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Teltow-Fläming Jahrhundertregen verdreckt Badeseen
Lokales Teltow-Fläming Jahrhundertregen verdreckt Badeseen
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12:58 12.07.2017
Ist am stärksten von den Regenfällen verunreinigt: der Miersdorfer See.
Ist am stärksten von den Regenfällen verunreinigt: der Miersdorfer See. Quelle: Andrea Müller
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Dahmeland-Fläming

Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen haben auch Folgen für die Wasserqualität einiger Badeseen in der Region. Zwar ist in allen Seen das Baden weiterhin erlaubt. In einigen Gewässern registrierten die Behörden aber Auffälligkeiten, in einem sogar eine massive Grenzwertüberschreibung.

Besonders gebeutelt ist der Miersdorfer See in Zeuthen. Bei der jüngsten Probenentnahme stellten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes dort eine hohe Konzentration an Kolibakterien fest, der Grenzwert wurde um etwa das Doppelte überschritten. „Wir vermuten, dass durch den Jahrhundertregen Straßendreck in den See gespült wurde“, sagt Sabine Reise vom Gesundheitsamt des Landkreises. Da der See recht klein ist, könne das schnell zu einer stärkeren Belastung führen. „Bei diesen Regenmengen kommen die Werte dort jedenfalls nicht ganz unerwartet“, so Reise.

Ebenfalls eine auffällige Entwicklung ist am Siethener See zu beobachten. Dort haben sich vermehrt Blaualgen gebildet, weshalb die Sichttiefe deutlich eingeschränkt ist. Weil Blaualgen in großer Konzentration sogar giftig sein können, rät das Gesundheitsamt von Teltow-Fläming, Kinder und Kleinkinder nicht mehr im Wasser baden oder am Ufer planschen und spielen zu lassen. Auch den Erwachsenen wird vom Baden abgeraten, sobald Schlieren auf dem Wasser sichtbar sind und man in knietiefem Wasser die Füße nicht mehr erkennen kann.

Weniger bedenklich, aber trotzdem ärgerlich sind die Werte, die die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes von Dahme-Spreewald Anfang Juli im Klein Köriser See, im Zeuthener See in Eichwalde und in der Lübbener Spreelagune gemessen haben. Auch dort wurden nach dem „Jahrhundertregen“ mehr Kolibakterien als üblich nachgewiesen, im Zeuthener See auch mehr Enterokokken. Die Werte lagen zwar noch im akzeptablen Bereich, aber über dem Limit, bis zu dem man von einer „ausgezeichneten Wasserqualität“ sprechen kann. Das Problem: Die Badegewässerqualität wird aus den Werten der vergangenen vier Jahre berechnet. Ein Ausreißer nach oben kann laut Sabine Reise dazu führen, dass die Wasserqualität für einen längeren Zeitraum herabgestuft wird. Um das zu verhindern, hat der Landkreis schon beim Brandenburgischen Justiz- und Verbraucherschutzministerium beantragt, dass der Starkregen der vorvergangenen Woche als Ausnahmesituation anerkannt wird. Am Dienstag wurden überdies in allen drei Gewässern neue Proben genommen, deren Ergebnisse zum Redaktionsschluss allerdings noch nicht vorlagen. Aber da sich Seen erfahrungsgemäß von wetterbedingten Verschmutzungen relativ schnell erholen, könne es gut sein, dass sich die Werte wieder normalisiert haben, so Sabine Reise.

Von Oliver Fischer