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Teltow-Fläming Hochkarätige musikalische Zeitreise
Lokales Teltow-Fläming Hochkarätige musikalische Zeitreise
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05:08 05.01.2017
Die Solisten von World Brass bei ihrem Auftritt in der Zossener Dreifaltigkeitskirche.
Die Solisten von World Brass bei ihrem Auftritt in der Zossener Dreifaltigkeitskirche. Quelle: Gudrun Ott
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Zossen

Unter dem Motto „Time Travels“ haben die renommierten Musiker von World Brass am Dienstagabend zu einer musikalischen Zeitreise in die Dreifaltigkeitskirche eingeladen. Das internationale Blechbläserensemble ist in Zossen längst ein gern gesehener Gast. Alle Musiker des Ensembles sind Solobläser in großen Orchestern, kommen unter anderem aus Frankreich, Kanada, Belgien, England, Australien, Luxemburg, Schottland, der Ukraine, den Niederlanden und Deutschland.

Voll besetzte Kirche

Am Dienstagabend war die Kirche beinahe bis auf den letzten Platz besetzt. Die Besucher lauschten Mendelssohns „Hebriden“ in der sagenhaften Welt Ossians an der schottischen Küste, erwärmten sich mit der „Beach Suite“ musikalisch in der Sonne der Karibik, wo Reggae, Bossa Nova, Behop und Jazz zu Hause sind. Titel von Reggae-Musiker Bob Marley, von Tom Jobim, dessen südamerikanische Rhythmen von der brasilianischen Natur inspiriert sind, und von Dizzy Gillespie, der Trompeter gilt als die Integrationsfigur des Jazz schlechthin, wurden arrangiert von Oliver Groenewald.

Inzwischen wurden ganze Programme für das Blechbläserensemble geschrieben. Auch Komponisten wie Jeffrey Ching, Jan Koetsier und Chris Hazell arbeiten für World Brass. So wurde das Stück „Berliner S-Bahn-Fahrt“ von Wijnand van Klaveren eigens für das Ensemble komponiert, ein nostalgischer Rückblick auf Größen wie Paul Lincke und Hildegard Knef. Die Geschichte von New York, erzählt mit dem Titel „A Londoner in New York“, beginnt mit dem Geräusch eines anfahrenden Zuges, dem Stampfen einer Dampflok und versetzt Zuhörer in die Zeit um 1850.

Facettenreiches Repertoire

Das Repertoire des 1995 gegründeten Blechbläserensembles ist ebenso umfassend wie facettenreich. Ob Musik von Dimitri Schostakowitsch, Johannes Brahms, Debussy, Weill oder Gershwin, in jedem Programm wird das Publikum auf höchstem Niveau unterhalten. Mit Jubelrufen und anhaltendem Applaus verlangten die Konzertbesucher Zugabe um Zugabe.

Erstmals beim Neujahrskonzert war Susanne Urban. Ihr gefiel das abwechslungsreiche Programm. Andere Besucher lobten den natürlichen Charme der Musiker. Leen Fritz, die zukünftige Pfarrerin der Gemeinde, freute sich über die große Lebendigkeit, mit der sich die Musiker einbrachten. So wagte Tuba-Spieler Fraser Russell einen Tanz mit der Tuba zu „Kalinka“. Nach der Konzertpause spielten Kantor Benjamin Petereit und Musiker Andreas Kaiser auf der Schuke-Orgel ein Stück für vier Füße, komponiert von Kirchenmusiker Helge Pfläging. Erstaunlich fanden das insbesondere jene Musikliebhaber, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Orgel saßen und fasziniert dem Spiel ganz ohne Einsatz der Hände zuschauen konnten.

Präsentiert wurde das Neujahrskonzert von der Stadt Zossen, der Kirchengemeinde und Ulrike Herrmann. Erstmals gab es nach dem Konzert für Musiker und Ehrengäste einen Empfang im Haus am Kirchplatz 7.

Von Gudrun Ott