfreude nicht bei allen Mahlowern gleich groß ist. Nördlich der neuen Trasse, in Waldblick, fürchtet man den zunehmenden Lärm. Dort gibt es keine Lärmschutzwand. "Nach unseren Berechnungen ist das nicht nötig", sagt Schönborn. Die Abstände zwischen Straße und Häusern seien groß genug. Zwischen berechnetem Lärm und der Realität liegen manchmal Welten und viel subjektives Empfinden. In ein paar Wochen wird man mehr wissen. Noch herrscht Ruhe.

Von Potsdam zum BER

  • Am 23. September 2011 war Spatenstich für das letzte Teilstück der L76 bei Mahlow. Die Schnellstraße verbindet die Landeshauptstadt Potsdam mit dem künftigen Flughafen BER.
  • Gebaut wurden rund 2,2 Kilometer Asphaltstraße, zwei Brücken, Amphibientunnel und Schutzwände für Wildtiere und Fledermäuse. 200 Meter Boden mussten ausgetauscht werden.
  • Die Baukosten für das Teilstück liegen bei rund sechs Millionen Euro.
  • Nach der Inbetriebnahme geht die alte Straße ins Eigentum des Kreises Teltow-Fläming und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow über.

Schutz vor querendem Wild

Die großen Baumaschinen sind weg, die Brücken stehen, der Asphalt liegt. Auch ökologisch ist die neue Straße absolut korrekt. Kröten und andere Amphibien, die hinter dem Seebad leben, werden durch zwei kleine Durchlässe geleitet. Eine Überflughilfe, die aussieht wie eine Lärmschutzwand, lenkt Fledermäuse in ausreichende Höhen, so dass sie nicht an einer Lkw-Windschutzscheibe landen. Für die größeren Wildtiere wurde ein eigener Tunnel gebaut. Damit sich Mensch und Tier möglichst nicht in die Quere kommen, werden auf der kompletten Länge von mehr als zwei Kilometern Zäune aufgestellt, die Rehe oder Wildschweine unter die Brücke locken sollen. Auf dem bereits fertiggestellten Teilstück Richtung Großbeeren habe sich das bewährt, sagt Schönborn. Dort sei die Zahl der Wildunfälle stark zurückgegangen, obwohl der Verkehr mit bis zu Tempo 120 über die Bahn donnert.

Mark Schönborn zieht als Bauingenieur ein erstes Fazit. Quelle: Zielke

Keine nennenswerten Komplikationen beim Bauen

So schnell dürfen die Autofahrer künftig auch auf dem neuen Stück zwischen Lichtenrader Straße und der Birkholzer Kreuzung fahren. Damit es bei Regen kein Aquaplaning gibt, bauen Hartmut Meier und Karsten Mendeler den sogenannten Gossenstreifen ein. Dort wird das Wasser am Fahrbahnrand in die Gullis geleitet. Weil dieser Streifen besonders wichtig ist, wird er nicht von der Maschine gebaut sondern von Menschenhand. Meier stampft den mehr als 200 Grad heißen Asphalt fest, sein Kollege Mendeler streut Kies.

Auch wenn die Baustelle ein bisschen dem Zeitplan hinterherhinkt, ist Mark Schönborn mit dem Verlauf der vergangenen drei Jahre zufrieden. "Größere Komplikationen gab es nicht", sagt er. In der Erde lauerten keine bösen Überraschungen, auch größere Diebstähle von der Baustelle blieben aus. "Es gab ein paar Sachbeschädigungen und immer wieder wurde Diesel abgezapft", sagt Schönborn. Das sei mittlerweile leider normal. Zwei Jahre wird ihn die L76 noch beschäftigen: Restarbeiten, Abrechnung, Gewährleistungsarbeiten. Welches Riesenprojekt er dann übernimmt, weiß er nicht.

Von Christian Zielke

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