Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Großbeeren Eltern kämpfen um Tempolimit vor ihrem Haus
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Eltern kämpfen um Tempolimit vor ihrem Haus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:32 30.09.2019
Haben Angst um ihre Kinder: Arne Kleversaat und Andrea Streckenbach mit ihren Söhnen Theo und Charles. Quelle: Marlene Schmidt
Kleinbeeren

Sie baten die Landrätin in einem offenen Brief um Hilfe. Arne Kleversaat (53) und Andrea Streckenbach (33) aus Kleinbeeren haben Angst um ihre Kinder. Weil sie nicht weiter wussten, baten sie Kornelia Wehlan in einem Schreiben um Hilfe. Sie sollte sich für eine verkehrsberuhigte Straße zum Schutze der Kinder einsetzen. Denn die Gemeinde Großbeeren hatte auf ihr Anliegen nicht reagiert. Jetzt kam eine Antwort vom Landkreis-Teltow Fläming. Zumindest an die MAZ.

Seit 20 Jahren wohnt Arne Kleversaat in der Straße Am Grund, einer Sackgasse, die von der Lichtenrader Straße abgeht und kurvig eine kleine Anhöhe hochführt. Sie verläuft direkt in einer Kurve an dem Haus der Familie mit zwei kleinen Kindern. Theo (eineinhalb Jahre) und Charles (dreieinhalb Monate alt). Arne Kleversaat: „Es gilt hier zwar Tempo 30, aber dennoch fahren die Autos viel schneller. Wir haben Angst, dass eines der Kinder angefahren wird, wenn sie vom Grundstück laufen. Das kann schnell passieren, wenn mal ein Ball über den Zaun fällt. Es gibt noch nicht einmal einen Fußweg.“

Muss immer erst etwas passieren, bevor reagiert wird?

Arne Kleversaat wandt sich an die Gemeinde Großbeeren, schon bevor Theo laufen konnte. „Ich schilderte unsere Sorge. Bis jetzt habe ich keine Antwort.“ Jetzt kann Theo laufen und Charles wird es ihm irgendwann nachtun. Die Sorge wächst. „Früher war es eine Spielstraße. Dann wurde das wegen Beschwerden von Anwohnern geändert. Es gab Probleme mit Park- und Ausweichbuchten. Das Schild wurde entfernt, es galt Tempo 50. Bis 2016 ein Vierjähriger ums Leben kam. Seitdem gilt überall Tempo 30. Doch die Autofahrer halten sich nicht daran, fahren viel schneller und das direkt an unserem Grundstück vorbei. Es gibt nicht mal einen Fußweg“, schildert der Familienvater die Situation.

Die Familie wandt sich an die Landrätin (die MAZ berichtete). „Wir wollen wieder eine verkehrsberuhigte Straße. Warum kann das nicht rückgängig gemacht werden? Muss immer erst etwas passieren, bevor reagiert wird?“, so Arne Kleversaat. Vom Landkreis Teltow-Fläming gab es jetzt eine Reaktion. Die Stellungnahme kommt vom Leiter des Straßenverkehrsamtes Hubert Grosenick: „Die Kennzeichnung wurde in eine Tempo-30-Zone geändert und 2016 der gesamte Ort gekennzeichnet. Innerhalb dieser Zone konnten einzelne Straßen als verkehrsberuhigt gekennzeichnet bleiben. Bei den Sackgassen ist man davon ausgegangen, dass der Verkehr hinreichend beruhigt sei und die Anwohner sich entsprechend verhalten.“

Die Gemeinde muss ihre Zustimmung erteilen

„Tun sie aber nicht“, sagt Arne Kleversaat, „auch der tägliche Lieferverkehr nicht“, so der Familienvater. Eines Vor-Ort Termins mit der Familie bedarf es aus Sicht des Straßenverkehrsamtes nicht. „Die örtlichen Verkehrsverhältnisse in der Straße sind hinreichend bekannt. Es gibt keine besonderen Probleme“, so Hubert Grosenick. Dennoch teilt der Leiter des Straßenverkehrsamtes mit, dass mit den zur Verfügung stehenden Mitteln der Straßenverkehrsordnung das Anliegen durchaus unterstützt werden könnte. „Um die Straße Am Grund wieder kennzeichnen zu können, muss zunächst die Gemeinde Großbeeren ihre Zustimmung erteilen. Ohne eine solche Zustimmung darf das Straßenverkehrsamt die Kennzeichnung nicht anordnen.“

Damit stehen die besorgten Eltern wieder am Anfang und sind enttäuscht. „Egal, wie viele Autos hier täglich rein- und rausfahren. Ob 13 oder 200. Es reicht doch schon, wenn nur ein Auto zu schnell ist und was passiert.“ Aufgeben werden sie nicht, denn es geht um die Sicherheit ihrer Kinder. Jetzt versuchen sie ihr Anliegen erneut bei der Gemeinde Großbeeren vorzubringen.

Von Marlene Schmidt

21 Menschen melden sich in Zossen täglich arbeitslos, sagt die Statistik. Fast genauso viele melden sich ab. Neben vielen neuen Arbeitslosen und freien Stellen bleibt eine gute Nachricht: In TF ist die Arbeitslosenquote wieder gesunken.

30.09.2019

Weiße Flecken gibt es auch 2019 in Teltow-Fläming noch reichlich. Trebbin und Nuthe-Urstromtal wollen nun in Eigeninitiative dagegen kämpfen und bewerben sich um ein Projekt der Telekom.

27.09.2019

Täglich fehlen 58 von 1000 Angestellten in Teltow-Fläming, weil sie krank sind. Rückenschmerzen, Erkältungen und Verletzungen sind meist die Ursache. Aber auch die Sucht spielt am Arbeitsplatz eine immer größere Rolle.

26.09.2019