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Großbeeren Gutsherrengrab war das einzige in Osdorf
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Gutsherrengrab war das einzige in Osdorf
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13:08 30.03.2019
Das bewachsene Sandsteingeviert des Grabes des Gutsherrn von Witten nahe den Gutshaustrümmern und dem Fledermauskeller in Osdorf. Quelle: Jens Leder
Osdorf

650 Jahre bestand das Dorf Osdorf an der heutigen Grenze zwischen Großbeeren und Berlin, in der DDR-Zeit wurde es geschleift. Von seiner Geschichte erzählen auch die Reste eines Grabs.

Gutbesitzer wechselten ständig

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wechselten die Gutsbesitzer von Osdorf ständig. Aber nur einer ließ sich dort beisetzen. Im Osdorfer Altwald befindet sich nahe den Trümmern des Gutsherrenhauses und einem Fledermauskeller ein mit Efeu bewachsenes Sandsteingeviert, das den Überrest eines Gutsherrengrabes bildet. Die Ruhestätte war einst von einer über zwei Quadratmeter großen gusseisernen Platte bedeckt, über deren Verbleib nach dem Zweiten Weltkrieg nichts bekannt ist und auf der zu lesen war:

„Hier ruhet in Frieden der Ritterschafts-Rath Leopold von Witten, Ritter des St. Johanniter-Ordens, Erb- und Gerichtsherr auf Osdorf, geboren den 20. Juni 1781, gestorben den 12. November 1831.“

Von Witten kaufte das Gut 1802

Freiherr Wilhelm Leopold von Witten kam bei Königsberg in Ostpreußen zur Welt. Sein Geschlecht stammte aus Westfalen, wo es seit dem 13. Jahrhundert urkundlich nachweisbar ist. Eine Linie dieser Familie war seit dem 16. Jahrhundert in Kurland ansässig, andere in Pommern und Ostpreußen. Mit ihm wurde die Familie in der Provinz Brandenburg ansässig. Er hatte er an der Universität Königsberg studiert und viele naturwissenschaftliche Reisen unternommen. Im Jahre 1802 erwarb dieser Teltower Kreisdeputierte (Mitglied im Kreistag, Sekretär und Stellvertreter des Landrates) und Rat der Mittelmärkischen Ritterschaft einen Gutsanteil von 14 Hufen im benachbarten Marienfelde. Am 9. Juni des gleichen Jahres kaufte er von Dorothea Elisabeth von der Gröben Osdorf. Ein Jahr später verkaufte er seine Marienfelder Anteile an den Geheimen Finanzrat Friedrich von Koepke.

28 Einwohner im Jahr 1800

Um 1800 zählte Osdorf 28 Einwohner, unter denen sich fünf Tagelöhner befanden, 42 Hufen und vier Wohnhäuser. Verheiratet war von Witten mit Henriette Luise Johanna Dörffer (1773-1863), die ihm eine Tochter namens Emilie Luise Henriette (1805-1856) schenkte.

Von Witten war in den Befreiungskriegen Mitglied im Generalstab

Zu Beginn der Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft wurde von Witten im April 1813 Mitglied des Generalstabs unter der Leitung des Landrates Wilhelm Joachim Friedrich von Hake-Genshagen und organisierte mit ihm die Landwehr und den Landsturm im Kreise Teltow. Während der Schlacht von Großbeeren, in der General von Bülow am 23. August 1813 einen Sieg über die Franzosen unter dem Befehl von General Reynier davontrug und somit Berlin vor einer erneuten Besetzung bewahrte, erlitt Osdorf wie andere Dörfer im Kreis Schäden und Verluste. In den Tagen vom 20. bis 24. August diente es einem russischen Korps von 6000 Mann als Biwak und Versorgungsstützpunkt. Die Folgen waren hohe Getreideverluste und Schäden an den Wirtschaftsgebäuden des Dorfes. Der Landrat von Hake-Genshagen sorgte später dafür, dass diese behoben wurden.

Gutsbesitzer fand Landratsgehalt zu niedrig

Im Jahre 1817 übernahm von Witten für ein Gehalt von 400 Talern einen großen Teil der Amtsgeschäfte des Landrats, der sie aus Altersgründen nicht mehr ausführen konnte. Als dieser zwei Jahre später starb, wurde Witten auf dem Kreistag in Berlin zu seinem Nachfolger gewählt. Jedoch lehnte er diese Wahl aus dem Grunde ab, mit einem geringen Einkommen in Berlin nicht auskommen zu können. Er zog sich endgültig auf sein Rittergut Osdorf zurück, wo er am 12. November 1831 an Typhus, der damals im Kreis Teltow grassierte, starb und laut Kirchenbuch vier Tage später beerdigt wurde. Während seiner Gutsherrschaft entstand auch das einstöckige Gutshaus, das in der Gründerzeit einen neoklassizistischen, zweigeschossigen Anbau bekam und bis zum Abriss des Dorfes Ende der 60er-Jahre des darauffolgenden Jahrhunderts existierte. Wilhelm Leopold von Witten hinterließ das Gut seiner Frau Henriette Luise Johanna, die es bis 1834 führte.

Umweltinitiative plante 1993 ein Denkmal

Im Jahre 1993 spielte die Umweltinitiative Teltower Platte mit dem Gedanken, die Überreste des Grabes von Witten als Bestandteil eines Erinnerungsmals für das abgerissene Osdorf zu verwenden. Mit Hilfe der Berliner Stadtgüter sollte die Grabeinfassung aus Sandstein in den ehemaligen Grenzstreifen umgesetzt, mit Erde aufgefüllt und mit Efeu bepflanzt werden. Auf dieser Fläche sollte ein Findling stehen. Schließlich zogen die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming in Luckenwalde und die Oberförsterei Ludwigsfelde nach wenigen Jahren ihre Unterstützung für das Vorhaben zurück.

Von Jens Leder

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