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Teltow-Fläming Eltern schlagen Alarm: Wie unsicher ist dieser Schulweg?
Lokales Teltow-Fläming Eltern schlagen Alarm: Wie unsicher ist dieser Schulweg?
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00:21 03.10.2018
Auf so einem gefährlichen Schulweg lassen viele Eltern ihre Kinder nicht allein. Quelle: Uwe Klemens
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Hohenseefeld

Die Eltern der Schulkinder in Hohenseefeld schlagen Alarm. Trotz des tödlichen Unfalls, der sich vor knapp fünf Jahren direkt an der Bushaltestelle ereignete, hat sich bisher kaum etwas verändert. Auf der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses verschafften sie sich nun Gehör.

Kinder leben gefährlich

„Mit der gerade erfolgten Einschulung weiterer Kinder hat sich die Situation weiter verschärft“, erläuterte Marleen Mielke den Ausschussmitgliedern. Jeden Morgen halte sie die Luft an, wenn sie auf dem Weg zum Schulbus das Verhalten der Kraftfahrer sähe. Da es entlang der Bundesstraße nicht überall einen Gehweg gibt, müssen die Kinder am Fahrbahnrand laufen. Oft seien es zwischen Außenspiegel und Schulranzen nur wenige Zentimeter.

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Hinzu kommt, dass sich sowohl Pkw- als auch Lkw-Fahrer kaum an die 50-km/h-Begrenzung halten, so der Eindruck der Anwohner. Da die Haltestelle zwischen einer Einmündung und einer Kreuzung liegt, gebe es dort häufig gefährliche Brems- und Ausweichmanöver, bei denen die Autos hin und wieder in Richtung der wartenden Schülergruppe ausbrächen. Die Bremsspuren eines solches Manövers sind seit Tagen als dunkle Streifen auf dem Asphalt zu sehen.

Versprechen ohne Folgen

Dass sich trotz aller Versprechen im Nachgang des Unfalls kaum etwas zur Entschärfung der Situation getan hat, beschreiben die Eltern als große Enttäuschung. Bei der Erneuerung der Fahrbahn im vergangenen Jahr wurde die Chance vertan, Verkehrsberuhigungen in Form von Inseln einzubauen. Ein einziges Buswartehäuschen auf jeder Seite fasst maximal die Hälfte der dort wartenden Schülergruppe, die nicht nur aus Hohenseefelder Kindern und Jugendlichen, sondern auch aus Schülern aus Umsteigebussen besteht.

Wie sich die Situation verbessern ließe, haben die Eltern bereits in einer internen Versammlung besprochen. Mehr abschreckende Geschwindigkeitsmessungen, mehr Schulweg-Kennzeichnung, bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Durchsetzung des Halteverbots im Haltestellenbereich stehen in ihrem Forderungskatalog.

Betroffenheit im Ausschuss

Die Reaktionen im Ausschuss zeugten von Betroffenheit. Kurzfristig soll nun ein Vor-Ort-Termin mit Verkehrsbehörde, Polizei, Eltern und Abgeordneten arrangiert werden. Nachgedacht werden müsse man auch über einen zumindest provisorischen Gehweg und über die Verlegung der Haltestelle auf die Freifläche vor der Feuerwehr.

Von Uwe Klemens