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Großbeeren Auf der Suche nach den Lebensmitteln der Zukunft
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Auf der Suche nach den Lebensmitteln der Zukunft
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16:12 14.08.2019
Leiten die Forschungsstudie für EconLab in Großbeeren: Tilman Brück und Hanna Freudenreich Quelle: Marlene Schmidt
Großbeeren

Würden Sie salzige Pflanzenblätter essen? Wie wirkt sich nährstoffarmer Boden auf Spargel aus? Was würden Sie wählen, Pommes mit Mayo oder doch lieber einen gemischten Salat? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich der Ökonom Tilman Brück und die Agrarökonomin Hanna Freudenreich zur Zeit in Großbeeren. Sie leiten für das Institut EconLab die Ernährungsstudie „Food4Future“ (Lebensmittel für die Zukunft) auf dem Gelände des Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) am Theodor-Echtermeyer-Weg.

Elf Gebäudekomplexe auf dem Gelände

Auf dem rund 172.050 Quadratmeter großem IGZ- Gelände (auf etwa 24 Fußballfeldern) stehen elf Gebäudekomplexe mit verschiedenen Gewächshäusern und Laboren. Seit April 2019 hat EconLab als Teil des IGZ auch einen Sitz. Hier wird mit Hightech-Maschinen geforscht. Auch ein größeres Acker- und Freiland gehört angrenzend dazu. 110 Mitarbeiter, darunter Chemiker, Biologen und andere Naturwissenschaftler arbeiten hier eng zusammen. Dazu gehören auch Tilman Brück und Hanna Freudenreich. „Wir forschen einerseits an Pflanzen unter den verschiedensten Bedingungen und gehen andererseits der Forschungsfrage nach, wie sich Menschen in Bezug auf ihre Ernährung entscheiden“, erklärt der Projektleiter Tilman Brück.

Heimische Lupine wären eine Alternative zu Milch

Der Klimawandel hat starken Einfluss auf unsere Lebensmittel. Besonders die Dürre hat Auswirkungen auf die Agrarwirtschaft. Sind Spargel, Tomaten, Kartoffeln oder andere Pflanzen in der Zukunft noch genießbar? Können sie noch angebaut werden, so dass sie auch genug Nährstoffe für den Menschen enthalten? Woher Proteine nehmen, wenn es keine Kühe mehr gibt? Tilman Brück: „Auch das erforschen wir. Alternativen müssen her, wie beispielsweise die heimischen Lupinen (Hülsenfrüchtler). Sie wären mit ihren Proteinen eine Alternative zu Milch. Wir müssen unsere Ernährung umstellen!“ In den Gewächshäusern und Laboren werden Pflanzen im Boden mit Pilzen und anderen Mikroorganismen kontaminiert oder es werden Nährstoffe entzogen. Wie sehen die Lebensmittel der Zukunft aus?

Wie hoch ist die Risikobereitschaft der Menschen?

Das Ziel ist es, die Ernährung der Menschen in der Zukunft zu gewährleisten und zu verbessern. Tilman Brück: „Vor allem wie man Menschen überhaupt dazu bringt, sich gesünder zu ernähren. Das untersuchen wir durch psychologische Beobachtungsstudien.“ Dazu werden in unterschiedlichen Studien-Phasen Probanden ausgewählt. Aktuell werden gesunde Männer zwischen 18 und 45 Jahren gesucht. Ihnen werden in 1,5 Stunden per Computer unterschiedliche Bilder mit Fragen gezeigt, die sie auswerten sollen. Darunter auch Lotteriefragen. Hier können die Probanden zusätzlich zu ihrem Honorar (rund 25 Euro für die Studienteilnahme) Geldbeträge gewinnen. „Die Risikobereitschaft wird hier getestet. Wollen sie unbedingt Geld gewinnen? Wie weit gehen sie? Wären sie auch bereit Lebensmittel zu essen, die sie nicht kennen, die nach Salz schmecken oder etwas giftig sind?“, erklärt Brück. Probanden können sich hier anmelden.

Bundesforschungsministerium fördert die Arbeit

Hanna Freudenreich fasst das so zusammen: „Hier wird das Entscheidungsverhalten von Menschen durch psychologische Forschung getestet“. Sie hat sich mit dem Thema schon in ihrer Dissertation befasst. Geforscht hatte sie mit Kleinbauern in Mexiko, wo sie fünf Monate lebte. Die Forschungsergebnisse der aktuellen Studie von Großbeeren werden später in Fachzeitschriften veröffentlicht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das gesamte IGZ-Projekt Food4Future mit 5,7 Millionen Euro Fördergeld für 5 Jahre.

Von Marlene Schmidt

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