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Großbeeren Stilles Gedenken an Arbeitslager Großbeeren
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16:38 19.04.2019
Vertreter der Gemeinde Großbeeren legten Kränze am Denkmal für das Arbeitslager nieder. Quelle: Krischan Orth
Großbeeren

Im stillen Gedenken haben sich die Verantwortlichen der Gemeinde Großbeeren am Karfreitag zusammengefunden, um der Opfer des NS-Arbeitslagers zu gedenken. Zwischen 1942 bis 1945 wurden 1289 Menschen aus 24 Ländern im sogenannten „Arbeits- und Erziehungslager“ (AEL) Großbeeren zu Tode geschunden. Am 19. April 1945 wurde es befreit. Der Ort des Gedenkens ist ein 1949 errichtetes Denkmal.

Erinnerungen an das Grauen

Der französische Gefangene Paul Goussot berichtet in seinen Erinnerungen: „Nach einiger Zeit kamen wir im Lager Großbeeren an. Entsetzt sahen wir die Stacheldrachtverhaue ringsum, den elektrisch geladenen Zaun, die Wachtürme mit Scheinwerfern, die bis an die Zähne bewaffneten und von Hunden begleiteten Posten. Es kam uns vor wie ein entsetzlicher Albtraum, als wenn unser Leben stehen bliebe hier in diesem Grauen.“

Gedenken an Lager in Großbeeren Quelle: Krischan Orth

Kriegsgefangenenlager zufällig entdeckt

Was niemand bis vor wenigen Jahren wusste, und nur durch einen zufälligen Archivfund aufgedeckt wurde, ist die Tatsache, dass es in Großbeeren neben dem Arbeitslager auch ein sogenanntes „Stalag“ gab, ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene. Vermutlich war es identisch mit dem Arbeitslager. In zwei Schreiben des damaligen Landrats heißt es, dass Großbeeren bald einem einzigen Friedhof gleiche, wenn man das Stalag nicht verlegen würde. Dies geschah schließlich 1942.

Gedenken an Lager in Großbeeren Quelle: Krischan Orth

Listen in geschlossenen Archiven

Die sowjetischen Soldaten wurden erst spät als Opfer erkannt, weil die zivilen Todesopfer des Lagers den Kommunen gemeldet wurden. Die Totenlisten militärischer Häftlinge wurden von der Wehrmacht verwahrt. Diese Unterlagen übernahmen nach Kriegsende die Alliierten. Erst mit der Öffnung sowjetischer Militärarchive in der Nachwendezeit konnten die Todesopfer im Stalag III D, Kommando 82 Großbeeren belegt werden. 1202 sowjetische Soldaten starben in dem kurzen Zeitraum zwischen Errichtung und Verlegung des Stalag verstorben. Bis heute ist unklar, wo ihre sterblichen Überreste verblieben sind. Auch ihner wurde gedacht. ok

Von Krischan Orth

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