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Corona-Hilfen: Schloss Diedersdorf verklagt Land Brandenburg

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17:35 25.01.2021
Das Schloss Diedersdorf in Teltow-Fläming im Winter. Wegen der Coronakrise musste es ab 18. März geschlossen bleiben.
Das Schloss Diedersdorf in Teltow-Fläming im Winter. Wegen der Coronakrise musste es ab 18. März geschlossen bleiben. Quelle: Jutta Abromeit
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Diedersdorf

In einer Pressemitteilung wurde bekannt gemacht, dass Schloss Diedersdorf das Land Brandenburg verklagt. Anlass dazu sind die Entschädigungszahlungen bezüglich der Coronakrise. In der Mitteilung wird von einer „drastischen Ungleichbehandlung von Gastronomen im ersten Corona-Lockdown ab März“ bezüglich der Entschädigungszahlungen gesprochen. Das Land Brandenburg wolle nur zahlen, wenn ein Corona-Fall im Betrieb vorgekommen sei, heißt es weiter. Nun klagt der Eigentümer von Schloss Diedersdorf, Thomas Worm. Die überregionale Wirtschaftskanzlei Streitbörger vertritt ihn vor dem Landgericht in Potsdam. Die Verhandlung beginnt am Dienstag, 26. Januar, um 10 Uhr.

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Das Schloss Diedersdorf ist ein Veranstaltungsort mit Standesamt sowie Restaurantbetrieb und Hotel zugleich. Der Biergarten ist mit mehr als 2000 Plätzen ein beliebtes Ausflugsziel. Zudem war das Schloss auch Drehort für die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ oder die Musikantenscheune des RBB. Wegen der Corona-Pandemie musste das Unternehmen ab dem 18. März für Monate schließen.

Anwalt sieht grobe Benachteiligung von Schloss Diedersdorf

Das Infektionsschutzgesetz sieht bei Corona-Schließungen von Gastronomiebetrieben eine teilweise Entschädigung für entgangenen Gewinn während der ersten sechs Wochen des Stillstands vor. Das Land Brandenburg aber habe dieses Gesetz, so heißt es in der Bekanntgabe des Schloss Diedersdorf, bisher so ausgelegt, dass mindestens ein tatsächlicher Corona-Fall im Betrieb vorgekommen sein muss. Gastronomen wie Thomas Worm, die zu Beginn der Pandemie allein wegen des allgemeinen behördlichen Tätigkeitsverbots ihre Betriebe schließen mussten, gingen daher leer aus.

Rechtsanwalt Thorsten Purps vom Potsdamer Büro der überregionalen Wirtschaftskanzlei Streitbörger hält diese Praxis für „grob benachteiligend“, denn der Schaden durch Corona sei in beiden Fällen gleich. „Viele Gastronomen“, so Rechtsanwalt Purps weiter, „haben ebenso wie mein Mandant den Antrag auf Entschädigung gestellt, sind aber allein wegen des Fehlens einer tatsächlichen Corona-Erkrankung leer ausgegangen.“ Thomas Worm beklagt sich dazu: „Es kann doch nicht sein, dass wir bestraft werden dafür, am Beginn der Pandemie durch schnelle, gründliche Schutzmaßnahmen Ansteckungen unseres Personals verhindert zu haben.“

Von MAZonline