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Teltow-Fläming Granaten im Wald bei Baruth gefunden
Lokales Teltow-Fläming Granaten im Wald bei Baruth gefunden
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09:41 10.10.2019
Gefunden bei Waldarbeiten: Die noch nicht genutzte Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Quelle: Udo Böhlefeld
Baruth

Zum wiederholten Male hat Waldbesitzer Erhard Nickisch vor kurzem Munition aus dem Zweiten Weltkrieg bei Arbeiten im Wald bei Baruth gefunden. Die Panzergranate steckte beim Fund wie ein Pilz aus dem Boden und war noch nicht genutzt.

Immer wieder stoßen Nickisch oder einer seiner Beschäftigten auf derart brisante Funde. Erst im vergangenen Jahr waren sie auf zwei Granaten gestoßen, nicht weit entfernt davon steckten Gewehre mit dem Lauf nach unten im Boden. Bislang haben sie nahezu alljährlich Granaten und Kartuschen gefunden. Material, dass die Wehrmacht bei ihrem Rückzug über die Förstereien Massow und Wunder zurück gelassen hat. Und das jetzt, mehr als 70 Jahre später, durch die Trockenheit und die Bodenerosion allmählich an die Oberflächen kommt.

Kampfmittelräumdienst schätzt Gefahr als gering ein

Die Gefahr, das jetzt im Herbst die Pilzsammler auf eine der Granaten stoßen und dabei zu Schaden kommen, schätzt der Kampfmittelräumdienst aus Wünsdorf allerdings als vergleichsweise gering ein.

Mal findet Erhard Nickisch Gewehre, die mit dem Lauf im Boden stecken, mal Panzergranaten. Kommt es in den unberäumten Gebieten zu Waldbränden, kann die Feuerwehr nichts tun, um die Brände zu löschen. Quelle: Udo Böhlefeld

Für Waldbesitzer Erhard Nickisch, der den Bereich 2004 übernommen und seitdem bewirtschaftet hat, liegt in den immer wieder auftretenden Munitionsfunden jedoch eine wirtschaftliche Gefahr. Kommt es, wie in den letzten beiden Jahren infolge zu großer Trockenheit zu Waldbränden, kann die Feuerwehr nicht wirklich helfen. Sie darf die Waldgebiete wegen der Explosionsgefahr nicht betreten, die für derartige Funde bekannt sind, und kann die entsprechenden Waldflächen nur „kontrolliert“ abbrennen lassen.

Versicherung ersetzt Brandschäden

Selbst wenn die Versicherungen greifen, sind in diesen Fällen und je nach Baumart 70 bis 100 Jahre Wachstum und Pflege hinfällig. Angesichts der Tatsache, dass Schädlinge und anhaltende Trockenheit in den vergangenen Jahren dem Wald irreparable Schäden zugefügt haben, findet Nickisch, dass endlich etwas geschehen müsse. Seit der Übernahme im Jahr 2004 seien immer wieder Munition und halbe Waffenlager gefunden worden, dennoch sei nichts weiter unternommen worden. Und das gelte nicht allein für seine rund 50 Hektar an Wald, sondern für tausende Hektar in der ganzen Region.

Dabei liegen die Probleme nicht allein in Punkto Holzwirtschaft auf der Hand, auch der Tourismus ist betroffen. So führen oft Rad- und Wanderwege durch Regionen im Süden Berlins, die nicht systematisch von Kampfmitteln beräumt wurden, und in denen das Verlassen der Wege gefährlich werden kann.

Die Fundstelle der Granate in diesem Fall liegt unweit des Wanderweges Baruther Linie – durchaus beliebt bei Fuß- und Radwanderern.

Von Udo Böhlefeld

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