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Teltow-Fläming Haag 12 soll zwangsversteigert werden
Lokales Teltow-Fläming Haag 12 soll zwangsversteigert werden
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05:10 29.07.2017
Freier Blick nach oben: Vom Gebäude Haag 12 ist fast nur noch die Fassade übrig. Die ist aber stadtbildprägend und steht unter Denkmalschutz.
Freier Blick nach oben: Vom Gebäude Haag 12 ist fast nur noch die Fassade übrig. Die ist aber stadtbildprägend und steht unter Denkmalschutz. Quelle: Hartmut F. Reck)
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Luckenwalde

Ein ewiges Ärgernis könnte nun doch endlich ein Ende finden. Das Gebäude Haag 12, die völlig verfallene Industrieruine mitten in der Luckenwalder Innenstadt, soll zwangsversteigert werden. Den entsprechenden Antrag hat die Stadtverwaltung gestellt und war damit erfolgreich. „Das Gericht hat das Verfahren eröffnet“, sagt Peter Mann, Leiter des Stadtplanungsamtes. Der Grund für den Antrag: Die Stadt hat Forderungen an den Eigentümer aus säumigen Zahlungen. Er ist der Stadt Grundsteuerbeiträge und Straßenreinigungsgebühren schuldig.

Die Stadt ist aber nicht der einzige Gläubiger. Auch der Landkreis Teltow-Fläming hat Forderungen an den Eigentümer, der sich seit Jahren nicht mehr um das Gebäude und das Grundstück kümmert. So hat der Kreis Ersatzvornahmen zur Sicherung des Gebäudes vorgenommen, die inzwischen auch keine Wirkung mehr zeigen, und die Absperrung mit Bauzäunen in Auftrag gegeben.

Wie lange nun das Zwangsversteigerungsverfahren dauern wird, steht allerdings in den Sternen. Theoretisch könnte der Eigentümer vorher die Forderungen der Stadt als Antragsteller begleichen, aber dann dürfte auch der Landkreis dem Verfahren beitreten, oder auch andere Gläubiger, die im Grundbuch mit ihren Forderungen eingetragen sind. Diese werden jetzt erst einmal vom Amtsgericht Luckenwalde informiert und ein Gutachter beauftragt, der den Preis festlegt, auf dessen Grundlage die Versteigerung stattfinden wird. Dagegen können die Gläubiger noch vor der Zwangsversteigerung Einspruch erheben, wenn sie mehr zu erwarten hoffen, wie auch gegen den Zuschlag, falls das Ergebnis der Versteigerung ihnen nicht reicht.

Es gibt also noch eine Reihe von Unwägbarkeiten, „deshalb wäre jede Terminankündigung unseriös“, sagt Peter Mann.

Wenn es dann aber doch zu einer Ersteigerung durch einen neuen Investor kommen sollte, könnte eine Sanierung des Gebäudes mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt werden. Dazu könnte auch das neue „Stadtumbauprogramm 3“ (MAZ berichtete) zählen, wenn dort Wohnraum geschaffen wird.

„Unsere Vorstellung ist“, so Peter Mann, „die Hülle zu erhalten und dahinter eine neue Nutzung zu schaffen.“ Etwas anderes ist ohnehin nicht möglich, weil das Gebäude einerseits unter Denkmalschutz steht und andererseits das Dach und manche Zwischendecken schon weitgehend eingebrochen sind, so dass man durch die längst nicht mehr vorhandenen Fenster freien Blick in den Himmel hat.

In dem markanten Gebäude an der Ecke Haag/Grabenstraße in Luckenwalde wurden zuletzt Formdrehteile hergestellt. Seit der Wende gab es mehrere Eigentümerwechsel.

Von Hartmut F. Reck

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