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Teltow-Fläming Jeden Morgen eine Stunde im Bus
Lokales Teltow-Fläming Jeden Morgen eine Stunde im Bus
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20:31 25.09.2013
Quelle: Margrit Hahn
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Ruhlsdorf

Die Elfjährige aus Märtensmühle fährt täglich mit dem Schulbus zur Grundschule "Pekenberg" nach Zülichendorf. Um pünktlich in der Schule zu sein, steht sie um 6Uhr auf und muss sich dann beeilen, denn um 6.27Uhr fährt schon der Bus ab. Dann ist sie fast eine Stunde lang unterwegs - an Schlaf ist aber nicht mehr zu denken. "Wenn ich erst mal wach bin, dann bin ich wach", sagt das Mädchen. Michelle fände es besser, wenn sich die Fahrzeit um die Hälfte verringern würde.

Obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist, hat sich bisher nichts geändert. Auch viele Stülper Schüler ärgern sich darüber. Der Hauptausschuss von Nuthe-Urstromtal nahm sich der Sache am Dienstagabend an, als es um die Schülerbeförderung für das Schuljahr 2014/15 ging. Christiane Heine, Verkehrsfachfrau in der Verwaltung, berichtete, dass der Schülerverkehr vor Jahren in den Linienverkehr integriert wurde. 80 Prozent aller Fahrgäste seien Schüler.

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Laut Heine gibt es nach wie vor in einigen Ortsteilen Probleme. So müssen sich Kinder aus Ahrensdorf mehr als eine Stunde ans Bein binden, um in die Schule zu kommen. Wegen des neuen Fahrplans konnte die Fahrzeit um zehn Minuten verringert werden. "Trotzdem ist es nicht zufriedenstellend und unzumutbar für die Schüler", sagte Bürgermeisterin Monika Nestler. Sie befürchtet, dass der Landkreis Teltow-Fläming, der für den Schülerverkehr verantwortlich ist, keine weiteren Veränderungen vornehmen wird. Wirtschaftlichkeit habe Vorrang.

Die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming würde eine zusätzliche Linie anbieten, die Kosten in Höhe von 27 550 Euro müsste jedoch die Gemeinde übernehmen. "Wir könnten die Beförderung der sechs Schüler, die es nach derzeitigem Stand betreffen würde, auch über freie Taxen gewährleisten", stellte Monika Nestler in Aussicht. Dass würde der Gemeinde "nur" 4800 Euro zusätzlich kosten.

"Es ist traurig, dass wir seit Jahren über die Schülerbeförderung diskutieren müssen. Verantwortlich ist der Kreis. Ich verstehe nicht, warum immer wieder die Gemeinde dafür herhalten muss", ärgert sich Erika Luda (SPD). Ihrer Ansicht nach ist die Gemeinde moralisch dazu verpflichtet, einzugreifen - trotz eines unausgeglichenen Haushaltes.

Für Ingrid Köbke (Linke) steht fest, dass das Wohl der Kinder an erster Stelle zu stehen hat. "Es gibt nur noch zwei Grundschulen in der Gemeinde. Ich habe das Gefühl, dass man die auch noch plattmachen will", sagte sie, "es muss doch berücksichtigt werden, dass die Wege auf dem Land länger sind, als in der Stadt."

Von Margrit Hahn

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