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Teltow-Fläming Leben bei den „Bremer Stadtmusikanten“
Lokales Teltow-Fläming Leben bei den „Bremer Stadtmusikanten“
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17:37 31.05.2019
Alicia, Max, Franzi und Maxi mit Hof-Esel Gulliver. Insgesamt sechs Mädchen und Jungen leben derzeit bei den „Bremer Stadtmusikanten". Quelle: Uwe Klemens
Riesdorf

Der Fototermin für die Zeitung ist Gullivers große Stunde. Raus aus dem Gehege und ran an den großen Familientisch. Dort, wo sonst an lauen Abenden Kinder und Erwachsene beisammensitzen, wartet ein Bund frisches Grün auf den Esel. Nur Laila, die Hofhündin, und die Katzen Schmusy, Sir Henry und Mrs. Norris bleiben sicherheitshalber auf Abstand, anstatt sich, wie im Märchen, auf Gullivers Rücken zu setzen“.

Kein märchenhafter Lebensanfang

„Bremer Stadtmusikanten“ steht draußen auf einen einem kleinen Schild, das vor 19 Jahren an die Fassade des Bauerngehöftes am Riesdorfer Dorfrand geschraubt wurde. Die Lebensgeschichten der dort lebenden Teenager haben indes wenig Märchenhaftes zu bieten. „Es sind Mädchen und Jungen, deren Eltern mit der Erziehung von Kindern überfordert oder hierfür gänzlich ungeeignet waren oder sind“, erläutert Doreen Lanzky, die das Kinderhaus seit dessen Eröffnung leitet.

Was die Kinder in ihren Elternhäusern erdulden mussten, füllt dicke Gerichtsordner. Die „Bremer Stadtmusikanten“ sind der Versuch, ihnen, soweit möglich, eine weitestgehend unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit zu ermöglichen und eine Art Ersatzfamilie zu bieten, Geschwisterstreit, Diskussionen um häusliche und schulische Pflichten und Familien-Unternehmungen inklusive.

Das Eis war bald gebrochen

„Die Skepsis im Dorf, als wir einzogen, war berechtigt, aber nicht zu groß“, erinnert sich Lanzky an die Anfänge im Jahr 2000. Die Riesdorfer merkten schnell, dass die Befürchtung, dass jetzt lauter „Halbkriminelle“ dem ruhigen Leben im Dorf den Garaus machen würden, überzogen war. Als die ersten Nachbarn der Einladung zum Besuch folgten, war das Eis gebrochen. Bis jetzt gibt es nachbarschaftliche Kontakte und Hilfe. Längst wird das „Kinderhaus“ nicht mehr als sozialtherapeutische Wohnstätte, sondern eher wie eine aus sechs bis sieben Kindern, fünf Pädagogen und einer Hauswirtschaftskraft bestehende „Familie“ in der Nachbarschaft wahrgenommen.

Zeit, damit die „Familie“ wachsen kann

2008 änderte der Betreiber, die Luckenwalder Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher gGmbH (GFB), das Konzept des Hauses. Statt häufig wechselnder, jugendlicher Bewohner sollten Kinder vom Vorschulalter an aufgenommen werden und bis zur Eigenständigkeit als junge Erwachsene im Haus bleiben. „Nur so kann auch wirklich ein familienähnliches Miteinander entstehen“, sagt Lanzky, die als einzige Mitarbeiterin von Anfang an im Haus ist. Auch die Mitarbeiter wachsen so ein Stück weit in die Rolle von Ersatz-Mutter oder -Vater, beziehungsweise Großmutter hinein und werden von den Kindern in dieser Rolle angenommen.

Der Alltag bei den Bremer Stadtmusikanten sieht ähnlich aus wie bei anderen Familien: Schule, Hausaufgaben, Hausarbeit und Freizeit. Gäbe es nicht die häufigen Besuche von Therapeuten, die den Kindern helfen, ihren schlechten Start ins Leben zu verarbeiten, wäre das Leben auf dem Hof fast so schön wie im Märchen – oder eben zumindest wie in einer ganz normalen Familie.

Von Uwe Klemens

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