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Teltow-Fläming Bronzezeit-Funde verzögern Eigenheim-Bauten
Lokales Teltow-Fläming Bronzezeit-Funde verzögern Eigenheim-Bauten
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17:15 29.03.2019
Archäologe und Grabungsleiter Michael Böhm bei den Arbeiten am Wohnbaugebiet Heuweg in Großbeeren. Quelle: Jutta Abromeit
Großbeeren

Für 21 Häuslebauer in Großbeeren verschiebt sich der Baustart ihres künftigen Heims um ein paar Tage: Im Erdreich zwischen Küsterteich und Bülow-Pyramide scheint es historisch bedeutsame Hinterlassenschaften früherer Siedler zu geben.

Das sagte Archäologe und Grabungsleiter Michael Böhm am Montagmorgen. Dabei handele es sich sehr wahrscheinlich nicht um Dinge, die die napoleonischen Truppen oder die der Alliierten (Preußen, Russland und Schweden) in der Schlacht von Großbeeren während der Befreiungskriege 1811 bis 1813 dort hinterlassen haben.

Die Archäologen sind sozusagen im Schatten zehn Meter hohen Bülow-Pyramide dabei, nach historischen Hinterlassenschaften zu suchen. Quelle: Jutta Abromeit

„Sondern es geht eher um Hinweise, die Siedlungsspuren aus der Bronzezeit sein könnten“, so der Fachmann. Vermutet werden dort zwischen der Bundesstraße 101 und dem Ort Großbeeren Reste menschlicher Siedlungen aus einer Zeit vor rund 2500 Jahren.

Er und seine drei Kollegen, ebenfalls Archäologen und Grabungstechniker von der Firma Archäo Kontrakt in Berlin-Wannsee, versuchen in dieser Woche herauszufinden, was genau sich dort im Boden verbirgt. „Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum hatte dieses ganze Gelände ohnehin als Bodendenkmal-Verdachtsfläche eingestuft“, sagt Michael Böhm. Genau abgesteckt sind nun verschiedene Grabungsfelder.

Erster Teil des B-Plans „Südliches Ruhlsdorfer Feld“

Es handelt sich bei diesem Gelände um den bislang nicht entwickelten westlichen Teil des Bebauungsplan-Gebietes „Südlicher Teil des Ruhlsdorfer Feldes“, erklärt Michael Altermann vom Bau- und Planungsamt im Rathaus Großbeeren. „Das Gebiet soll erschlossen werden, um so die Voraussetzung für die dort nach Bebauungsplan zulässige Nutzung zu ermöglichen“, erklärt er.

Im Wesentlichen würden dort sehr wahrscheinlich Einfamilienhäuser entstehen. Nach der bereits erfolgten Vermessung könnten dort 21 Grundstücke neu erschlossen werden, so Altermann. Sie werden an einer noch zu bauenden neuen Straße liegen.

Archäologen denken an die Bauherren

Die Archäologen bemühen sich nun voranzukommen. Für die gröberen Vorarbeiten nutzen sie einen kleinen Bagger, später werden sie dann mit deutlich feineren Werkzeugen arbeiten, um im Detail vorwärts zu kommen. „Wir denken natürlich auch an die Bauherren und arbeiten auch in ihrem Interesse zügig, damit es hier trotz eventueller Funde so schnell wie möglich weitergehen kann“, erklärt Grabungsleiter Böhm.

Ziel der kleinen Wissenschaftler-Gruppe sei es, ein Zeitfenster von rund 14 Tagen für ihre gesamte Grabung nicht zu überschreiten, so Böhm. Dabei werde jedes abgesteckte Grabungsfeld untersucht; finden sich keine Anhaltspunkte für archäologisch Bedeutsames, werde die Verdachtsfläche sofort verkleinert.

Von Jutta Abromeit

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