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Großbeeren Diedersdorfer Schlossherr zieht in die Platte
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Diedersdorfer Schlossherr zieht in die Platte
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00:39 27.05.2018
Thomas Worm (2.v.r.) mit Partnerin Mareike Sandig und die Söhnen Max und Max und mit Olivier Wachholz (2.v.l.) und Torsten Heyse-Wachholz  (r.) von der Casting- und Produktionsfirma Good-Choice-TV.
Thomas Worm (2.v.r.) mit Partnerin Mareike Sandig und die Söhnen Max und Max und mit Olivier Wachholz (2.v.l.) und Torsten Heyse-Wachholz  (r.) von der Casting- und Produktionsfirma Good-Choice-TV. Quelle: Marina Ujlaki
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Diedersdorf

Während auf dem Gutshof des Schlosses Diedersdorf noch einige Restaurantgäste den Tag ausklingen ließen, traf sich am Mittwochabend eine kleine, illustre Gesellschaft zum gemeinsamen „FernsehgucScken“ in der Markthalle am Schloss. Der Promi-Gastronom Thomas Worm und seine Partnerin Mareike Sandig hatten enge Freunde, Mitarbeiter, Lieferanten, Medienleute und Nachbarn aus Diedersdorf eingeladen, um mit ihnen gemeinsam auf einer großen Kinoleinwand den Start einer neuen Reality-Serie auf Sat1 zu erleben. In der ersten Folge von „Plötzlich arm, plötzlich reich – Das Tausch-Experiment“ gehörten der Diedersdorfer Unternehmer und seine Familie zu den Protagonisten.

Inhaber des größten Biergartens in Berlin und Brandenburg

Auf einem zehn Hektar großen Gelände im Großbeerener Ortsteil Diedersdorf, betreibt Worm zwei Hotels, den größten Biergarten Berlin-Brandenburgs mit 2000 Sitzplätzen sowie einige Restaurants. Bei rund 300 000 Gästen im Jahr macht er geschätzt mindestens vier Millionen Euro Umsatz. Normalerweise leben Thomas Worm (61) und seine Partnerin Mareike Sandig (41) mit den drei Kindern Salina, Max und Max, als Patchworkfamilie in wohlhabenden Verhältnissen abwechselnd in einer großen Villa im noblen Berlin-Zehlendorf und auf Schloss Diedersdorf.

Tausch mit Altenpflegerin aus Berlin-Marzahn

Für die Doku tauschten sie für eine Woche mit Nicole Bongé und ihrer Familie Haus und Wohnung. Die 35-jährige Alleinerziehende arbeitet als Altenpflegerin und bewohnt mit ihren vier Töchtern und mehreren Haustieren eine kleine Plattenbauwohnung in Berlin-Marzahn. Die Kinder teilen sich ein Zimmer. Trotz ihres harten Vollzeitjobs müssen Nicole und ihre Kinder mit rund 1000 Euro im Monat auskommen, sie leben damit unter der in Deutschland geltenden Armutsgrenze. Beim TV-Tausch hatten die beiden unterschiedlichen Familien jeweils das wöchentliche Haushaltsbudget der anderen zur Verfügung, Hobbies, Pflichten, gemeinsame Aktivitäten standen auf dem Wochenplan und mussten davon finanziert werden. Die Worms mussten also in einer Woche mit 225 Euro auskommen und davon nicht nur Essen, sondern auch Freizeitaktivitäten bestreiten. Nicole Bongés und ihre Mädchen dagegen hatten in den sieben Tagen 3700 Euro in der Haushaltskasse, soviel wie sich die reichen Worms ihr Leben in der Regel kosten lassen. Und so standen in Marzahn Eislaufen, Cheerleader-Training und ein Familien-Tobenachmittag auf dem Spielplatz auf dem Wochenplan, während die Mädchen der Bongés das Geld unter anderem für Tennis, Beauty Styling und Shopping ausgaben.

Altenpflegerin Nicole Bongé: Geld ist nicht alles

Fazit der beiden Familien, die sich erst zum Abschluss der Dreharbeiten persönlich kennenlernten: Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt. „Ich hoffe, meine Kinder konnten es genießen. Aber sie haben hoffentlich auch gesehen, Geld ist nicht alles“, sagte Nicole Bongé. Ihr merkte man sichtlich an, mit welchen zwiespältigen Gefühlen sie den großen Betrag für luxuriöses Essen und in ihren Augen unwichtige Dinge ausgeben musste.

Familie Worm erleichtet, wieder zuhause zu sein

Familie Worm war erleichtert, dass sie nach dem Experiment aus der beengten Plattenbauwohnung wieder in ihr gewohntes Zuhause zurückkehren konnte, ohne ständig auf den Cent zu schauen. Auch bei ihnen gab es nachdenkliche Töne. „Wir haben als Familie noch nie so lange und so eng Zeit miteinander verbracht. Diese Gemeinsamkeit war schön und wir genießen sie viel zu selten“, meinten sie. Bei der Premierenrunde am Mittwoch in Diedersdorf erinnerte sich Thomas Worm: „Es war schon ulkig, in einen fremden Haushalt zu kommen. Wir wussten ja nicht, wer da wohnt und wer in unser Haus kommen wird.“ Seiner Meinung war es vor allem für seine Kinder die beste Erfahrung. Sie leben im Wohlstand, „sich scheiße einschränken müssen, ist schon eine andere Nummer“, lautete sein Urteil. Er selbst stammt aus kleinen Verhältnissen, seine Eltern arbeiteten als Verkäufer in einem Fotoladen und machten sich später selbstständig. Daher hatte Worm auch keine Bedenken, mit wenig Geld über die Runden zu kommen. „Was Nicole Bongé macht, ist in meinen Augen bewunderungswürdig. Sie zieht durch und geht für tausend Euro netto hart arbeiten, obwohl sie bei diesem blöden Sozialsystem als Hartz IV-Empfängerin nur 100 Euro weniger in der Tasche hätte“, bekennt Worm anerkennend.

Altenpflegerin zu Premierenabend eingeladen

Zum Premierenabend am Mittwoch hatte der Unternehmer auch Nicole Bongé und ihre Kinder eingeladen. Die Altenpflegerin konnte aber leider nicht kommen, weil sie am nächsten Morgen zeitig Frühschicht hatte und auch die Schulkinder pünktlich zur Schule mussten.

Thomas Worms Fazit: „Es ist eine super Promotion für Schloss Diedersdorf. Wegen der Gage habe ich das nicht gemacht.“

Von Marina Ujlaki

27.05.2018
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