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Teltow-Fläming Im Amtsgericht Zossen verschwinden Akten
Lokales Teltow-Fläming Im Amtsgericht Zossen verschwinden Akten
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22:08 04.02.2014
Monika Kieler ist über die Zustände am Amtsgericht verärgert. Quelle: Peter Degener
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Zossen

Die Arbeitsbelastung am Amtsgericht Zossen war im vergangenen Jahr übermäßig hoch. Zwei Rechtspfleger waren wegen schwerer Krankheit dauerhaft ausgefallen und die eigentlich als Entlastung gedachte Aktenversendung an andere Amtsgerichte führte zu weiteren „Reibungsverlusten“, wie Ulrike Severin, die Ständige Vertreterin des Amtsdirektors, es ausdrückt. Anscheinend sind neben einiger Arbeitskraft dabei aber auch Unterlagen verloren gegangen.

Monika Kieler ist recht eng mit dem Amtsgericht verbunden. Von 2009 bis 2013 diente sie bereits als Schöffin im Jugendstrafrecht, außerdem wohnt sie nicht weit vom Gerichtsgebäude entfernt. Sie kennt mit mehr als 40 Jahren Berufserfahrung als Verwaltungsangestellte im Sozialamt Neukölln die Vorgänge der Bürokratie. Auch die Schwachpunkte und die Versehen. Doch sie ist musste nun zum wiederholten Male feststellen, dass es im Gericht nicht mit rechten Dingen zugeht.

Als Schöffe hatte sich auch ihr Mann Winfried im Jahr 2008 beworben. Im Gegensatz zu ihr bekam er keine Zusage – allerdings auch keine Absage, weshalb die Kielers damals nachfragten. Die Antwort des Gerichts: „Der Eingang wurde bestätigt, aber die Bewerbung läge nicht vor. Sie war weg“, so Winfried Kieler. Seine Ehefrau wollte 2013 ihre Schöffentätigkeit auch für 2014 verlängern und bekam keinerlei Rückmeldung. Auf ihre Nachfrage wusste man dort nichts von der Bewerbung. Der MAZ sagte man beim Amtsgericht zur Schöffentätigkeit der Kielers, „dass Beide auf den hier eingegangenen Vorschlagslisten nicht verzeichnet sind. Informationen zum Verbleib der Unterlagen können daher von hier aus nicht erteilt werden.“

Schon vor einer Woche hatte Monika Kieler Post in anderer Sache vom Amtsgericht Zossen erhalten und musste erneut über die Sorgfalt des Amtsgerichts staunen: Sie lebt seit 2007 an ihrer jetzigen Adresse, doch die Post wurde an eine längst nicht mehr aktuelle Adresse in Berlin gesandt, noch dazu unter ihrem Mädchennamen Zellmann, den sie seit über 40 Jahren nicht mehr trägt. „Unter diesem Namen habe ich auch nie dort gelebt. Ich frage mich, woher diese Adresse zusammengeklaubt wurde“, so Kieler. Ihr wurde nun ein ganzes Paket mit Briefen „nachgesandt“, denn anscheinend ist Ende Januar im Amtsgericht aufgefallen, dass die Post für „Frau Zellmann“ seit letzten August zurückkam. Der Inhalt war dann die nächste Überraschung: Seit Jahren war Monika Kieler die rechtliche Betreuerin ihrer Mutter Ursula Zellmann. Die 85-Jährige war im vergangenen Juni aus einem Heim in Bernau nach Wünsdorf verlegt worden, wo sie bereits am 24. Juli verstarb. Schon am nächsten Tag zeigte Monika Kieler die Sterbeurkunde beim Amtsgericht vor. Die Akten des Betreuungsverfahrens waren damals allerdings noch nicht überführt, es wurde aber laut Kieler eine Notiz aufgenommen. Der erste falsch adressierte Brief datierte vom 1. August 2013 und informierte darüber, dass die Akten nun vom Zossener Gericht übernommen worden waren. In einem zweiten Schreiben vom Dezember 2013 an die falsche Adresse dankt man Frau Kieler für ihre Betreuungstätigkeit und die Sterbeurkunde – und fügt gleichzeitig ein Formular „Entlastungserklärung“ bei, dass die Verstorbene unterschreiben soll. „Man wusste aber doch, dass meine Mutter längst verstorben war“, so Kieler. „Sie ist auch nicht mehr wohnhaft in Wünsdorf, wie es im Brief heißt. Eine solche Formulierung ist pietätlos!“

Ulrike Severin sagt, dass es sich hier um das „persönliche Versagen einer Mitarbeiterin“ gehandelt habe und man den Fehler „mit mehr Aufmerksamkeit“ hätte bemerken können. „Das ist nicht der Stil des Hauses. Ich werde mich bei Frau Kieler entschuldigen“, so Severin. Zur personellen Situation erklärte sie, dass im Januar zwei Rechtspfleger eingestellt worden seien.

Von Peter Degener

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