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Teltow-Fläming In Dahme wirft der Weihnachtsmann Kamelle
Lokales Teltow-Fläming In Dahme wirft der Weihnachtsmann Kamelle
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14:17 26.12.2019
Der Spielmannszug holt Weihnachtsmann in Dahme ab und begleitet ihn anschließend durch die Stadt. Quelle: Andreas Staindl
Dahme

Der Weihnachtsmann in Dahme ist schon speziell. Er verteilt die Geschenke nicht aus seinem Sack, nachdem er Gedichte und Lieder von den Kindern gehört hat, sondern wirft Kamelle unters Volk. Ganz ohne Gegenleistung. Einfach so fürs Dabei-sein. Auch das kommt an, und wie.

Vor allem der Nachwuchs sammelt die Bonbons am Boden auf. Die Knirpse waren recht zahlreich dabei, als der gute Alte mit dem langen Rauschebart vom Kornspeicher in Nachbarschaft der Schlossruine vom Traditionsspielmannszug des TSV Empor Dahme am frühen Nachmittag des 24. Dezembers abgeholt und zum Marktplatz begleitet wurde.

Früher wurde der Weihnachtsmann vom Bahnhof abgeholt

Das ist längst Tradition, war schon vor Jahrzehnten so. „Ganz früher haben wir den Weihnachtsmann vom Bahnhof abgeholt“, erzählt Herbert Schäfer. „Doch das ist lange her. Damals führte der Weg ins Kino. Da waren richtig viele Leute dabei. Und wenn der Film vorbei war und die Kinder nach Hause gegangen sind, lagen dort die Geschenke unterm Weihnachtsbaum.“ Der Chef des Spielmannszugs erinnert sich noch an fast jedes Detail. Und daran, wie viel Spaß das Abholen des Weihnachtsmanns immer gemacht hatte. „Wir wollen diese Tradition unbedingt bewahren“, sagt Herbert Schäfer. Doch einfach ist das nicht. „Wir sind immer weniger Mitglieder. Wir bräuchten dringend Nachwuchs. Doch der ist weit und breit nicht in Sicht.“ Trotzdem waren die Musiker auch diesmal gern bereit, den Weihnachtsmann vom Kornspeicher zum Marktplatz musikalisch zu begleiten. „Die Kinder freuen sich darauf“, sagt Herbert Schäfer. „Wir wollen sie nicht enttäuschen.“ Der Kulturverein und das Heimatmuseum in Dahme unterstützten die Aktion.

Spielmannszug holt Weihnachtsmann ab in Dahme Quelle: Andreas Staindl

Auch Marco Dastik engagierte sich. Der Ortsvorsteher der Kleinstadt war als erster am Kornspeicher. Er hatte sich dort mit dem Weihnachtsmann verabredet. Plötzlich trat der Alte mit dem weißen Bart aus dem historischen Gebäude. Etwa Hundert Kinder, Eltern und Großeltern warteten schon davor. Sie wurden vom Weihnachtsmann mit einem freundlichen „Seid ihr alle da?“ kurz begrüßt und sofort mit Kamelle „eingedeckt“. Eine Handvoll Bonbons hierhin, eine in die andere Richtung, und gleich noch einmal tief in den Sack gegriffen. Der Weihnachtsmann in Dahme ist nicht knausrig. Er gibt reichlich, und er gibt gern.

Beifall für die Musiker

Die Musiker beginnen zu spielen, gehen in Richtung Marktplatz. Den Weihnachtsmann nehmen sie in ihre Mitte, das Volk pilgert mit. Nach etwa zehn Minuten ist der Marktplatz erreicht. Ein Knirps hat offensichtlich Redebedarf, plappert aufgeregt und gestikuliert mit Händen und Füßen mit einem der Musiker. Noch ein kurzes Ständchen, dann verabschieden sich die Akteure des Spielmannszugs. Es gibt Beifall für die Musiker. Und eine Einladung für den Nachwuchs, sich die Wartezeit auf die Bescherung mit dem Märchen „Rumpelstilzchen“ im Museum zu verkürzen. Für die Großen lodert eine Feuerschale, gibt es heiße Getränke im Innenhof des Heimatmuseums.

Von Andreas Staindl

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