Grundschule Blönsdorf: Gemeinde soll in Planung investieren
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Teltow-Fläming Blönsdorf: Debatte zur Grundschulerweiterung
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Grundschule Blönsdorf: Gemeinde soll in Planung investieren

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18:29 28.01.2021
Der Sozialausschuss tagte am Mittwochabend im „Haus“ zum ersten Mal in diesem Jahr.
Der Sozialausschuss tagte am Mittwochabend im „Haus“ zum ersten Mal in diesem Jahr. Quelle: Isabelle Richter
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Blönsdorf

Neubauen an einem anderen Standort oder Umbauen am alten Standort? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Niedergörsdorfer Sozialausschuss während seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend. Dort war die Erweiterung der Blönsdorfer Grundschule „Thomas Müntzer“ erneut Thema. Weil der Platz am aktuellen Standort knapp ist und der Schulhof nicht noch weiter verkleinert werden soll, schlug die Verwaltung bereits im vergangenen Jahr vor, ein Grundstück gegenüber der Kita „Spielkiste“ in Blönsdorf zu erwerben, um sich die Option für einen ergänzenden Neubau offen zu halten. Wie Hauptamtsleiterin Andrea Schütze im Sozialausschuss berichtete, habe Bürgermeisterin Doreen Boßdorf (Bürgergemeinschaft) bereits mit dem Eigentümer verhandelt. „Es gibt ein faires Angebot“, so Schütze zum Ergebnis.

Die SPD-Fraktion hatte bereits in vorherigen Diskussionen Informationen dazu gefordert, wie sich die Schülerzahlen in Zukunft entwickeln und wie groß die Raumnot konkret in Zahlen aussieht. Nach einem anschließenden Besuch in der Grundschule und Gesprächen mit der Schulleitung ist die Fraktion ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass die Schule mehr Kapazitäten benötigt. Statt des Grundstückskaufs, stellte die SPD im Sozialausschuss nun eine Alternative vor. Denn laut Anja Bruckbauer (SPD) gibt es an der Schule durchaus noch Möglichkeiten zur Optimierung und Erweiterung.

Anja Bruckbauer ist Vorsitzende des Bauausschusses und als Mitarbeiterin des Jüterboger Planungsbüros Bruckbauer & Hennen vom Fach. Ihr Vorschlag: Die Gemeinde sollte einen Experten hinzuziehen und die Mittel für den Kauf des Grundstückes lieber in eine Planung investieren. „Uns ist aufgefallen, dass der DDR-Typenbau, den wir da in Blönsdorf haben, ein Schulbau ist, den man günstig umbauen kann“, erklärte sie. Gemeint sei damit, dass der Bau aufgrund seiner Architektur unkompliziert sei und Maßnahmen schnell und flexibel umgesetzt werden können.

Aufsicht bei Standortwechsel ist problematisch

Als potenzielle Flächen für die Erweiterung nannte Bruckbauer den Innenhof, in dem sich der Schulgarten und ein „Grünes Klassenzimmer“ befindet oder die Fläche hinter der Sporthalle. Um den Schulhof zu vergrößern, wäre die Nutzung der jetzigen Parkfläche denkbar. Darüber hinaus kam von Mitgliedern des Sozialausschusses der Vorschlag, den alten Bau einfach um ein Stockwerk zu erweitern, um Platz zu sparen. Weiterhin argumentierte Anja Bruckbauer, dass ein Teil der Räume gar nicht in vollem Umfang genutzt wird, weil dort zum Beispiel Technik lagert oder die nötige Ausstattung in den Räumen nicht gegeben ist. „Auch beim Brandschutz muss nachgearbeitet werden, um die Räume dann auch langfristig für die Schule zu ertüchtigen“, so Bruckbauer weiter.

Ebenso habe die Schulleitung bestätigt, dass es aktuell keinen zusätzlichen Bedarf an Klassenräumen gibt, sondern vielmehr an kleineren Räumen, die für Teilungsunterricht oder kleinere Gruppen genutzt werden können. Dass Kollegium wünsche sich auch, dass die Räume am Standort liegen. „Ein zweiter Standort ist in der Konzeption schwierig umsetzbar, weil man natürlich die Kinder betreuen muss, die zum anderen Standort wechseln“, erklärte Bruckbauer. Das Grundstück liegt zwar nicht weit entfernt – allerdings müssen die Schüler dazu die Hauptstraße überqueren. Marita Marufke (SPD) sieht genau darin als ehemalige Lehrerin ein Problem – gerade zu den typischen Jahreszeiten, in denen das Personal wegen vermehrter Krankheitsausfälle knapp ist.

Argumente der SPD-Fraktion überzeugen

Andrea Schütze sprach sich für den Plan der Verwaltung aus und erklärte: „Ich sehe nicht die Möglichkeit anzubauen.“ Sie argumentierte damit, dass schon für den Anbau der Lesegarten wegfallen sei. Das könnte dann auch dem Schulgarten oder dem „Grünen Klassenzimmer“ drohen. „Schule definiert sich nicht nur über Klassen“, mahnte die Hauptamtsleiterin. „Schule ist Leben.“ Laut Andrea Schütze gehören auch Räumlichkeiten für ein individuelles Angebot wie eine Bibliothek oder ein Mathe-Labor dazu. „Was ist schlimm daran, wenn das alles mehr würde?“, fragte sie in die Runde.

Paul Schuknecht (SPD) erklärte daraufhin: „Wir sagen auch nicht ’Das ist alles empörender Luxus, das braucht man nicht’, aber mit dem Grundstückskauf hat man nicht einen Raum mehr.“ Der Ausschussvorsitzende plädierte deshalb dafür, die Mittel für 2021 in die Planung mit einem auf Schulbauten spezialisierten Architekten zu investieren. „Es gibt immer Lösungen – auch auf der kleinsten Fläche“, pflichtete Anja Bruckbauer ihm bei. Am Ende ließ sich der Sozialausschuss von den Argumenten der SPD-Fraktion überzeugen. Der Vorschlag wird als Empfehlung in die Gemeindevertretersitzung am kommenden Mittwoch gegeben. Auch dort wird die Grundschule in Zusammenhang mit der ersten Lesung des Haushaltes noch einmal diskutiert werden müssen.

Von Isabelle Richter