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Teltow-Fläming Geschichte zum Anfassen
Lokales Teltow-Fläming Geschichte zum Anfassen
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14:44 21.03.2018
Deutsche, vor allem aus Hamburg und Norddeutschland, kämpfen im französischen 127. Regiment de Ligne gegen die Preußen. Quelle: Gudrun Ott
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Großbeeren

Dieses Dorfauenfest hat der Kulturverein Großbeeren gemeinsam mit dem Förderverein der freiwilligen Feuerwehr organisiert. „Wir sind Teil des Siegesfestes und für unsere Bevölkerung bewusst in die Dorfmitte gegangen“, sagt der Vorsitzende des Kulturvereins, Lothar Matthies. „Hier sollen sich die wohlfühlen, die nicht jedes Jahr das Schlachtengetümmel am Windmühlenberg erleben wollen. Wir bieten Live-Musik, Zwiebelkuchen, Käse, Wein und gemütliche Atmosphäre.“ Die Einnahmen kommen dem Kulturverein zugute.

Die preußischen Verteidiger schießen bei der Schlachtnachstellung mit ihren Kanonen. Dies war eine der vielen Attraktionen beim Siegesfest in Großbeeren. Quelle: Gudrun Ott

Nachgestellte Schlachten

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Dass gerade ältere Menschen aus der Region, die die nachgestellten Szenen der Befreiungsschlacht schon viele Male gesehen haben, ein Ruheplätzchen suchen, meint auch Wolfgang Wende. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr und betreute den Grillstand. Die Kirchengemeinde, seit Jahren mit Kuchen- und Trödelstand vor Ort vertreten, spendet ihren Erlös für ein bosnisches Hilfsprojekt. Eine Prise französisches Flair verliehen dem Dorfauenfest der französische Weinhändler Bruno Gibard und sein Freund Francois Ballue. Zwar sei die Schlacht um Großbeeren eine sehr negative deutsch-französische Begegnung gewesen, aber jetzt sei man doch auf gutem Wege, sagt Gibard und Ballue ergänzt: „Die Deutschen sind sehr präzis, wir schweben mehr in den Wolken. Machen wir gemeinsam das Beste daraus und lernen aus der Geschichte.“

Viele Vereine aus dem Ort dabei

„Wenn man aus der Geschichte lernen würde, wären heute keine deutschen Soldaten im Ausland“, Thomas Leschner klingt bitter. Er besitzt das Erlebnisgasthaus „Zum Grenadier“ im Schloss Wolkenstein im Erzgebirge, ein eigenes Museum und steht seit 23 Jahren „im Dienst des sächsischen Königs“, wie er sein Hobby nennt. In Großbeeren kommandierte er als Feldwebel eine Korporalschaft.

„Wir arbeiten Geschichte auf“, sagt auch Marius Franke. Er ist Korporal Fourier und für alle Schreibdienste in der Kompanie zuständig. Der Norddeutsche gehört zur Interessengemeinschaft der „127. de Ligne“. Das war ein französisches Regiment, das aus Deutschen, vor allem aus Hamburgern, bestand. Die Hansestädte Hamburg und Lübeck wurden 1806 von den Franzosen besetzt und waren noch ein Jahr nach der Völkerschlacht bei Leipzig und der Niederlage Napoleons unter französischer Herrschaft. Erst im April 1814 trat Napoleon zurück und einen Monat später verließen Napoleons Truppen Hamburg. Marius Franke ist Wehrdienstverweigerer und hat zehn Jahre im Katastrophenschutz gearbeitet. Mit Kriegsspielen habe er wirklich nichts am Hut, sagt er, aber historische Vorgänge sinnlich nachvollziehbar zu gestalten, ist auch ihm wichtig. Zu den in Großbeeren ortsansässigen Vereinen, die beim Siegesfest selbstverständlich dabei sind, gehören die „Kurmärkische Landwehr“ und die „6 Pfündige Fußbatterie Nr.16 der Brandenburgischen Artilleriebrigade 1813 (von Spreuth)“.

Von Gudrun Ott

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