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Teltow-Fläming 50 Drachenflieger beim Auftakt in Altes Lager
Lokales Teltow-Fläming 50 Drachenflieger beim Auftakt in Altes Lager
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10:28 07.08.2018
Einer der flexiblen Drachen kurz vor Startbeginn. Quelle: Isabelle Richter
Altes Lager

Frei durch die Luft gleiten wie ein Vogel – Drachenflieger können dieses Gefühl wohl am ehesten nachempfinden. Am Montag startete auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Altes Lager der internationale Wettkampf „German Flatlands“ und die nord- und ostdeutschen Landesmeisterschaften im Drachenfliegen.

Über insgesamt fünf Flugtage wird der Wettkampf in dieser Kategorie vom Drachenfliegerclub Berlin (DCB) ausgetragen. Voraussichtlich am Samstag folgt dann die Siegerehrung für die Teilnehmer, bevor es in der kommenden Woche mit den Gleitschirmfliegern weitergeht.

Erste Aufgabe: Eine 80 Kilometer lange Strecke

Zur ersten Task – einer Tagesaufgabe, die die Piloten täglich beim morgendlichen Briefing gestellt bekommen – machten sich am Montagmittag 33 flexible Drachen sowie 17 Starrflügler auf den Weg in etwa 1500 Meter Höhe.

Mit Hilfe der motorisierten Flieger wurden die Wettkampfteilnehmer zunächst in die Luft gezogen. Quelle: Isabelle Richter

Oben angekommen erwartete die Drachenflieger eine rund 80 Kilometer lange Strecke mit dem ersten Wendepunkt in Wahlsdorf, weiter bis Euper, einem Ortsteil von Wittenberg und wieder zurück nach Altes Lager. „Etwa drei Stunden“, so Schiedsrichter Ronny Schmidt, seien die Piloten auf der Strecke unterwegs.

GPS-Gerät bestimmt die Schiedsrichterwertung

Je nach den Bedingungen können die Piloten mitunter eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu 100 Kilometer pro Stunde mit den Starrflüglern und bis zu 70 Kilometer pro Stunde mit den flexiblen Drachen erreichen. Im Durchschnitt beträgt die Fluggeschwindigkeit jedoch 15 bis 20 Kilometer pro Stunde.

Hintergrund

Die German Flatlands gibt es bereits seit dem Jahr 2001.

Der Wettkampf wird vom Drachenflieger Club Berlin (DCB) organisiert. Rund 30 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz.

Der internationale Wettkampf findet alle zwei Jahre abwechselnd mit den German Open auf dem Flugplatz in Altes Lager statt.

Die Drachenflieger machen in diesem Jahr vom 6. bis zum 11. August den Anfang. Ab dem 13. bis zum 18. August stellen dann die Gleitschirmflieger ihr Können unter Beweis. Für Sie läuft der Wettkampf ähnlich wie bei den Drachenfliegern ab.

Erwartet werden auch hier rund 50 Teilnehmer.

Zuschauer sind gern willkommen.

Ein GPS-Gerät, welches jeder Drachenflieger mit sich trägt, zeichnet während der sogenannten Tasks die Flugdaten der einzelnen Wettkampfteilnehmer auf. Am Ende der Tagesaufgabe werden die Daten dann von Schiedsrichter Ronny Schmidt ausgewertet und mit Punkten benotet.

Ziel ist es die festgelegte Strecke mit allen Wendepunkten abzufliegen und dabei der schnellste zu sein. Wer am Ende der fünf Flugtage die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt einen Pokal und kann sich mit der erfolgreichen Teilnahme zusätzlich für weitere internationale Wettbewerbe qualifizieren.

Keine sichtbaren Anzeichen für Thermik

Zu den Favoriten zählen in diesem Jahr unter anderem die Drachenflieger aus dem tschechischen WM-Team oder der erfahrene Pilot Alexander Höll aus Österreich. Wegen der aktuellen Witterungsbedingungen erklärt Ronny Schmidt jedoch: „Dieses Jahr ist es sehr schwierig. Die Thermik ist sehr flächig.“

Dadurch, dass derzeit so gut wie keine Wolken am Himmel zu finden sind, wird auch die Suche nach den sogenannten Thermikpunkten schwieriger. Diese bescheren den Piloten nämlich den nötigen Aufwind, um die Kilometer lange Strecke bis zum Ziel durchzuhalten.

Eine Kombination aus Fliegen und Sport

Für Martin van Helden ist das jedoch kein Grund zur Aufregung. Der 56-jährige Niederländer fliegt bereits seit über 30 Jahren mit dem flexiblen Drachen durch die Luft. Für ihn sei der Start inzwischen zu einer ganz normalen Routine geworden.

Helfer und Pilot beim letzten Check, bevor es mit dem Flieger zum start ging. Quelle: Isabelle Richter

„Für mich ist es eine gute Kombination aus Fliegen und Sport“, sagt Martin van Helden über das Drachenfliegen. Allein durch Gewichtsverlagerung kann er seinen flexiblen Drachen steuern. Das persönliche Ziel des Niederländers ist es, bei dem Wettkampf unter die ersten Zehn zu kommen.

Einmalige Begegnungen mit der Natur

Ein echter Fan des motorlosen Luftsportgerätes ist auch Volkmar Kienöl. Der 59-Jährige wohnt direkt am Flugplatz in Altes Lager und tritt bei den German Flatlands mit seinem Starrflügler an. „Es hat mich schon immer fasziniert, dass es eine Flugart gibt, die dem Vogelflug ähnelt“, berichtet er.

Die Begegnungen mit zwei Störchen auf dem Weg nach Cottbus oder mit einem Adler in den Alpen zählen zu seinen bisherigen Höhepunkten. Zudem genießt Volkmar Kienöl den Erfolgsmoment, wenn er eine Flugstrecke ganz nach Plan absolviert hat.

Immer mehr Frauen lernen Fliegen

Auch für Frauen wird das Drachenfliegen zunehmend interessanter. Vier der insgesamt 50 Piloten bei den German Flatlands in Altes Lager sind weiblich – darunter auch Katharina Dressel. Die 48-Jährige fing im Jahr 2008 bei der Flugschule „Fly MagicM“ in Altes Lager mit dem Flugsport an. Ihr Mann – ebenfalls Drachenflieger – hatte sie damals dafür begeistert.

Katharina Dressel freut sich über den weiblichen Zuwachs in der einstigen Männerdomäne. In der Flugschule gebe es immer mehr Frauen, die das Drachenfliegen erlernen wollen. „Inzwischen bauen auch die Hersteller kleinere Drachen. Früher mussten die Frauen noch mit einer Männerausrüstung fliegen“, berichtet die 48-Jährige.

Vielleicht springt am Ende der Woche sogar ein Platz auf dem Treppchen für die Frauen heraus. Fluglehrerin und Wettkampfhelferin Ines Zießau berichtet jedenfalls: „Es gibt viele Mädels, die eine gute Technik haben und auch mit wenig Kraft sehr sauber fliegen.“

Von Isabelle Richter

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