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Teltow-Fläming Frohe Botschaft aus der St. Nikolaikirche Kirche
Lokales Teltow-Fläming Frohe Botschaft aus der St. Nikolaikirche Kirche
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14:29 12.12.2016
Voller Einsatz aller Beteiligter bei der Aufführung des Weihnachtsoratoriums in der Jüterboger St. Nikolaikirche. Quelle: Iris Krüger
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Jüterbog

Der 3. Advent stand in Jüterbog ganz im Zeichen des Weihnachtsoratoriums. Zur Aufführung dieses Werkes von Johann Sebastian Bach (Kantaten 1-3) wurde am Samstagabend in die St. Nikolaikirche Jüterbog geladen. Dieses war, wie schon die Veranstaltungen in den Jahren zuvor, an einen karitativen Zweck gebunden.

Hoffnung geben

„Wenn es in der Welt brennt, dann machen wir ein Konzert“, begrüßte der Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried die zahlreichen Besucher. „Die zentrale Botschaft des Weihnachtsoratoriums dreht sich um die Geburt Jesu und die damit verbundene Hoffnung für die Welt. Wir verstehen das als praktische Aufforderung, ein wenig dieser Hoffnung in die Welt zu tragen und Menschen in Krisengebieten zu helfen“, sagte Seifried im Vorfeld des Konzertes. „Wir hatten bereits für die Opfer der Erdbeben sowie des Tsunamis gesammelt. 2015 drehte sich unsere Spendenaktion um die Menschen, die auf der Flucht nach Europa ertrunken waren. Dank der Spendenbereitschaft der Konzertbesucher brachten unsere bisherigen Benefizaktionen immer Ergebnisse im vierstelligen Bereich“, berichtete Seifried. Auch diesmal habe man es wieder nicht ausgehalten nichts zu tun und nur zuzugucken. „Daher singen wir heute nur mit einem Ziel: den Flüchtlingskindern in Aleppo zu helfen, die dringend Wasser und Decken benötigen.“ Das sei sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber dennoch eine Unterstützung für die Schwächsten. „Darum bitten alle Mitwirkenden sehr herzlich um eine Ausgangsspende für den genau definierten Zweck der Unicef. Lasst uns die Weihnachtsbotschaft nicht einfach singen, lasst sie uns die Augen weiten zum Blick auf das Ziel der Texte und der Musik und lasst uns die Welt ein kleines bisschen heller machen mit der Spende“, sagte Seifried.

Guter Zweck der Spende

„Einen derartigen Zweck für eine Spendensammlung finde ich gut und unterstütze das gern“, sagte Gabriele Denis aus Berlin. Die 60-Jährige war über das Adventswochenende zu Gast bei Freunden in Schlenzer. „Von ihnen wurde ich auf das Konzert aufmerksam gemacht. Das war für mich auch eine gute Gelegenheit, die Jüterboger Kirche kennenzulernen, die sehr beeindruckend ist.“ Gemeinsam mit den anderen Besuchern stimmte sie zum Auftakt des Abends „Tochter Zion, freue dich“ von Händel an. Anschließend gaben sich die Gäste dem Genuss des Weihnachtsoratoriums hin, das von der Kantorei St. Nikolai mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg sowie drei Solisten aufgeführt wurde.

Die Kantorei Jüterbog, der gemischte Chor der St. Nikolaigemeinde Jüterbog, hat etwa 45 aktive Sängerinnen und Sänger und probt mittwochs im Gemeindezentrum der St. Nikolaigemeinde. Die Tradition der evangelischen Kantoreien an den Stadtkirchen ist eng verknüpft mit der Reformation. Im 16. Jahrhundert – maßgeblich geprägt durch die Vorbilder in Torgau und Wittenberg – bildeten sich Kantoreien zur Gestaltung der Gottesdienste. Im 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts wuchsen diese zu großen Stadtchören zur Aufführung der Oratorien von Komponisten wie Bach, Händel und Mendelssohn. Die Kantorei Jüterbog weiß sich diesem Erbe verpflichtet und pflegt es. Dazu kommen viele neue Aufgaben der Gottesdienstgestaltung, Taizé-Andachten und vieles mehr.

Von Iris Krüger