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Großbeeren Diskussion um 40 000 Euro teures Konzept
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Diskussion um 40 000 Euro teures Konzept
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01:16 04.03.2019
Die Großbeerener Verwaltung will sich in Sachen Personalmanagement von einer externen Firma beraten lassen. Quelle: Foto: Jutta Abromeit
Großbeeren

 Der Haushalt der Gemeinde Großbeeren für das Jahr 2019 wurde am Donnerstagabend durch die Stimmen der Gemeindevertreter einstimmig beschlossen. Allerdings unter der Bedingung, dass für die eingestellten Kosten zur Erstellung eines Personalentwicklungskonzeptes eine Haushaltssperre verhängt werde. Denn dazu gab es auch am Donnerstagabend noch immer viele offene Fragen und reichlich Diskussionsbedarf.

Vergleichsweise wenig Personal

Zum Hintergrund: Die Gemeinde Großbeeren hat für das Jahr 2019 40 000 Euro für die Erstellung eines Personalentwicklungskonzeptes durch ein externes Beratungsunternehmen eingestellt. Bürgermeister Tobias Borstel (SPD) begründete das Vorhaben damit, dass die Verwaltung mit Blick auf die Zukunft dringend einen Personalaufwuchs benötigt.

Laut einer Statistik des Landkreises Teltow-Fläming aus dem Jahr 2016 zur personellen Ausstattung der zugehörigen Kommunen, landete Großbeeren im Vergleich nämlich auf dem vorletzten Platz. Dieses Ergebnis spiegele sich auch im Verwaltungsalltag wieder. Tobias Borstel erklärte, dass die Mitarbeiter aktuell an mehreren Stellen überlastet seien.

Letztes Konzept ist 20 Jahre alt

Als Beispiel nannte er das Bau- und Planungsamt. „Es ist so, dass wir große Bauprojekte stemmen müssen – mit Personal, das wir nicht haben“, so der Bürgermeister. Durch die Analyse einer externen Firma soll deshalb ein aktueller Ist-Stand abgefragt werden, um daraus Schlüsse ziehen zu können, wie viele Mitarbeiter tatsächlich in den einzelnen Amtsbereichen benötigt werden. „Wir wissen gar nicht, wo wir eigentlich stehen müssten“, so Borstel weiter.

Immerhin sei ein ähnliches Konzept zuletzt vor 20 Jahren ausgearbeitet worden. Die Gemeine Großbeeren hatte damals schon 53 000 D-Mark dafür hingelegt. Aus Sicht von Kämmerer Uwe Fischer entspreche dies aufgrund der Finanzentwicklung der letzten Jahre in etwa dem heutigen Preis von 40 000 Euro. Das gegenwärtige Angebot für die Leistung sei demnach nicht überteuert.

FDP hält Ausgabe für überflüssig

Trotzdem: Die Notwendigkeit eines solchen Konzeptes war nicht für alle Gemeindevertreter nachvollziehbar. So erklärte Teja Grzeskowiak von der FDP-Fraktion etwa: „Ich halte diese Ausgabe für überflüssig.“ Aus seiner Sicht wüssten die Verwaltungsmitarbeiter doch selbst am besten, wo Engpässe herrschen. Zum Vorhaben, eine externe Firma damit zu beauftragen, den Personalstand zu analysieren und zu beurteilen, erklärte er: „Ich habe die Befürchtung, dass wir damit kein Ergebnis erhalten, das uns weiterbringt.“

Verwaltung hält Konzept für notwendig

Suzanne van der Mond stimmte Grzeskowiaks Argumenten nicht zu. Die Geschäftsbereichsleiterin für Sicherheit und Ordnung erklärte: „Ich glaube gerade die letzte Sitzung der Gemeindevertretung zeigte das ganze Gegenteil.“ Laut van der Mond wies hier nämlich die FDP in Form eines Antrages auf Ergänzung des Personalschlüssels im Bereich Bauamt auf einen Personalnotstand hin und nicht die Verwaltung selbst. Die externe Beurteilung sei für sie deshalb durchaus sinnvoll.

„Ich glaube es ist nötig, einfach mal abzubilden, wie viele Aufgaben ein Mitarbeiter hat“, so van der Mond. Ihrer Meinung nach hätten die Verwaltungsmitarbeiter selbst nämlich keine neutrale Sicht mehr auf die Dinge, da Viele bereits selbstverständlich zusätzliche Aufgaben übernehmen, die gar nicht zu ihrem eigentlichen Tätigkeitsbereich gehören.

Erneute Beratung in allen Ausschüssen

Da ein eindeutiges Fazit auch nach einer knapp 30-minütigen Diskussion nicht erkennbar war, warf Dirk Steinhausen (Wir für Großbeeren) ein: „Ich würde empfehlen, dass wir diese Haushaltsposition einfach mit einem Sperrvermerk versehen.“ Die übrigen Gemeindevertreter stimmten dem zu. Um zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen, soll das Thema nun noch einmal in allen Ausschüssen besprochen werden.

Von Isabelle Richter

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