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Großbeeren Lösung für Großbeerener Glascontainer gesucht
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren

Großbeeren: Wie geht es mit den Altglascontainern in der Teltower Straße weiter?

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17:53 06.01.2022
Die Glascontainer in der Teltower Straße/Ecke Poststraße in Großbeeren am Donnerstagmorgen.
Die Glascontainer in der Teltower Straße/Ecke Poststraße in Großbeeren am Donnerstagmorgen. Quelle: Johanna Apel
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Großbeeren

Auch eine Woche nach Silvester sind den Großbeerener Glascontainern die Feierlichkeiten noch deutlich anzusehen: Sektflaschen und zahlreiche andere Gläser sammeln sich vor und auf den Behältern – beispielsweise in der Teltower Straße.

Kein Einzelfall in der Region: Wie die MAZ berichtete, war das Lagebild vor wenigen Tagen in Ludwigsfelde ähnlich. Wer Glas wegbringen wollte, stieß dort auf proppenvolle Container. Der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) ist zwar prinzipiell für die Glasbehälter zuständig. Die Entsorgung übernimmt allerdings eine Tochter des Hamburger Umweltservices Veolia.

In Ludwigsfelde geht es bereits weiter

Katarzyna Surowiec ist Ansprechpartnerin für den Bereich Ludwigsfelde und Großbeeren – und hat wegen des derzeitigen Zustands dort bereits Anrufe erhalten. „Der Fahrer war krank“, erklärt sie die Versäumnisse. Hinzu kamen die Feiertage und ein Ersatzfahrer, der sich noch zurechtfinden musste. Wie sie am Donnerstag versichert, gehe es nun jedoch voran. In Ludwigsfelde werde bereits das Glas wieder eingesammelt. „Ab der nächsten Woche dann auch in Großbeeren“.

Die Glascontainer in der Teltower Straße/Ecke Poststraße in Großbeeren quellen über: Auf der Straße liegen bereits Scherben. Quelle: Johanna Apel

Dass die Glascontainer in der Teltower Straße/Ecke Poststraße derzeit überquellen, ist jedoch nicht der einzige Grund, warum zuletzt vermehrt über sie diskutiert wurde. In den vergangenen Wochen war der Standort Thema in den Sitzungen der Gemeindevertreter. Der Grund: Anwohner hatten sich über den Lärm beschwert. Dem Seniorenbeirat liegt sogar eine Unterschriftenliste vor, der das Anliegen der Anwohner unterstreicht.

Seniorenbeirat hat sich eingeschaltet

Wie Malgorzata Zander, Vorsitzende des Seniorenbeirats, erklärt, beklagen sich die Betroffenen unter anderem darüber, dass oftmals Glas auch außerhalb der offiziellen Zeiten eingeworfen werde – was wiederum eine hohe Lärmbelästigung zur Folge habe.

Der Seniorenbeirat habe den Anwohnern bereits seine Unterstützung zugesagt – und Alternativstandorte ins Spiel gebracht. So sei etwa vorstellbar, die vier Container aufzuteilen: Zwei davon zu den bereits bestehenden Behältern in der Ruhlsdorfer Straße und zwei zum Standort in der Nähe des Jugendclubs. Dass sie somit weiter weg vom Wohngebiet wären, sieht die Vorsitzende des Seniorenbeirats nicht als Problem an: „Viele fahren sowieso mit dem Auto dahin.“

Wohin mit den Glascontainern?

Auch für den Großbeerener Gemeindevertreter Jan Bartoszek (Unabhängiges Bündnis) besteht Handlungsbedarf. Er hatte sich erst vor wenigen Tagen an die Verwaltung gewandt – und auf die übervollen Container aufmerksam gemacht. Zwar sei die derzeitige Situation auf Silvester zurückzuführen und nicht ganzjährig in einem solchen Ausmaß zu sehen.

Dennoch komme es immer wieder zu ähnlichen Situationen. Deswegen – und wegen der Bürgerbeschwerden – solle der Standort „endlich“ aufgegeben werden, so Bartoszek. Sein Vorschlag: Zurück zum ehemaligen Standort am Gutshof. „Auch mit dem geplanten Wochenmarkt sollte es weiterhin möglich sein, diese Container aufzustellen“.

Zurück zum Standort am Gutshof?

Das sieht auch der Gemeindevertreter Dirk Steinhausen (Wir für Großbeeren) so. Wegen der überfüllten Container in Diedersdorf hatte er sich bereits selbst an den SBAZV gewandt. In der Sache scheint sich zwar etwas zu bewegen – Steinhausen plädiert jedoch ebenfalls dafür, die Container an der Teltower Straße wieder am Gutshof aufzustellen. „Ich sehe nicht das Problem, warum sie nicht wieder an diesem Standort sein sollten“, so Steinhausen.

Zum Hintergrund: Bis vor etwas mehr als einem Jahr standen die Container noch am Alten Gutshof. Dort soll allerdings der Wochenmarkt hinkommen. Ein Grund für die Verwaltung, dort keine Glascontainer mehr zu wollen. Bürgermeister Tobias Borstel (SPD) schloss im MAZ-Gespräch aus, dass sie dort wieder hingestellt werden könnten. Neben dem Wochenmarkt gehe es dabei auch um eine allgemeine Aufwertung des Areals. Höchstens, so Borstel, seien vielleicht Unterflurcontainer denkbar.

Borstel: Kein „Dauerstandort“ für Container

Dass für die Container in der Teltower Straße ein neuer Platz gefunden werden muss, sieht jedoch auch Borstel so: „Das ist kein Dauerstandort“, sagt er. „So zeitnah wie möglich“ wolle man eine andere Lösung finden – denkbar sei etwa, die Container aufzuteilen. Allerdings müsse es dazu auch geeignete Standorte geben. Denn: Bei den Orten sei zu bedenken, dass das Fahrzeug der Altglasentsorger dort auch hinkommen müsse.

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Das bestätigt auch der SBAZV selbst. Wie Verbandsvorsteher Holger Riesner erklärt, müsse ein Standort darauf geprüft werden, ob die ordnungsgemäße Abholung gewährleistet werden könne. Hinzu komme dann auch noch die Nähe zum Wohngebiet – wobei es dafür entsprechende Auflagen gebe. Grundsätzlich gelte allerdings: „Wir sind auf Flächen der Gemeinde angewiesen“.

Von Johanna Apel