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Teltow-Fläming Grüne boykottieren Hotel wegen AfD-Nähe
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02:15 10.02.2017
Ruth Wagner
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Rangsdorf

Die Kritik am Rangsdorfer See-Hotel wegen des AfD-Landesparteitags am vorletzten Wochenende reißt nicht ab. Ruth Wagner, die in Rangsdorf lebende Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, kündigt nun an, ihre Partei wolle künftig keine Veranstaltungen mehr im See-Hotel abhalten.

Romane mit „AfD-Propaganda“

Wagner sieht einen Zusammenhang zwischen der AfD und der Literatur des Hotelinhabers. Rolf Lohbeck, der Inhaber der Hotelkette „Dr. Lohbeck Privathotels“ aus dem nordrhein-westfälischen Schwelm, hatte das ehemalige Seebad-Casino 2015 gekauft. Er ist auch Buchautor. Zwei seiner Romane heißen „Kalifat des Todes“ und „Moschee des Todes“. In beiden geht es um Anschläge islamistischer Terroristen. In einigen Rezensionen des Online-Handelsportals Amazon werden die Romane unter anderem als „AfD-Propaganda“, „klischeehaft“ oder „Aneinanderreihung von Stammtischweisheiten, Bild-Zeitung und Pegida-Parolen“ beurteilt. „Da gibt es wohl doch eine geistige Verbindung“, mutmaßt die Grünen-Kreisvorsitzende.

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Hoteldirektor weist Vorwürfe zurück

Andreas Doll, der Direktor des See-Hotels, weist die Behauptung der Grünen zurück, die Bücher wären während des AfD-Parteitags kostenlos verteilt worden. „Wir haben ein einziges Buch verkauft“, sagt Doll. Er verweist zudem darauf, dass es sich bei den Büchern um fiktionale Geschichten handelt. „Es sind Kriminalromane mit einem Bezug zur aktuellen Zeit.“ Anschläge islamistischer Terroristen seien – auch in Deutschland – mittlerweile Realität. „Man sollte die Bücher lesen, bevor man sich ein Urteil bildet. Frau Wagner darf sich gern ein kostenloses Exemplar bei uns abholen“, sagt der Hoteldirektor.

Im Hotel tagten schon CDU, SPD und Linke

Doll widerspricht zudem der Behauptung, das Hotel sei während des AfD-Parteitags für die Öffentlichkeit nicht zugänglich gewesen. „Wir hatten an dem Wochenende fast 500 Gäste im Restaurant.“ Auch die von den Grünen aufgestellte Behauptung, das Hotel habe die Veranstaltung bewusst geheim gehalten, sei nicht richtig. „Wir haben mehr als 300 Tagungen im Jahr. Es ist nicht unsere Aufgabe, zu veröffentlichen, wer bei uns tagt“, sagt Andreas Doll. Neben der AfD haben sich schon Vertreter von CDU, SPD und Linken dort getroffen.

Protest gegen AfD-Parteitag in Rangsdorf am 29. Januar. Quelle: Gudrun Ott

Die MAZ hatte in der Ausgabe vom 16. Januar den AfD-Parteitag in Rangsdorf erstmals angekündigt. Am 29. Januar hatten sich rund 130 Rangsdorfer vor dem See-Hotel versammelt, um gegen die AfD und ihre Positionen zu protestieren. Unter ihnen waren ein Großteil der Gemeindevertreter sowie Mitglieder der Kirche, des Kulturvereins sowie zahlreiche Bürger.

Von Christian Zielke

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