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Teltow-Fläming Friede, Freude, Crêpes
Lokales Teltow-Fläming Friede, Freude, Crêpes
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00:22 24.04.2018
Die sächsische Infanterie zieht am Ende den Kürzeren. Quelle: Hartmut F. Reck
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Großbeeren

Die Sonne strahlte anders als vor 200 Jahren, als sich vorwiegend Preußen und Sachsen auf dem Großbeerener Mühlenberg gegenseitig mit Gewehrkolben totschlugen, weil der Dauerregen, die sogenannte „Sonne von Beeren“, das Schießpulver feucht und somit unbrauchbar werden ließ. Dafür knallte es an diesem Samstag umso mehr aus den Vorderladern der historischen Truppen, die zum runden Jubiläum in großer Zahl anmarschiert waren.

So konnte die historisch bedeutende Schlacht, bei der die Preußen mit ihren russischen und schwedischen Waffenbrüdern die napoleonischen Truppen bei ihrem Vormarsch auf Berlin stoppen konnten, auch noch beeindruckender nachgestellt werden. Verletzt wurde niemand, wer hinfiel, tat nur so, als ob er angeschossen worden sei, nur der Kriegsberichterstatter musste unter Androhung von Waffengewalt vom Schlachtfeld verjagt werden.

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Tausende Schaulustige drängelten sich an den Absperrungen rund um den Gefechtsacker, atmeten den Pulverdampf, der hundertfach aus den Gewehr- und Kanonenläufen drang, und hielten sich die Ohren zu.

Großbeeren, 24.08.2013 - In Großbeeren (Teltow-Fläming) herrschte am Sonnabend Krieg: Hier wurde die historische Schlacht nachgestellt, in der vor 200 Jahren die Preußen und ihre Verbündeten den Vormarsch Napoleons auf Berlin stoppten. Tausende Schaulustige wohnten dem Spektakel bei und ließen es sich mit französischen Spezialitäten gutgehen.

Anschließend marschierten die in historischen Uniformen gekleideten Soldatendarsteller, von denen die wenigsten noch im wehrfähigen Alter sind, zurück zu ihrem Biwak am Küsterteich, wo ihre Zelte aufgeschlagen waren. Eine Abordnung ging zum Obelisken hinter der Schinkelkirche, den König Friedrich Wilhelm III. zu Ehren der preußischen Gefallenen hat errichten lassen. Er wurde inzwischen anlässlich des 200. Jahrestages wieder restauriert. Dort legten die historischen Truppen Kränze nieder. Aber auch aktive Soldaten in modernen Kampfanzügen waren gekommen, um das kriegerische Schauspiel zu verfolgen. Es waren Offiziere und Unteroffiziere des Panzerbataillons 203 aus Augustdorf in Westfalen, genannt „Die Hacketäuer“. Bei der Erforschung des Ursprungs ihres Bataillons stellten sie fest, dass hier in Großbeeren ihre Wurzeln lagen. Es war das 4. ostpreußische Reserveinfanteriebataillon, das am 1. Juli 1813 aufgestellt wurde und am 23. August des Jahres seinen ersten Kampfeinsatz bei der Schlacht von Großbeeren hatte.

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Dirk Franke war mit 30 Offizieren und Unteroffizieren in den vergangenen Tagen in der Gegend unterwegs und hatte alle Orte und Erinnerungsstätten aufgesucht, wo im Vorfeld der Großbeerener Schlacht Gefechte stattgefunden hatten.

Ein weiterer Gedenkstein wurde am Samstag neben der Kirche eingeweiht. Er erinnert an die in der Schlacht gefallenen Sachsen, die mit Napoleon verbündet waren und für die Franzosen ihren Kopf hinhalten mussten. Derweil freute man sich auf dem Kirchengelände hinter dem Pfarrhaus und an der Dorfaue des nun 68 Jahre andauernden Friedens zwischen den einst ewigen Erbfeinden Frankreich und Deutschland. Zur Erinnerung an den 50. Jahrestag des Elisée-Vertrages hatte der Kulturverein Großbeeren ein kulturelles und kulinarisches Programm zusammengestellt mit französischen Spezialitäten wie Crêpes und Baguettes, französischen Lamm- und Rindswürstchen und Wein aus der Gascogne.

Von Hartmut F. Reck

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