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Jüterbog Alternativentwurf für B-Plan soll öffentlich diskutiert werden
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15:01 25.04.2019
Einwohner und Behörden sollen anhand von Enwürfen darüber diskutieren, mit welcher Variante weiter am Bebauungsplan für die südliche Altstadt gearbeitet wird. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Neben dem bisher bekannten Vorentwurf zur künftigen baulichen Gestaltung des Südlichen Altstadtquartiers östlich und westlich des Rewe-Supermarktes in Jüterbog soll jetzt auch der Alternativentwurf des Planungsbüros „Plan und Praxis“ in die Diskussion mit Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingehen. Dies haben die Jüterboger Stadtverordneten während ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen.

Der Alternativentwurf war bisher nur während eines internen Workshops des Planungsbüros in Anwesenheit der Jüterboger Verwaltung und Mitgliedern des Bauausschusses sowie der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden. Hendrik Papenroth (Für Jüterbog) stellte am Mittwochabend den Antrag, diesen zusätzlichen Entwurf auch den Einwohnern und Behörden zu präsentieren.

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Planungsbüro präsentiert Alternativvorschlag

Hintergrund: Seit Jahren wird über die Gestaltung der Jüterboger Altstadt diskutiert. Im vergangenen Jahr wurde dem Bauausschuss und den Stadtverordneten ein Vorentwurf zur Bebauung des Südlichen Altstadtquartiers vorgelegt. Ziel des B-Plans ist es, die Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung der historischen Altstadt unter bestimmten Bedingungen zu sichern. Demnach wären die Häuser entlang der Großen Straße und der Pferdestraße im Erdgeschoss ausschließlich gewerblich und die oberen Stockwerke nur als Wohnraum nutzbar. Darüber hinaus müssten die Grundstückseigentümer zur Straße Hinter der Mauer einen großflächigen Grünstreifen einhalten, der nicht bebaut werden darf. Ein Beschluss über die Billigung dieses Vorentwurfes wurde aufgrund dieser strikten Vorgaben abgelehnt.

Infolge dessen führte das Planungsbüro einen Workshop durch und präsentierte einen Alternativvorschlag. Laut dieses zweiten Vorentwurfes wäre eine geschlossene Blockrandbebauung für ein Wohngebiet entlang der Straße Hinter der Mauer möglich. Allerdings verstecken sich auch hinter dieser Variante einige Tücken. So erklärte Werner Klinge vom zuständigen Planungsbüro „Plan und Praxis“ etwa: „Wenn eine Bebauung im südlichen Bereich kommt, ist es zwingend erforderlich, die Straße umzubauen – und das sehr aufwendig.“

Zwei Entwürfe für öffentliche Diskussion

Da die eigentlichen Sanierungsziele dadurch aber nicht mehr erfüllt würden, müsste die Stadt allein für den Umbau aufkommen. Zudem besteht das Risiko, dass die bisher erhaltenen Fördermittel für das Sanierungsgebiet zurückgezahlt werden müssen.

Für die ohnehin schon finanzschwache Stadt Jüterbog wäre das der Super-Gau. Dennoch empfahl Werner Klinge vom Planungsbüro der Stadtverordnetenversammlung, mit beiden Entwürfen in die erste öffentliche Diskussion zu gehen. Immerhin ginge es dort noch gar nicht darum, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Beide Entwürfe sollen zunächst mit den Einwohnern und Behörden betrachtet und diskutiert werden. Auf der Grundlage der dadurch gesammelten Erkenntnisse soll dann zunächst ein weiterer Entwurf ausgearbeitet werden.

Von Isabelle Richter