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Teltow-Fläming Storchennest zum Geburtstag
Lokales Teltow-Fläming Storchennest zum Geburtstag
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16:36 12.08.2014
Mit Kalkfarbe verpasst Christian Barho dem Nest Gebrauchsspuren. Quelle: Privat
Hennickendorf

Andere bekommen Blumen oder Pralinen zum Geburtstag, vielleicht auch einen Gutschein. Nicht so Christian Barho. Von seiner Frau bekam er zum 50. Geburtstag ein Storchennest geschenkt. „Das war eine Riesenüberraschung“, sagt er begeistert. Seitdem er, seine Frau Anja Buschulte und die drei Töchter in Hennickendorf wohnen, sehen sie Adebar und sein Gefolge in jedem Frühjahr ankommen und im Spätsommer wieder Richtung Süden fliegen. Die Störche sitzen hoch oben auf der Kirchturmspitze und lassen es sich gut gehen. Die Tiere spazieren öfter bei Christian Barho im Garten umher oder fliegen zum nahe gelegenen Bach, um Nahrung zu suchen.

Ein Gerüst und jede Menge Muskelkraft waren nötig, um den zehn Meter hohen Mast aufzustellen. Quelle: Privat

Storche nehmen nur gebrauchte Nester an

Anja Buschulte ließ sich von einem Korbmacher in Brück aus Weiden einen Korb flechten. Sie erkundigte sich beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, was beim Bau eines Storchennestes zu beachten ist und besorgte alles Notwendige. Dachdecker Thomas Schulze aus Brück, der zurzeit bei Christian Barho auf dem Grundstück das Dach deckt, kennt sich mit dem Bau von Storchennestern aus und bot seine Hilfe an. Und so ging es am Sonnabend hoch her. Ein zehn Meter langer, ausgedienter Telegrafenmast wurde mit einem Traktor rangekarrt und aufgestellt. Damit das Nest auch in den kommenden Jahren noch genutzt werden kann, wurden Stahlträger zwei Meter in den Boden versenkt. Und weil Störche ein Nest nur dann annehmen, wenn es Gebrauchsspuren aufweist, versah es der beschenkte Christian Barho mit Kalkfarbe, sodass es aussieht wie Storchenkacke.

Auf dem besten Weg zum Storchendorf

Es ist alles bestens vorbereitet, doch jetzt muss sich die Familie bis zum nächsten Jahr in Geduld üben, denn die Storcheneltern sind in der vergangenen Woche mit ihren drei Jungstörchen weggeflogen. Aber die Erfahrung hat gelehrt, dass sie im kommenden Jahr wiederkommen werden, und dass dann auch der Storchennachwuchs eine Bleibe haben muss. Jedes Jahr tragen die Tiere erneut ihre Kämpfe, um die Nester aus. Inzwischen haben sie sich im Dorf schon ein Ersatzdomizil geschaffen. Sie wussten eben noch nichts von dem tollen Geburtstagsgeschenk für Christian Barho. Und so haben sie angefangen, sich ein zweites Zuhause auf dem Grundstück vom Bauer Ziehe zu bauen. Bei Christian Barho könnte dann das dritte Nest in Beschlag genommen werden. Und wer weiß, vielleicht mausert sich Hennickendorf noch in ein Storchendorf.

Natürlich musste sich der neue Nest-Besitzer angesichts des Geburtstagsgeschenks einige Kommentare anhören – Stichwort Familienplanung. Aber er versichert, dass mit drei Töchtern dieses Thema abgeschlossen sei. Für jede Tochter hat er scherzhafterweise am Storchenturm eine weiße Markierung angebracht.

Alle zehn Jahre gibt es außergewöhnliche Geschenke

„Ich mag Störche sehr und wenn wir nicht seit Jahren den direkten Blick auf den Kirchturm gehabt hätten, wäre es wohl auch gar nicht zu diesem Geschenk gekommen“, berichtet der Familienvater. Wobei er seiner Frau zum 50. Geburtstag auch ein nicht alltägliches Geschenk gemacht hat. Sie bekam einen Käfer. Allerdings keinen aus der Tierwelt, sondern ein alter VW-Käfer. „Alle zehn Jahre gibt es etwas eher Außergewöhnliches. Ich habe auch schon eine Idee zum 60. Geburtstag“, erzählt Anja Buschulte. Was das sein könnte, verrät die Tierärztin allerdings noch nicht, wobei Christian Barho schon so eine Ahnung hat. Doch soweit ist es noch nicht. Jetzt stehen erst einmal die Vorbereitungen für ihren gemeinsamen 100. Geburtstag an, der ganz groß gefeiert wird.

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Von Margrit Hahn

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