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Jüterbog Diese Ziele hat Jüterbogs neuer Wirtschaftsförderer
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19:48 04.02.2019
Andreas Rau ist seit Januar 2019 neuer Wirtschaftsförderer in Jüterbog. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

Andreas Rau ist der neue Wirtschaftsförderer von Jüterbog. Der Wechsel von Christian Seiler im Oktober kam überraschend. Während der Vorgänger das politische Klima in der Stadt kritisierte und zur Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge nach Wünsdorf wechselt, erwarten den Neuen große Aufgaben in der Kleinstadt.

Herr Rau, wie ist Ihr erster Eindruck zum Stand der Wirtschaftsförderung in Jüterbog?

Ich bin ja erst 13 Werktage hier. Was ich jedoch bisher beim Quereinarbeiten feststellen konnte, wurden bisher wichtige Projekte bearbeitet beziehungsweise angeschoben. Natürlich gibt es immer Entwicklungspotenzial, allein schon durch die Flächen, die noch „brach“ liegen, in B-Planung oder der Hand des Landes sind.

Wirtschaftsförderer Rau sieht gute Voraussetzungen für Jüterbog, unter anderen dank der guten Bahnanbindung. Quelle: Victoria Barnack

Wie sind die Rahmenbedingungen in der Kleinstadt?

Jüterbog hat aus meiner Sicht langfristig hervorragende Standortbedingungen, die Grundstückspreise und Mieten liegen noch in einem vertretbaren Rahmen. Über den Bahnknotenpunkt Jüterbog erreicht man Berlin, Potsdam, Leipzig in relativ kurzer Zeit und zumeist direkt. Drei Bundesstraßen führen durch Jüterbog.

Abgesehen von einem Krankenhaus ist die ärztliche Versorgung, auch mit Fachärzten sehr gut. Sogar eine Kinderarztpraxis gibt es vor Ort und an der Versorgung mit Kita- und Schulplätzen wird gearbeitet. Der Ort hat ein intensives sportliches wie auch kulturelles Vereinsleben und die Natur hat auch viel zu bieten.

Viel Fläche, wenig Einwohner: Im Gegensatz zur Kreisstadt Luckenwalde ist das ein Nachteil für Jüterbogs Wirtschaft. Quelle: Privat

Wo muss Jüterbog gegenüber anderen Standorten mit Nachteilen umgehen?

Was mir aktuell auffällt, ist die große Fläche von 175 Quadratkilometern und die dafür geringe Bevölkerung von rund 12.250 Bürgern. Luckenwalde dagegen, der Ort in dem ich lebe, hat gerade mal ein Viertel der Fläche mit fast doppelt so vielen Einwohnern.

Darüber hinaus gehören ja sieben Ortsteile zur Stadt, die sehr ländlich geprägt sind. Hinzu kommen noch zahlreiche Konversionsflächen in Forst Zinna, Neues Lager und Jüterbog, die sich aktuell noch in der Hand des Landes befinden. Für eine geordnete Entwicklung der Gesamtfläche sind also finanzielle Mittel notwendig, die entsprechend beschafft werden müssen.

Die vielen Spielplätze in Jüterbogs Ortsteilen sieht Rau als positives Detail der Stadtentwicklung. Quelle: Isabelle Richter

In welchen Bereichen wurde bereits gute Arbeit geleistet?

Wer wie ich als Außenstehender kommt, sieht, dass sich in den letzten Jahren das Stadtbild zum Positiven verändert hat, Häuser wurden saniert und neu gebaut, Straßen erneuert. Das Gewerbegebiet am Luckenwalder Berg hat sich weiter entwickelt.

Im Sommer bin ich viel mit dem Rad unterwegs und da fiel mir ein immer wiederkehrendes Detail in den zu Jüterbog gehörenden Orten auf, Spielplätze.

Wo ist noch viel zu tun?

Da fällt mir vor allem Forst Zinna ein. Hier gibt es Vorgaben durch den Landesentwicklungsplan Berlin Brandenburg, wo aus meiner Sicht unbedingter Gesprächsbedarf besteht.

Wie weiter auf den Flächen von Forst Zinna? Der neue Wirtschaftsförderer sieht Gesprächsbedarf. Quelle: Peter Degener

Ein großes Problem für die Stadt ist der Wegzug gerader junger Menschen nach der Schule. Was können Sie als Wirtschaftsförderer hier tun?

Komplett wird man das nicht verhindern können, da hierbei auch andere Gründe eine Rolle spielen können. Trotzdem würde ich hier den Versuch starten, neue Wege zu gehen um zusätzliche Angebote vor Ort zu schaffen. Gemeinsam mit Arbeitgebern der Stadt könnte ich mir vorstellen, Möglichkeiten für duale ausbildungsintegrierte Bachelorstudiengänge zur eigenen Fachkräftesicherung zu schaffen, wie es der Einzelhandel bereits durchführt.

Unternehmen, die in den Bereichen Mechatronik, Pflege, Tourismus und so weiter tätig sind, agieren bereits am Markt. Kooperationen mit Hochschulen für solch einen Ausbildungsgang könnten somit entwickelt werden. Arbeitgeber die ein Interesse daran haben, können mich zum Thema kontaktieren.

Fast 100 Tage war der Posten des Wirtschaftsförderers in Jüterbog unbesetzt, bis Andreas Rau die Stelle antrat. Quelle: Victoria Barnack

Was sind die Aufgaben eines Wirtschaftsförderers im Allgemeinen?

In erster Linie sehe ich mich als Dienstleister. So bin ich Ansprechpartner für die Belange aller interner und externer Wirtschaftsakteure, die bereits ein Unternehmen in Jüterbog haben oder sich hier ansiedeln möchten.

Zu weiteren Themenfeldern gehören beispielsweise auch Existenzgründungs- und Fördermittelberatung, die Gewinnung neuer Unternehmen für den Standort Jüterbog, die intensive Zusammenarbeit und Kontaktpflege zu den Wirtschaftspartnern vor Ort. Dazu gehört auch das vermitteln von Gewerbeflächen und -immobilien. Die Aufgabe ist sehr vielschichtig und spannend zugleich.

Das Gewerbegebiet Luckenwalder Berg in Jüterbog ist so gut wie voll. Eine der großen Aufgaben wird es sein, neue Flächen für Unternehmen zu erschließen. Quelle: Stadt Jüterbog

Warum haben Sie sich für die Stelle in Jüterbog entschieden?

Der Reiz liegt einfach in der Komplexität des Anforderungsprofils. Während ich als Unternehmensberater jeweils für einzelne Unternehmen in verschiedenen Branchen tätig werde, geht es hier um die wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Stadt und das über die Jahre hinweg.

Gab es einen Austausch mit Ihren Vorgängern?

Nein. Ebenso habe ich nicht dazu recherchiert, warum es ein Ausscheiden gab. Das habe ich vorher bei meinen Projekten auch so gehalten, um unbefangen an die Arbeit zu gehen und vor Ort ein unabhängiges Bild zu bekommen. Natürlich hat mir mein Vorgänger eine Liste mit den aktuellen Projekten und Aufgaben hinterlegt. Wichtige Projekte nach seiner Zeit hat er an Verwaltungsmitarbeiter übergeben, die diese zügig weiter bearbeiteten konnten. Dafür bin ich meinem Vorgänger dankbar.

Sie stammen nicht aus Jüterbog. Welche Berührungspunkte hatten Sie mit der Stadt bisher?

Ich habe in der Vergangenheit beziehungsweise aktuell Leistungen des Einzelhandels, der Gastronomie sowie sportliche Angebote wahrgenommen. 2015 hatte ich im Kulturquartier Mönchenkloster ein Mode-Event organisiert und durchgeführt. Des Weiteren fahre ich Rennrad und so führt mich meine Strecke regelmäßig über die Fläming-Skate durch die dazugehörigen Orte von Jüterbog.

Von Victoria Barnack

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