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Teltow-Fläming Handwerksbäckerei Merzdorf liefert bis in die Hauptstadt
Lokales Teltow-Fläming Handwerksbäckerei Merzdorf liefert bis in die Hauptstadt
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08:38 26.10.2019
Stephan Sembritzki (r.) ist Bäcker aus Leidenschaft, hier beim besuch der Jury in seiner Bäckerei. Quelle: Gerald Bornschein
Merzdorf

Schon sein Großvater Max Schulze führte die Tradition ein, Brote von Merzdorf bis nach Berlin zu liefern, berichtet Stephan Sembritzki von der Merzdorfer Handwerks-Bäckerei. Vom Erhalt der Gewerbegenehmigung 1933 bis in das Kriegsjahr 1942 sollte das so bleiben, bis zu 1000 Sechspfundbrote wurden damals für die Hauptstadt gebacken. Und noch heute liefert das Unternehmen nach Berlin.

Eltern überredeten ihn zum Bäckerhandwerk

Stephan Sembritzki wollte eigentlich Tischler werden, doch seine Eltern redeten ihm ins Gewissen und konnten ihn überzeugen, doch in ihre Fußstapfen zu treten. Seine Mutter hatte um 1960 ihren Abschluss als Bäckermeisterin erworben, während sein Vater bis 1995 „ewiger Lehrling“ blieb. Auch zu DDR-Zeiten lieferte die Privatbäckerei ihre Erzeugnisse mit dem Wartburg oder Barkas in die umliegenden Dörfer aus.

Stephan Sembritzki ist Bäcker aus Leidenschaft. Quelle: Gerald Bornschein

Seine Entscheidung für den Bäckerberuf hat Stephan Sembritzki bis heute nicht bereut. Nach dem Start der Lehre in Luckau wurde er später nach Merzdorf „delegiert“ und fing 1989 als Geselle an. Drei Jahre später schloss er erfolgreich die Meisterschule ab, und 1999 übernahm er schließlich die Geschicke des Familienunternehmens.

Neben dem Traditionsprodukt „Merzdorfer Landbrot“, das aus selbst angesetztem Sauerteig hergestellt wird, gibt es weitere 14 Brotsorten, diverse Arten von Brötchen und Kuchen. Nach wie vor im Einsatz ist der von den Eltern angeschaffte Altbrotmixer, er liefert die beste Zutat für langanhaltende Frische.

Vertrieb über Verkaufswagen auf Wochenmärkten

Die altbekannten Vertriebswege sind noch heute aktuell und wurden ausgebaut. Seit zwölf Jahren ist Merzdorfer Landbrot immer dienstags und donnerstags auf dem Wochenmarkt in Berlin Köpenick vertreten. Außerdem ist ein Verkaufswagen am Donnerstag in Kleinmachnow eine feste Instanz, am Freitag in Königs Wusterhausen und am Samstag in Berlin Lichterfelde-West. Und nicht zu vergessen die Orte „rund um den Golmberg“, wie es Sembritzki nennt.

Stephan Sembritzki ist Bäcker aus Leidenschaft, Preis der Wirtschaft TF Quelle: Gerald Bornschein

Eine feste Filiale mit viel Zuspruch betreibt er in Baruth. Bis vor kurzem waren auch der Laden in der Bäckerei und eine Filiale in Luckenwalde offen, sie wurden jedoch zugunsten des Direktvertriebs aufgegeben.

Energiesparprojekt in der Backstube

Sembritzki kümmert sich auch um Energieeinsparung, denn Ofen, Licht und Luft in der Bäckerei sind Energiefresser. Gemeinsam mit einem Energieberater entwickelte er ein individuelles Effizienzprogramm und investierte mit Fördermittelunterstützung eine beachtliche Summe. Der Backofen wurde von Öl auf Gas umgestellt, die Beleuchtung auf LED, und die Brötchen für den Folgetag lagern jetzt nur noch bei -2 bis 0 Grad Celsius im neuen Kühlschrank. Zudem sind die Nutzung von Erdwärme und eine Fußbodenheizung geplant.

Neun Mitarbeiter beschäftigt die Bäckerei derzeit. Liebend gern würde Sembritzki ausbilden, mehrere Versuche hat er gestartet, doch es ist kaum möglich, Bewerber aufs Land zu bekommen. Umso mehr freut er sich mit seiner Frau Silke Weisbrodt, dass sein Sohn Lukas die Zwischenprüfung seiner Bäckerlehre bestanden hat. Gern gibt der Bäckermeister sein Wissen auch weiter, etwa in Backseminaren oder bei Workshops in Wildau oder Petkus. Außerdem engagiert er sich bei der Feuerwehr.

Von Gerald Bornschein

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