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Teltow-Fläming Gute Stimmung ohne Liebesschnulze
Lokales Teltow-Fläming Gute Stimmung ohne Liebesschnulze
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04:55 24.07.2017
Sorgten für ordentlich Lautstärke und wilde Pogo-Tänze vor der Bühne: die Punkrocker von „Schmutzki“ aus Stuttgart.
Sorgten für ordentlich Lautstärke und wilde Pogo-Tänze vor der Bühne: die Punkrocker von „Schmutzki“ aus Stuttgart. Quelle: André Kasubke
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Blankenfelde

Noch als die letzten Liveklänge ertönten, waren sich Veranstalter und Besucher einig: Stimmungsmäßig und von der Besucheranzahl her sprengte das Blank-it-Open-Air 2017 im Blankenfelder Natursportpark alle Erwartungen.

Dabei ließ sich der Wettergott, pünktlich zum verflixten siebten Veranstaltungsjahr, etwas Neues einfallen: Gab es bisher immer strahlenden Sonnenschein, ging pünktlich zum Einlass am Samstag ein sintflutartiges Gewitter nieder, was für reichlich Pfützen und Schlamm sorgte. Die Veranstalter jedoch sahen es locker. „Jetzt kommt richtiges Festival-Feeling auf“, freute sich sogar Sven Breitenstein, der als Moderator die Bands ankündigte. Für die Besucher gab es Regencapes, und am Programm wurde nichts gekürzt.

Regencapes gab es auch für die kleinsten Festivalgäste. Quelle: André Kasubke

Es sollte sich lohnen. Denn nach knapp einer Stunde klarte der Himmel wieder auf und der Veranstaltungsort füllte sich ohne Unterbrechung. Bereits bei der Eröffnungsband „Smoking Thompsons“ aus Treuenbrietzen tanzten einige Fans im strömenden Regen vor der Bühne, und bei „Opalaxy“ gab es dann die ersten lautstarken Zugabe-Rufe. Die fünf jungen Berliner hatten im Frühjahr den Band-Contest „Get Blank it“ gewonnen und sich dadurch ihren Startplatz im diesjährigen Programm gesichert. „Über unseren Sieg damals waren wir selbst am meisten überrascht“, erzählt Sängerin Larissa. „Aber es hat sich gelohnt, der Auftritt hier war megageil.“ Der ungewöhnliche Name ist übrigens ein Anagramm aus den Vornamen der drei Bandgründer Leon, Paul und dem Schlagzeuger Alexey. „Außerdem steh’ ich auf Opale“, erklärte dieser lachend.

Pogo-Tänze vor der Bühne

Die gute Stimmung hat sich schon am Freitag angekündigt, mit dem seit 2015 in das Festival gestartet wird. „Es war der bisher erfolgreichste Eröffnungstag“, freute sich Cheforganisator Johannes Junge. Singer-Songwriter wie „Die Zöllner“ oder Tim Schultheiss begeisterten das Publikum. Großen Anklang fand am Samstag die wie ein Wohnzimmer eingerichtete Interview-Ecke. In den Umbaupausen stellten sich die Bands dort den Fragen eines Dresdener Filmteams, die Videos wurden kurz darauf auf der Facebook-Seite des Festivals gepostet. Durch den neuen Baseball-Platz im Natursportpark musste außerdem der Bühnenaufbau verändert werden. „Aber das hat sich gelohnt“, meinte Junge. Die Atmosphäre sei jetzt dadurch gemütlicher. Das fand auch Beat Schmutz, Sänger der Punkrock-Band „Schmutzki“. „Der Platz hier hat genau die richtige Größe, um Blankenfelde zum Beben zu bringen.“ Und das Stuttgarter Trio hielt Wort. Dank zahlreicher mitgereister tanzfreudiger Fans verwandelten sie ihren Auftritt in ein Heimspiel. Jeder Song wurde lautstark mitgesungen und es kam zu wilden Pogo-Tänzen. Ohne Unterbrechung übrigens, denn die drei bekennen sich öffentlich dazu, nie ein trauriges Lied oder eine Liebesschnulze spielen zu wollen. Die euphorische Stimmung hielt danach auch bei „Milliarden“ (Berlin) und dem Hamburger Frauenduo „Chefboss“ an.

Für das „Blank it“-Team und seine Helfer hat sich die Arbeit, bei der sie von den Organisatoren des Festivals „Rock in Caputh“ tatkräftig unterstützt wurden, also wieder gelohnt. Ein kleiner Wermutstropfen jedoch blieb. Über 80 Nachwuchsbands hatten sich im zurückliegenden Jahr für einen Auftritt beworben, doch aus der eigenen Region, dem Altkreis Zossen, waren kaum welche dabei. Hier ist für 2018 also noch Luft nach oben.

Von André Kasubke

23.07.2017
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