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Großbeeren Line Dance in Diedersdorf
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Line Dance in Diedersdorf
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16:28 11.06.2019
Traudel Biedermann (r.) trainiert die neue Line-Dance-Gruppe in Diedersdorf. Die Tänzer proben zurzeit für das Dorffest Ende Juni. Quelle: Krischan Orth
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Diedersdorf

Zur Seite, nach vorne, mal nach links und rechts: Drehung. Dann: „One step forward.“ Traudel Biedermann gibt in rascher Folge die Kommandos und bewegt sich selbst im Takt der Schritte. Die Tänzer in ihrer Line-Dance-Gruppe tut es ihr gleich.

Gruppe gibt es seit September letzten Jahres

Seit September vergangenen Jahres hat sich im Rahmen des Fördervereins Diedersdorf eine Line-Dance-Gruppe etabliert. Regelmäßig verfeinern sie ihr Programm und üben die Reihenfolge bestimmter Schrittfolgen. Getanzt wird synchron in der Gruppe, in Reihen. Der Unterschied zu anderen Tänzen wie beispielsweise dem Walzer liegt auch in der Bewegungsrichtung. Während der Walzer ein Dreh-und Paartanz mit gleicher Schrittfolge ist, so wird Line Dance in mehreren Reihen und einzeln getanzt. Zu jedem Lied wird eine neue Choreografie bestimmter Schrittfolgen geschrieben.

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Die Musik stoppt, die Line Dancer machen eine Pause. „Der schwierigste Restart ist der in Richtung sechs Uhr“, sagt Tanzlehrerin Traudel Biedermann. Dann geht die Gruppe wieder in die Grundaufstellung.

Wie Vokabel lernen

„Die Schrittfolgen lernt man wie Vokabeln“, sagt die Tanzlehrerin. Koordination, Körperbeherrschung und Gewichtsverlagerung bei jedem Count – das ist ein Tanzschritt – das sind laut Traudel Biedermann die wichtigsten Grundvoraussetzungen für Line Dance.

Tanz mit vielen Ursprüngen

Line Dance stammt ursprünglich aus den USA, ihm gehen aber viele Ursprünge voraus, die aus europäischen, sehr alten Tänzen stammen, wie dem englischen Country, besser bekannt unter dem französischen Contre. Während diese Tänze weite Renaissance-Kleider assoziieren, wird moderner Line Dance in Westerntracht getanzt. Trotz dessen ist die einseitige Rückführung auf die Zeit des sogenannten Wilden Westen zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Entstehungszeit umstritten. Das cowboyeske ist eher eine Zudichtung der Neuzeit, eine moderne Interpretationsform. Die ersten choreografierten Schritte werden in den 1970er und 1980ern in den USA angesiedelt. Der Deutsche Sportbund hat Line Dance 2002 als Sportart anerkannt. Aus Deutschland stammen inzwischen Weltmeister aus unterschiedlichen Kategorien.

28 Tänze im Repertoire

In Teltow-Fläming kam Line Dance um die Jahrtausendwende zum Durchbruch. Erste Vereine gründeten sich, Tanzschulen nahmen ihn in ihr Repertoire auf. In diese Zeit begannen auch Lutz und Traudel Biedermann. Sie sahen zum ersten Mal Line Dance auf dem Luckenwalder Turmfest und probierten den Tanz kurzerhand selbst aus. Beide suchen mit Bedacht die Titelsongs für ihre Auftritts-Choreografien aus. Von Country bis Rock und Pop ist beim Line Dance alles möglich. Alle zwei Wochen bringt Traudel Biedermann ihren Line Dancern einen neuen Tanz bei. Sie führt eine Tabelle, in der vermerkt ist, welche Tänze schon geübt, und welche wiederholt werden könnten. Die Diedersdorfer Gruppe verfügt bereits über ein Repertoire von 28 Tänzen, obwohl die Tänzer noch gar nicht so lange miteinander tanzen. Fortgestrittene Tänzer können bis zu 100 verschiedene Tänze. Daher ist Line Dance auch eine Art Gehirnjogging, sagt Lutz Biedermann.

Proben für das Dorffest

Holger Kersten, seit der ersten Probestunde dabei, beschreibt seine Faszination für den Line Dance. Zunächst wollte er nur seine Frau dorthin begleiten. „Eigentlich bin ich ein Tanzmuffel, mir war nicht klar, dass Tanzen solchen Spaß macht“, sagt er. Besonders reizvoll findet er es, immer neue Schrittfolgen zu lernen. Für Angela und Susanne Behrend ist der Line Dance ein Mutter-Tochter Projekt. Auch sie teilen die Begeisterung, immer neue Tänze zu lernen.

Traudel Biedermann klatscht in die Hände. Es wird noch geübt für das Diedersdorfer Dorffest am 29. Juni. Dort tritt die Gruppe dann das erste Mal in Diedersdorf auf.

Von Krischan Orth

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