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Großbeeren Streit ums Siegesfest
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Streit ums Siegesfest
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06:07 12.04.2019
Hier an der Ruhlsdorfer Straße, über die die historischen Truppen zum Biwak laufen, sollen nach Vorstellung der Event-Firma dieses Jahr die Händler postiert werden. Quelle: Abromeit
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Großbeeren

Eine Premiere beim Siegesfest in Großbeeren droht zum Misserfolg zu werden – die Ausschreibung des Unterhaltungsteils. Nach der Hauptausschusssitzung am Mittwochabend verließen Mitglieder, Veranstalter und Verwaltungsvertreter verließen den Sitzungssaal enttäuscht, denn es gab Streit um den Ort des Rummels.

Veranstaltung erstmals ausgeschrieben

Der Unterhaltungsteil war ausgeschrieben worden, weil das Rathaus-Personal des Zuzugsortes die Kraft für solch ein überregionales Großereignis nicht mehr hat. Mit der Ausrichtung, einer 85.000-Euro-Leistung, hatte der Gemeinderat die Firma Plaided Events beauftragen lassen – im dritten Anlauf Ende Januar. Die Empfehlung für eine solche Ausschreibung hatte der Hauptausschuss bereits im Mai 2018 gegeben; es ging dabei um die Vorbereitung und Durchführung der Großbeerener Siegesfeste für 2019 und 2020. Biwak und Betreuung der Truppen bleiben in kommunaler Hand, dafür stehen 30.000 Euro im Haushalt.

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Handwerkermarkt an der Ruhlsdorfer Straße

Doch nicht nur der Rummel-Ort ist offen. Fachleute wissen: Veranstaltungen im laufenden Jahr müssen im Oktober des Vorjahres unter Dach und Fach sein, sonst wird es eng. Am Mittwoch stellte Plaided-Events-Geschäftsführer Gerd Wiebe im Hauptausschuss sein Konzept vor: Gefechtsdarstellung an der Bülow-Pyramide, Rummel auf der Freifläche zur Wasserski-Anlage und ein Handwerkermarkt an der Ruhlsdorfer Straße. Diese nutzen sowohl die historischen Truppen auf ihrem Weg zum Biwak am Küsterteich als auch Besucher. Die Toilettenwagen für die mehreren tausend Besucher und Teilnehmer sollen auf dem Gutshof stehen.

Kommunalpolitiker wollen Ort des Rummels ändern

Genau dort wollen Gemeindevertreter wie Ralf-Pächnatz-Löwendorf (FDP), Dirk Steinhausen (fraktionslos) oder Petra Brückner (SPD) wie in den vergangenen zwei Jahren den Rummel haben. Die Kommunalpolitiker argumentieren, laut Ausschreibung hieße der Veranstaltungsort „Dorf“. Dies hat Wiebke jedoch nirgends festgeschrieben gefunden. Weil kritisiert wurde, dass vor allem für Fußgänger bisher die Orte des Festes zu sehr verstreut waren, hatte er den neuen Plan entwickelt. Zur Kritik von Ronald Gatzky (SPD), auf dem Kopfsteinpflaster der Ruhlsdorfer Straße komme kein Rollator oder Rollstuhl vorwärts, erklärte der Event-Manager: „Ich mache das gern Rollstuhl gerecht, wir wollen einen Shuttle einrichten.“ Im Rathaus ist Angelika Laag, zuständig Presse und Öffentlichkeitsarbeit, seine Ansprechpartnerin. „Die Agentur hat ein schlüssiges Konzept vorgestellt, das die historischen Truppen als Alleinstellungsmerkmal unseres historischen Siegesfestes sehr gut integriert und zur Geltung bringt“, erklärt sie. „Und es gibt eine unmittelbare Nähe zwischen Festplatz und den Aktionsräumen der Historischen, eingeleitet durch einen historischen Händlermarkt entlang der Ruhlsdorfer Straße mit Zuwegung zum Biwak am Küsterteich.“ Damit seien die Festorte nicht mehr so auseinandergezogen und es werde der Abgeschiedenheit der historischen Truppen begegnet.

Kritik von Rottenbiller

Hans-Peter Rottenbiller war sechs Jahre Vorsitzender des Festkomitees. Das ist seit dem Jahreswechsel aufgelöst, jetzt soll sich ein Festbeirat um Feste im Ort kümmern, Rottenbiller ist weiter dabei. Auch der 69-Jährige ist enttäuscht: „Wir waren doch in den zurückliegenden Jahren nur mit dem Rummel auf dem Gutshof, weil wir für andere Lösungen zu spät dran waren. Was jetzt hier abgeht, verstehe ich nicht.“ Nun will der Hauptausschuss die Zusammenkunft der historischen Truppen nächste Woche abwarten, dann wolle man weiter informiert werden.

Von Jutta Abromeit