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Großbeeren Großbeeren: Erinnert bald eine Gedenkstele an das Zugunglück von 1982?
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Großbeeren: Erinnert bald eine Gedenkstele ans Zugunglück von 1982?

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07:14 23.11.2021
In der Nähe des Bahnhofs Genshagener Heide ereignete sich das Zugunglück 1982
In der Nähe des Bahnhofs Genshagener Heide ereignete sich das Zugunglück 1982 Quelle: Johanna Apel
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Großbeeren

Nicht weit entfernt vom Bahnhof Genshagener Heide passierte es: Am Abend des 1. November 1982 kollidierte ein Güterzug mit einem Personenzug der Deutschen Reichsbahn. Acht Menschen verloren bei dem schweren Zugunglück ihr Leben – mehr als 50 weitere wurden verletzt.

Im Einsatz in dieser Nacht: Die Feuerwehren aus Großbeeren und Ludwigsfelde. Bei Dunkelheit und unter schwierigsten Umständen versuchten die Einsatzkräfte, zu helfen, wo immer es ging.

Feuerwehren aus der Region halfen

Fast 40 Jahre später soll nun eine Gedenkstele an diese Nacht im Herbst 1982 erinnern, die vielen Großbeerenern und Ludwigsfeldern wohl noch in trauriger Erinnerung ist. Mit einem entsprechenden Antrag der CDU/FDP-Fraktion hatte sich der Großbeerener Aussschuss für Kultur, Sport und Vereine bei seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag beschäftigt.

Ziel solle es sein, mit der Steele an das Unglück zu erinnern und die Leistung der Rettungskräfte und Helfer zu würdigen, heißt es in dem Antrag. Die Gemeindeverwaltung solle deshalb die Errichtung einer solchen Gedenkstele prüfen. Für die Finanzierung bringen die Antragssteller dabei auch die Stadt Ludwigsfelde, den Landkreis Teltow-Fläming und die Deutsche Bahn ins Spiel.

Erinnerungsort und Gedenkfeier geplant

Wie Martin Görler-Czarnecki von der CDU/FDP-Fraktion am Montag präzisierte, solle ein Betrag von 5.000 Euro in den Großbeerener Haushalt für das Jahr 2022 eingestellt werden. Schließlich, so Görler-Czarnecki, jähre sich das Zugunglück im kommenden Jahr zum 40. Mal. Pünktlich zum Jahrestag, so die Idee, könne ein entsprechender Erinnerungsort also fertiggestellt sein. „Die Stele sollte bis Oktober aufgestellt sein“, so der Gemeindevertreter.

Geht es nach den Antragsstellern, soll jedoch nicht nur eine Stele sowie etwas Informationsmaterial an die Geschehnisse des 1. November 1982 erinnern. Wie Görler-Czarnecki ausführt, solle auch eine Art Gedenkfeier zum 40. Jahrestag anberaumt werden.

Auch Teltow-Fläming ist gefragt

Damit diese Katastrophe, aber auch die „herausragende Leistung der damaligen Rettungs- und Einsatzkräfte“ nicht in Vergessenheit gerate, müsse aber auch der Landkreis Teltow-Fläming daran erinnern, so die Antragssteller. Schließlich handele sich dabei um das „größte Zugunglück in der Geschichte des Landkreises Teltow-Fläming“. Die Kreisverwaltung selbst konnte sich am Montag noch nicht zur etwaigen Plänen äußern.

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Der Personenzug war an dem Abend unterwegs von Werder nach Berlin. Auch der Güterzug war unterwegs zur Hauptstadt. Der Bahnhof Genshagener Heide wird schon seit einigen Jahren nicht mehr betrieben: 2012 wurde der seit 1952 betriebene Haltepunkt stillgelegt, seitdem gilt als neuer Haltepunkt Ludwigsfelde Struveshof. Er war ein bedeutender Knotenpunkt: Der südliche Außenring, an dem er lag, war die einzige Bahnverbindung zwischen Potsdam und Ost-Berlin.

Großbeerener Politiker müssen abstimmen

Bei dem Unglück starben neben sieben Reisenden auch der Lokführer des Güterzugs. Für die Helfer gestaltete sich der Einsatz als schwierig: Bei Dunkelheit und im Nebel mussten sie die Menschen bergen. Innerhalb kürzester Zeit waren sie zum Unglücksort geeilt, um dort „von 0 auf 100“ alles zu geben, um den Menschen zu helfen, so Görler-Czarnecki. Für diesen Einsatz sollten sie nun geehrt werden.

Damit das pünktlich zum Jahrestag passieren kann, soll nach Ansicht der Ausschussmitglieder das Vorhaben nun angegangen werden: Die Kommunalpolitiker sprachen sich bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für das Vorhaben aus. Mit dieser Empfehlung in der Tasche geht das Vorhaben nun in die kommende Gemeindevertretung, wo es zu Abstimmung stehen wird.

Von Johanna Apel